… zwischen aufgeben wollen und durchhalten müssen und aufgeben müssen und durchhalten wollen …

freudenvoll

 

Im Zeitraffer sieht es aus wie: Was gestern noch leicht gewesen ist, fühlt sich heute schmerzhaft an und ist morgen unmöglich. Ein schleichender Prozess. Oder nur unmerklich, weil er sich langsam vollzieht. Hab‘ nicht darauf geachtet, hab‘ vorwärts gelebt, da fällt es nicht auf. Erinnern ist rückwärts leben, nun bleibt nichts unbemerkt.

Es folgen vernünftige Selbstermahnungen:

„Altes Mädchen, nun beginnt das Langsammachen, das Zipperleinalter. Bedenke das schon gelebte Leben und es braucht kein Wundern über den aktuellen Zustand. Nimm’s wie es ist. Nun liegt die Rechnung des Lebens auf dem Tisch. Bezahl sie. Alt werden ist schön, alt sein wahrscheinlich nicht empfehlenswert. Probier’s aber erst aus. Solange Dir Denken und Schreiben möglich ist, lebst Du in Dir doch ganz formidable.“

Die beinahe schon legendäre innere charlotte-Stimme schaltet sich ein:

„Hey spinnst Du! Dreh den Vernunftshahn zu. Der Blödsinn tropft Dir sonst ins Hirn. Du bist gerade mal 60. Wie vernünftig willst Du mit 70 sein? Schnabeltasse, Dauerwindel oder schon unterirdisches Radieschenerkunden? Vielleicht prüfst Du erstmal was los ist. Ich bin schliesslich auch noch da und – halloooo- ich bin kein Zipperlein. Also Popo hoch und Doktor geh‘!“

Ich bin kein Doktorgehtyp und ich mag diese Doktorgeharien nicht. Termine, Termine, Termine und umso mehr Diagnosemöglichkeiten sich eröffnen, desto durchdringender ist das Leben gestört. Ich habe keine Angst vorm Sterben, aber ich möchte auch nicht ständig mit dem Thema konfrontiert werden. So lange es mir gut gegangen ist, konnte ich meine Sterblichkeit leicht akzeptieren. Plötzlich geht es nicht mehr um Akzeptanz, sondern um solche banalen Wichtigkeiten wie Loslassen üben.

Ich bin diesbezüglich innerlich befriedet, zumindest das hat sich bestätigt. Es ist wie philosophieren, Denkaufgaben lösen, ich bin dabei nie aufgeregt oder traurig, manchmal aber ergriffen. Da haben sich Gedanken freigegraben über Leben und Sterben und Sein und Ewigsein und die Frage, ob’s irgendwann wie ein Niegewesenseinwerden werden wird.

Ich will also grundsätzlich nicht wissen, was mir fehlt oder was ich zu viel habe und warum. Ich kenne nämlich allerhand Krankengeschichten von anderen, in denen beispielsweise alleine die Information, es könne Krebs sein, ganzen Familienverbände hat aufschrecken lassen und seitdem lebt niemand mehr im Frieden. Alle haben Angst, Sorgen, Hoffnung. Und so mancher weiss nicht, wie er mit dem – nun Kranken- umgehen soll. Es gibt Anrufe, die allesamt mit – Wie geht es Dir denn heute?- beginnen und es gibt Besuche, die sich wie Krankenhausbesuche anfühlen, Blumen, Obst, Saft, letzte Befunde durchsprechen. Selbsthilfegruppenadressen aus dem Netz werden überreicht: „Schau mal, da kannst Du Dich informieren, das ist gut, da haben alle das gleiche Schicksal.“ Googleseiten werden ausgedruckt mitgebracht: „Hier ist mal was über Chemo, also da gibt´s schon vieles Neues. Muss also nicht mehr so schlimm werden wie es früher war. Hoffen wir mal. Hoffnung stirb ja zuletzt.“ Allgemeines Zusammenzucken, denn im Beisein des – nun nur noch Kranken- ist das Wort –sterben- natürlich verboten und solche Worte wie Hoffnung unbedingt mehrfach zu verwenden.

Mir ist es eine zusätzliche Last, wenn ich merke, jemand macht sich um mich Sorgen. Dann bin ich beeilt, den anderen sorglos zu machen und das kostet mich Kraft und nimmt mir die Konzentration aufs Wesentliche, nämlich auf mich. Reiner Erhaltungsegoismus, mich nicht zu offenbaren. Also habe ich die Webcam nicht mehr immer beim Telefonieren geschaltet und immer seltener Besuch eingeladen. Und diejenigen, die meine Pein miterlebt haben, weil sie gerade doch vorbeigekommen sind, habe ich versucht zu beruhigen. Die meisten kamen nicht wieder. Sie sind also beruhigt. Niemand kann wahrhaft helfen. Das eigene Leben muss selbst gelebt werden. Das ist auch gut so.

Wenig später: Die Wirklichkeit reisst um, lässt rund um die Uhr nicht mehr los. Schmerzen bohren und schneiden sich durchs Fleisch und unsäglich, ohne Pause, ins Hirn. Meine innere Stimme strampelt dagegen, unentwegt wehrhaft, trotzdem machtlos. Die Schmerzen werden unerträglich, dabei waren sie vorher schon nicht zum Aushalten.

Anfangs habe ich die Büchse der Pandora gar nicht öffnen wollen. Beschwerden mit – um die 60- sind normal, bei meiner Historie sowieso. Ich habe länger gelebt als vorhergesagt, wieso also wundern, wenn´s später nicht weiter reicht als bis hierher. Ich mag Wartezimmer nicht und Doktorfragen und Therapieansätze und Untersuchungsmarathons lehne ich ab. Nennt mich stur oder überheblich – ich kenne mich gut, merke, wann ich in Gefahr bin. Dann ist es auch noch Zeit, wenn ich´s überhaupt mag.

Irgendwann habe ich Gefahr gespürt, war mehr ohnmächtig als ich schlief, konnte nichts essen und so manche Innereien stiegen aus der Dienstverpflichtung aus. Schmerzen machen sich in mir breiter als ich selbst bin und meine Schreie erschrecken mich und ich beginne mich zu verachten. Was habe ich alles schon ausgehalten in meinem Leben und jetzt habe ich nichts, was ich diesem unendlichen Schmerz entgegensetzen kann. Ich nenne mich Napfsülze und meine inner Stimme gibt es auf, sich dagegen zu wehren. Es gibt Momente, da bin ich dem Aufgeben nahe. Angst hatte ich nie. Nur so leben wollte ich keinesfalls länger. Also musste ich erstmal, ich will ja nicht voreilig handeln, den Fachmann fragen, was mit mir los sein könnte. Mit meinem Doktor habe ich höchstes Glück. Er spricht nicht deutsch, dafür aber recht gut englisch und natürlich perfekt ungarisch. Ich spreche perfekt deutsch, dafür nur ganz schlechtes Englisch und so gut wie kein Ungarisch. Na, ganz so ist es nicht, ich verstehe viel mehr als ich selbst sprechen kann, aber aber aber, wenn`s um das Leben geht, bin ich dann schon pingelig und will´s genau verstehen. Die Voraussetzungen sind also bestens, mein Selbstvertrauen ungebrochen: Sprechen wir einfach medizinisches Latein, immerhin habe ich das, wenigstens in den wesentlichen Zügen, gelernt.
Das wäre die perfekte Lösung, wenn nicht fast überall diese ungarischen Endungen angehängt werden würden. Also habe ich daheim alles aufgeschrieben, mit Hilfe von Wörterbüchern ins Englische übersetzt, weil es ins Ungarische schwieriger ist und habe dem Doc immer einen ganzen Brief hingelegt. Er hat gelacht und gesagt, wir sollten später zusammen ein Buch schreiben: „Briefe für meinen Doktor“.

Zwischen Vermutungen und Tests wachsen immer neue Diagnoseansätze. Keiner gefällt mir. Irgendwie weist aber fast jeder in Richtung OP-Tisch. Ich bekomme hoch dosierte Schmerzmittel. Die helfen nur für Stunden. Irgendwann kann der Doktor sie mir nicht mehr geben, sie beeinträchtigen meinen Hormonhaushalt. Dann soll ich Antidepressiva schlucken. Ich will keine Tabletten, die zwar den Schmerz nicht nehmen, aber mein Hirn hinter einen Schleier legen, nach dem Motte: „Das tut zwar dolle weh, aber ich find’s lustig.“
Ich nehme diese Medikamente also nicht, finde aber heraus, Wärme hilft. Ach, was sage ich, Hitze hilft. So heiss es nur möglich ist, mache ich mir Umschläge, verbrenne meine Haut und habe doch für Momente Linderung.

Es gibt Tage, an denen ich mich lauter schreien höre als ich je gesungen habe. Manchmal fehlt mein linkes Bein komplett, manchmal brennt es wie Feuer, manchmal ist es als wäre es an elektrische Leitungen angeschlossen und der Strom im Sekundentakt hochgedreht. Gleiches rund um den Brustkorb. Dann kann ich nicht ausatmen. Es ist wie Ersticken auf Raten. Ich schreie den Atem aus mir heraus und bin verzweifelt darüber, immer neu einatmen zu müssen. Arme, Rücken, Beine, Schultern, Füsse. Abwechselnd ist nichts davon meins und doch quält es mich. Vor allem meine immer umfassender werdende Immobilität macht mich malade. Schmerz wischt Gedanken matt. Ich mühe mich um Denkenden, an die ich neues Denken tackern kann. Alles ist anders, wenn der Körper nicht heile ist. Die Frage, wie ich den Weg zum Klo schaffe, beschäftigt mich mehr als eine Antwort auf die Frage des Seins. Wenn es soweit ist, denke ich nicht mal mehr das schöne Wort Toilette, sondern jammere: Ich muss schon wieder, so ein Mist aber auch.

Ich lerne, Jammern zuzulassen. Immer öfter schaffe ich es ohne Wehklage nicht. Verzweiflung mischt sich in mein Leben und es ist mir egal, wie es klingt, wenn ich mich in Lamentieren fallen lasse. Ich muss die Schmerzen leben, also lebe ich sie ganz. Dazu gehört neben Zähne zusammenbeissen und aushalten auch jammern. Das ist dünnes Eis, wird schnell zum Bedauern, wird schnell zur Entschuldigung für alles. Ich muss auf mich aufpassen, will mich nicht verlieren, halte mühsam aber eifrig die Struktur meines Lebens aufrecht. Morgen, Mittag, Abend, Nacht, der Unterschied zwischen Wochentag und Wochenende. Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Frühling, Sommer … ich spüre mein langsames Allewerden. Nicht das dramatisch feierliche Verlöschen, sondern schlichtweg das Verbrauchtsein, das bis zur Neige mitgemacht und nun aufgebraucht sein. An keinem Tag geht es mir ums Warum, aber ich denke immer mehr über das Wofür nach.

Schreiben. Ja fürs Schreiben. Die Muse für meinen grossen Roman habe ich nicht. Ich habe Aussetzer, manchmal kommen mir die Buchstaben durcheinander. Gelegentlich weiss ich nicht, wie sich ein einfaches Wort schreibt. Das macht mir Sorgen. Mache mir Notizen, falls ich mal morgens aufwache und nicht mehr weiss, wer ich bin, denke an Alzheimer und schiebe es letztendlich doch auf die innere Zerstückelung jedes Gedankens – durch den fast nicht mehr aufzuhaltenden Schmerz. Denken kann ich noch ganz klar. Ich mache Denkübungen, fülle IQ- Tests aus. Altes Mädel ist noch ganz fitt im Kopf.

Meine innere Stimme rüttelt trotzdem täglich an mir: „Disziplin charlotte! Lass Dich nicht hängen. DU musst Dich selbst versorgen können. Achte auf Dich. Gut, lass die Blumen im Haar weg, aber frisiere Dich. Trage von mir aus keine Schuhchen mehr, aber laufe jede Stunde ein paar Schritte. Iss etwas, auch wenn Du nicht weisst, ob Du es verträgst. Trinke, trinke, trinke. Fahre regelmässig zur Massage. Mach. Tu. Lass Dich nicht verwahrlosen, nicht innerlich, nicht äusserlich. Denke. Schreibe. Verliere Dich nicht.“

Manchmal schminke ich mir die blassen Lippen rot. Meine Nägel lasse ich nicht mehr machen, ich feile sie so kurz es möglich ist. Ich trage Mütze, Hut oder Tuch bis es unausweichlich nötig ist, die Haare zu färben. Meine innere Stimme lässt nicht locker und an machen Tagen schreie ich ihr entgegen – was sie mich mal kann – und schleppe mich dann doch einmal ums Haus. Todessehnsucht mischt sich in Kraftlosigkeit. Oder ist es nur die Kraftlosigkeit, die sich so müde anfühlt, dass ich mich danach sehne, nicht mehr aushalten zu müssen.

Wirklich gute Freunde, die mich schreien hörten und beobachten, wie der Schmerz Zeichen in mein Gesicht gräbt, sagen etwas von Kämpfen und Durchhalten und Hoffen und Glauben und wünschen mir …

Ich denke über das Kämpfen nach.
Kämpfe ich?
Ich mache nichts anderes als sonst, ich lebe, werde aber dabei durch diese unglaublichen Schmerzen gestört. Ich halte lediglich aus, was sollte ich sonst auch tun. Durchhalten hat in dem Fall keine Alternative. Ist schreien kämpfen, ist weinen kämpfen. Kämpfen ist, etwas gegen etwas unternehmen. Ich unternehme nichts gegen den Schmerz, weil ich gar keine Möglichkeit dazu habe.

Ich schreibe nicht gegen Schmerzen an, sondern ich schaffe es mit viel Mühe, und Disziplin bis zur Selbstverdammnis, wenigstens meine Kurzgeschichten fertig zu bekommen. Die Arbeit am Cover verlangt mir Geduld ab. Ich bearbeite fast jeden Schmetterling einzeln. Das erinnert mich an meine Arztbesuche, alles beginnt immer von Neuem, immer anders und doch gleich.

Schmerz rechnet sich in der Masseinheit Zeit und tropft in die Schale des Wahnsinns.
Monate rückwärts zählen: Nun sind es schon 3 Monate Aushalten. Dann Wochen vorwärts zählen: In 4 Wochen habe ich den nächsten Untersuchungstermin. Dann Monate rückwärts zählen: Nun ist es schon ein halbes Jahr. Dann Wochen vorwärts zählen: In 8 Wochen habe ich einen Untersuchungstermin. Dann Monate rückwärts zählen: Nun ist es schon ein ganzes Jahr. Und so weiter und so fort. Nicht wichtig, wie oft insgesamt. Zu oft jedenfalls. Trotzdem bin ich beschenkt, ich habe Wartezeiten weit unter dem Durchschnitt. Mein Doktor ist mein Held.

Nach solchen Verdachtsmomenten wie Nebennierentumor und anderen „Daswarsdanndochnicht“, die mein wirklich grossartiger Doktor immer als Glück umschreibt, wenn ich sie nicht habe, will ich den Namen von dem, was mich quält nicht mehr wissen. Ich will, dass es aufhört. Keine Untersuchungen mehr, es sind nun alle Baustellen gefunden, ich will keine absperren, ich lebe mit ihnen. Was meine Schmerzen angeht und die damit verbundene Immobilität – habe ich mir eine imaginäre Grenze gegeben, die ich beachten will. Ist das meine Gesamtaussicht aufs Restleben, werde ich den Rest nicht zu ende leben. Nur ich kenne die zeitliche Grenze. Sie ist grosszügig – in Bezug aufs Leben. Ich bin nicht leichtsinnig und bilde mir ein, noch allerhand geben zu können- ans Leben. Aber ich bin dann doch nicht so eingebildet, das auch unbedingt erzwingen zu wollen.

Endlich habe ich alles fertig, lade meine Geschichten als eBook hoch und freue mich wie ein Kind. Es finden sich genau vier Käufer. Ich bin zu unbekannt. Dann verschenke ich es als kostenloses eBook anlässlich meines Geburtstags und innerhalb von achtundvierzig Stunden laden es sich 4000 kostenlos herunter.
Kranksein macht nicht gerechter und so komme ich mir ein paar Tage zwar nicht unbekannt – aber immerhin wertlos vor.

Es ist länger gelebt als beschrieben und das Ticken der Lebensuhr ist lauter als das Geräusch der Anschläge auf der Tastatur. Wieder rapple ich mich hoch und denke darüber nach, wer meinen Wert wohl bestimmt. Meine innere Stimme jubelt mir Frechheiten ins Ohr und ich setze mich aufrecht in die ersten Sonnenstrahlen und stütze mich auf die gerade neu erworbene Krücke. Ich wollte immer schon wissen, wie es ist durch einen Fleischwolf gejagt zu werden.

Kurz davor, noch im Dezember der Verdacht, meine Wirbelsäule sei nicht mehr ganz so auf der Höhe meines Alters, sondern weit vorneweg in der Zeit, nämlich stückweise nur noch gut fürs Wegwerfen, wird Anfang des Jahres fachärztlich bestätigt und die Aussicht auf einen OP- Tischplatz ist mir gewiss, so ich denn ja dazu sage. Welche Frage. Im Stehen werden die mich kaum operieren. Ich verspreche still zu liegen und unterschreibe alles.

Genau hier geht´s später weiter …

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… gegen die Verharmlosung und Falschbeschuldigung

In ihrem Buch „Deutschland misshandelt seine Kinder“ schreiben Michael Tsokos & Saskia Guddat, dass in nur 28 % der Familien körperliche Strafen nicht oder nur selten vorkommen.
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Welch‘ Erkenntnis der Erwachsenenwelt. Und wie nun weiter?

Die Welt eines Kindes ist nicht klein, weil das Kind klein ist. Im Gegenteil, die Welt eines Kindes ist riesig. Spätestens, wenn ein Erwachsener erstmals wieder in seiner Kindheit Wohnung steht, wird er spüren, wie klein die Erwachsenenwelt erscheint.

Oft schon habe ich gefürchtet, daran zu verzweifeln, dass ausgerechnet die Erwachsenen, die eigentlich helfen wollen, inkonsequent sind, im Vergleich zu denen, die ihren Frust und ihre Hilflosigkeit an Kindern austoben. Ein Erwachsener, der ein Kind schlägt und tritt, schreit dabei nicht:  „Ich werde Dich jetzt misshandeln!“, sondern er schreit dem kleinen Bündel – Kind- sehr erwachsene Worte entgegen.

Der Buchtitel „Deutschland misshandelt seine Kinder“  ist gut gewählt, damit er ein Reisser ist, aber er wird keinem Kind helfen. Inzwischen haben sich die anfänglich nur medienwirksamen Versuche der Autoren meiner Meinung nach auch – wie Welle gegen Welle – aufgehoben.

Es wird drüber geredet- aber das wird es schon lange

Während die schlauen Erwachsenen sich mit Worten pudern, weinen sich angstgeschüttelte Kinder weiter in den Schlaf und bekommen ihre Wunden nicht versorgt. Kinder, die nicht vor dem Erwachsenwerden gestorben sind, haben gerade deshalb oftmals lebenslanges inneres Sterben vor sich.

Wer meint, dies sei übertrieben, beglückwünsche sich, davon keine Ahnung haben zu müssen. 

Dieser Buchtitel lässt jeden Versuch des Mutes zur Unmissverständlichkeit vermissen. Er wird den betroffenen Kindern nicht gerecht.

Deutschland als kindermisshandelnde Grösse gibt es gar nicht und es gibt Kinder als Deutschlands misshandelte Grösse auch nicht. Das sind Phrasen, die aufpeppen sollen, aber nicht verhindern oder gar retten. Damit wird nur die Mehrzahl der Eltern unter Generalverdacht gestellt. Eigenartigerweise werden nicht sogleich 72 % aller Kinder aufmerksamer betrachtet. Wie sollte das auch gehen. Und selbst wenn: Wer versteht denn wirklich, dass es nichts nützt, ein Kind zu fragen, woher es seine Wunden hat. Ein Kind hält immer zu seinen Eltern oder zu denen, vor denen es Angst hat. Sogar ein Erwachsener solidarisiert sich mit seinem Peiniger, dafür gibt es sogar eine wissenschaftliche Erklärung. Einem Kind kann gar nicht abverlangt werden, was nicht mal ein Erwachsener vermag.

Eines Kindes Angst ist stärker als Hoffnung und die Hoffnung aufs Überleben haben diese Kinder sowieso in sich, sonst stürben sie an der Enttäuschung an ihrem eigenen Leben.

Was in dem Buchtitel misshandeln genannt wird, ist sogar im internationalen Massstab Folter. Und mit dieser abgeschwächten Bezeichnung im Titel, wird der Inhalt und das daraus resultierende Gerede zum Plätschern missmutiger Missklänge misslungener Misstrauensverkündungen gegen Missstimmungen missratener Erziehungsversuche.

So liest es sich, wenn die Verharmlosung des Themas schon bei der Wortwahl beginnt.

Ich bin gegen jede Verharmlosung, und ich verabscheue die besonders, die schon bei der Wortwahl beginnt, weil sie gefährlich ist: weil Worte zu Gedanken werden und Gedanken zu Handlungen und Handlungen zur Gewohnheit. Da gibt es ganz grosse Philosophen, die das beschrieben haben und ‚ne Menge Trainer, die daraus sogar wochenlange teure sogenannte Workshops machen und trotzdem lassen es Erwachsene zu, dass genau gegen die Erkenntnis gehandelt wird.

Erwachsene lassen aus Gewalt Missbrauch werden und fühlen sich gleich nicht mehr so missverstanden.

Es ist kein Missverständnis, keine Missdeutung, es ist bei Erwachsenen Folter, denn es ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen. Wenn das ein Erwachsener mit einem anderen Erwachsenen macht, gilt es als Folter.

Wenn das ein Erwachsener mit einem Kind macht, wird es Misshandlung genannt. Also gleich bedeutend mit: falsches Handeln, schief gegangenes Handeln. Diese Vorsilbe „miss“ – macht die Handlung zu etwas wie einem Missgriff, der Missdeutungen unterstellt und Missbehagen auslöst und nahahahatühührlihich moralisch missbilligt wird. (werden muss).

Das ist genauso verharmlosend, wie wenn ich sagen würde, es missfällt mir, mich aber abwenden und empört den Raum verlassen will. Es ist – wie wenn zu Mord und Totschlag nur Missetaten gesagt oder der Zusammenstoss zweier Autos als Missgeschick bezeichnet würde. Ein Mörder ist dann nur noch ein missratener Mensch und ein Raubüberfall ein mit dem Missbehagen des Opfers verbundener Missgriff. So wird Lüge zur Missinformation und Betrug zu Missverständnis.

Auf diese erwachsen- verlogene Weise werden Kinder nur misshandelt, also falsch behandelt, während Erwachsene untereinander sich der gegenseitigen lauthals der Folter bezichtigen, wenn der eine dem anderen wiederholt Leid antut.

Gleiches gilt für Missbrauch. Was bei Kindern Missbrauch genannt wird, heisst bei Erwachsenen Vergewaltigung. Missbrauch klingt nur wie falsches Benutzen, wie bei Tisch in die Serviette schnäuzen, wenn kein Taschentuch vorhanden ist.

Im Wort Vergewaltigung ist aber – ganz erwachsen- Gewalt schon als Grundbegriff enthalten.

Wenn ein Mann einer Frau in den selbstbestimmten Ausschnitt guckt, ist das Sexismus, treiben Erwachsene mit Nacktfotos von Kindern Handel, ist das nicht strafbar und wer sich darüber aufregt, verstösst gegen die demokratisch garantierte Unschuldsvermutung.

Dem unrechten Unterschied zwischen Erwachsenenwelt und Kinderwelt begegnen wir auch beim Thema Falschbeschuldigung.

Beschuldigt ein Erwachsener einen anderen Erwachsenen falsch, macht das mindestens das Leben des falsch Beschuldigten in seinen Grundfesten kaputt. Dem wird – endlich- spätestens seit dem Fall des Jörg Kachelmann und vor allem auch dadurch, dass J. Kachelmann das Thema Falschbeschuldigung unaufhaltsam zur Sprache bringt, immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Und es wird auch immer problematischer für Falschbeschuldiger/innen. Erwachsene bekommen also immer öfter ihre Chance auf Gerechtigkeit. Oft viel zu spät, aber nicht mehr aussichtslos.

Wie ist es bei Kindern? Wo ist deren Schutz und wie sicher ist der wirklich?

Kinder und Chancen auf ihr Recht auf Sicherheit und körperliches und geistiges Unversehrtbleiben: Kinder werden skrupellos falsch beschuldigt. Das führt dazu, dass Kinder glauben, sie trügen die Schuld an ihrem Leid selbst. Genau das macht sie zu chancenlosen Opfern, denn sie nehmen in der Hoffnung, irgendwann doch noch geliebt zu werden, wenn sie nur gut genuge Kinder geworden sind, alles auf sich. Die Erwachsenen haben es dadurch einfach. Es reicht ein wenig erwachsenes Geschick, und schon ist ein Kind zum Lügner degradiert. Ein geschlagenes Kind wird mit ein paar erwachsenen Worten ein DauerdieTreppeRunterfaller. Ein Armbruch beim Fahrradfahren, ein Milzriss beim Fussballspielen, ein Loch im Kopf durch Schusseligkeit an der Schranktür geholt. Es reicht schon ein wenig erwachsene Raffinesse und ein Kind wird aus dem Schutz der Pflegefamilie wieder in das Elternhaus gegeben, auf das es dort erschlagen werden kann.

Und so scheint es mir fast als ein Zeichen, wenn in dem oben genannten Buch über die von Erwachsenen zu Tode gebrachten Kinder berichtet wird. Es ist eben nicht zu widerlegen, wenn ein Kind tot ist – ist es tot. Die Lebenden könnten ja übertreiben – die Hoffnung bleibt der Erwachsenenwelt, deshalb haben die Überlebenden auch keine wirkliche Chance, sie haben eher mal mehr und mal weniger Glück. Und sollten sie eines Tages doch stark genug geworden sein, wenigstens anzuklagen, auf das die Welt aufmerksam werde, auf der überlebenden Kinder Leid, dann ist es verjährt und klingt sowieso übertrieben. Was zu überleben war, kann so schlimm nicht gewesen sein. Kinder sind zusätzlich zur Gefahr der Folter auch noch in der Gefahr, falsch beschuldigt zu werden, sofern sie die Folter überleben. Es reicht schon aus, wenn Erwachsene glaubhaft versichern, das Kind sage nicht die Wahrheit. Das Kind gibt unter dem Druck zu, die Eltern missbeschuldigt zu haben und das Missverständnis der inneren Angelegenheiten der Erwachsenen wird damit ausgeräumt. Der Missklang wird zur Lebensmelodie des Kindes und es wird sich überlegen, ob es nochmal petzt… oder so.

Folter und Falschbeschuldigung  und Vergewaltigung oder Misshandlungen und Missverständnisse und Missbrauch 

Das sind nicht nur austauschbare Worte. Da liegt keine Beliebigkeit der Verwendung vor. Ist in all dieser miss – Vorsilbenwahlen der Worte vielleicht schon die Entschuldigung, die Verharmlosung, die Ablenkung der Erwachsenen enthalten, weil intuitiv erfassbar, dass die Mankos in der Erwachsenenwelt zu der Hilflosigkeit führt, die Kinder zum Punchingball der Familie machen?

Woher kommt die Schuld des einzelnen Erwachsenen? Wäre sie in der realen Bezeichnung -Folter- gar grösser als bei dem im Wortvergleich nur bissele Misshandeln?

Verbietet die Wurzeln der menschlichen Moral und Ethik gar, die erwachsenen Worte für Kinder zu verwenden, weil es unfassbar ist, dass Erwachsene mit Kindern machen, was sie, aus welchen Gründen auch immer, Erwachsenen niemals antun könnten?

Fürs Mittelalter kann es auf die allgemeine Verrohung der Menschen geschoben werden.
Die Nachkriegskinder haben mit ihren Tränen das erlittene Leid der Eltern gelöscht.
Nun leben wir aber in Deutschland schon seit fast 70 Jahren im Frieden.
Ist es nicht an der Zeit, die heutige Welt der Erwachsenen im Wertemassstab der Kinder zu messen.

Nie hat sich die Welt der Kinder rasanter verändert als im 20. Jahrhundert. Gut so. Endlich. Zeitgemäss. Fein. Und doch ist eines unverändert geblieben- seit die Welt als Welt wahrgenommen wird – und ich bin sicher, es wird sich in Ewigkeit erhalten:

Kinder haben eine angeborene Gabe: die reine, bedingungslose Liebe.

Erwachsene lassen sich scheiden, wenn ihre Liebe verlischt. Kinder haben die Hoffnung an die Liebe ihrer Eltern aber in sich – endenlos. Sie denken nicht an Trennung, im Gegenteil, sie halten, aus Hoffnung auf ihrer Eltern Liebe, alles aus. Können sie das irgendwann nicht mehr, sterben sie. Denn Kinder haben nur einen durch nichts ersetzbaren Wunsch, sie wollen von zufriedenen Eltern geliebt werden. Aber es ist nicht der Kinder Verantwortung und schon gar nicht liegt es in der Kinder Fähigkeiten, die Eltern zufrieden zu machen.

Die Gesellschaft baut darauf auch, und wahrscheinlich sogar mit dem Recht auf eigene Erhaltung, denn es ist nicht vorgesehen, dass ehemals überlebt habende Kinder im Erwachsenenalter ihren „ehemaligen“ Peinigern nicht das Alter oder das Kranksein mitfinanzieren müssen. Sicher, sie könnten dagegen klagen, wenn sie denn reden könnten, ihnen geglaubt würde, sie frühzeitig schon was gesagt hätten … Kindern gehört das hätte, wäre, wollte, wenn offenbar zeitlebens. Was, wenn nur 50% der ehemals Gepeinigten als Finanzierer ihrer Eltern ausfielen?

Bei einer angenommenen Prozentzahl von 72 – ist die Vermutung, dass Kinder zum Punchingball der Gesellschaft geworden sind- zumindest naheliegend. Das wird weder durch Elterngeld noch durch KiGa Plätze aufgehalten.

Es muss sich die erwachsene Welt der Erwachsenen so strukturieren, dass sie die Grundlage für das Elternsein in sich birgt: zufriedene Menschen.

Solange das nicht erkannt und entsprechend gehandelt wird, so lange werden Kinder gefoltert. Und es macht mich fassungslos, daran zu denken, wie viele Kinder stündlich gefoltert werden und gefoltert werden werden, seit und so lange es unzufriedene Menschen gibt und geben wird.

Auch wenn es tatsächlich „nur“ Misshandlung wäre, sollte es keinen Erwachsenen trösten.

(ACR)
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Es kommt kein Mops in die Küche!

Aber:

Zwei Sachen habe ich:

1. sehr bald Geburtstag
2. immer mehr Bücher als ich verkaufen kann

Geb‘ ich zweimal zu: l e i d e r

mein Plan:

zu 1. ) Gegen den Geburtstag kann ich nichts machen, der kommt jährlich vorbei und zeigt mir, wie die Zeit vergeht. Den nehm‘ ich hin. Die Alternative ist schliesslich auch nicht verlockend.

zu 2.) Zum eigenen Geburtstag was verschenken. Also pünktlich am 15. Februar und – nur an dem Tag – gibt es mein eBook – ganz ohne was dafür bezahlen zu müssen – zum Runterladen. Und wer die – auch kostenlose – Leseapp zum Lesen nutzt, sieht die Grafiken garantiert bunt.

Cover Printausgabe

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Zwei Sachen habe ich:

1. sehr bald Geburtstag
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Geb‘ ich zweimal zu: l e i d e r

mein Plan:

zu 1. ) Gegen den Geburtstag kann ich nichts machen, der kommt jährlich vorbei und zeigt mir, wie die Zeit vergeht. Den nehm‘ ich hin. Die Alternative ist schliesslich auch nicht verlockend.

zu 2.) Zum eigenen Geburtstag was verschenken. Also pünktlich am 15. Februar und – nur an dem Tag – gibt es mein eBook – ganz ohne was dafür bezahlen zu müssen – zum Runterladen. Und wer die – auch kostenlose – Leseapp zum Lesen nutzt, sieht die Grafiken garantiert bunt.

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Najaaaa, dass ich bald Geburtstag habe und mein eBook gibt´s am 15. kostenlos … bin heisser … will nur noch sagen: Das Büchlein gibt´s auch gedruckt (aber nicht gratis).

(ACR)

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Kreisläufe

Liebe

Liebe

Ich empfinde es als eigenartig: Uns ist bekannt, der menschliche Körper besteht bis zu 70 % aus Wasser, wir unterscheiden zwischen Flüssigkeiten, die in Kreisläufen zirkulieren und denen, die das nicht tun. Wir wissen, wann und woraus und wo und warum Verdauungssäfte, Exkrete, Sekrete und Flüssigkeitsausscheidungen gebildet und ausgeschieden werden. Wir können Blut- und Lymphkreislauf bis in Einzelheiten beschreiben. Wir kennen auch all die Flüssigkeiten, an die wir wahrscheinlich nur denken, wenn sie aktuell „zum Einsatz“ kommen oder „etwas mit uns ist“ und entsprechende Untersuchungen anstehen: Hirnwasser, Tränenflüssigkeit, Muttermilch, Kammerwasser des Auges und vieles, wirklich vieles mehr.
Daraus schlussfolgert die Medizin, und genau das wird uns schon frühzeitig vermittelt, trinkt der Mensch nicht ausreichend, wird er gesundheitliche Schäden davon davontragen. (Absichtlich davon – davon)
Das Ergebnis ist, der Mensch trinkt genug Wasser, Tee und Säfte und gibt die Botschaft weiter.

„Trinkt ausreichend, sonst werdet Ihr krank!“

***

Ich finde das richtig und gut, dieses sich gegenseitig darauf Hinweisen: Was tut Dir gut und was nicht.

Und doch: Manchmal denke ich, es gibt einen mindestens ebenso wichtigen Kreislauf, der nicht nur den einzelnen Menschen gesund hält oder im Mangel krank macht, sondern wesentlichen Einfluss hat auf alle Beziehungen zwischen Menschen hat. Frau – Mann – Frau, Kind – Mama – Kind – Papa, Vater – Mutter, Nachbar – Nachbar in Haus, Bus oder beim Warten an der Ampel, Mitschüler, Arbeitskollegen. Mensch zu Mensch eben, überall und grenzenlos und geschlechtsunabhängig.

Der Liebe grenzenloser Kreislauf.

Ich meine damit nicht (nur) diese heisse Welle an Begehrlichkeiten, die den Himmel einstürzen lässt und jeden Fortgang eingefriert, weil es nichts anderes gibt als diese Momente.

Es geht mir eher um die Liebe, die jeder Mensch empfinden möchte und kann, und die auch sofort entsteht, beim Betrachten eines Welpen, eines 3 Tage-Kätzchens oder des ersten Gänseblümchens im Jahr. Dieses gnadenreiche barmherzige Gefühl des Zugehörigsein, das Empfinden tiefer Demut vor dem Augenblick – ist ein herzberührender Moment der Liebe.

Ich möchte ihn auch empfinden dürfen, wenn ich Menschen begegne.

Früher konnte ich darüber lachen und empfand es als beinahe liebenswerten oder wenigstens zu ignorierenden Charakterzug, wollte jemand mich behummsen. Ich habe es unter Nothandlung abgebucht. Wer etwas wollte, was ich hatte, dem habe ich es gegeben, auch wenn er dazu nicht gerade ehrliche Wege beschritten hat.

Heute gebe ich es auch.
Aber ab dem Moment stelle ich den Kontakt ein. Wortlos auf immer.
Ich nehme mir die Freiheit, selbst zu bestimmen, mit wem ich rede.

Früher habe ich es schmerzvoll registriert, obwohl es mich verletzt, wenn mich jemand belügen will. Heute bin ich betroffen und stehe vor der Frage nach dem Warum. Wer mir beispielsweise schreibt, er habe gerade mein Buch heruntergeladen oder bestellt, hat offenbar keine Ahnung, dass die Statistiken von KDP und auch von Createspace aller zwei Stunden aktualisiert werden. Aber warum schreibt mir das jemand überhaupt, wenn er es eh nicht vorhat? Ich habe doch niemanden danach gefragt?

Anonyme Wichtigkeit wofür, weswegen? Ich weiss gar nicht, wie ich auf sowas reagieren soll – ausser mit keiner Reaktion.

Früher habe ich es zwar als unhöflich empfunden, aber immerhin noch lächelnd hingenommen, wenn jemand zwar stundenlang Zeit hatte, um mir seine Probleme zu erzählen oder in endlosen Mails zu beschreiben, aber für mich nur Zeit für einen Zweizeiler zwischendurch oder irgendein Smiley hatte.

Heutzutage schaue ich eine Weile darüber hinweg und trete dann ab.
Ich nehme mir die Freiheit, selbst zu bestimmen, von wem ich mich abwimmeln lasse.

Früher habe ich mich distanziert verhalten, aber gelegentlich doch nachgegeben, wenn sich jemand mit Wichtigkeiten in mein Leben drängte und dann versucht hat, auch noch „die Musik“ zu bestimmen, die gespielt wird. Die ehemals hehren Ziele entpuppten sich bei diesen Menschen dann sofort als Lippenbekenntnisse. Früher habe ich mir das eine Weile gefallen lassen und bin dann abgetreten. Wortlos.

Heute lasse ich niemand mehr in mein Leben drängen.
Ich nehme mir die Freiheit, selbst zu bestimmen, welche „Musik“ ich spiele.

Mir fällt das gelegentlich schwer und oft ist es sogar ausgeschlossen, nachsichtig zu sein. Ich bin „böse“ auf die, die es mir unmöglich machen, sie zu lieben.
Vielleicht bin ich empfindlich durch die Gewalten in meiner Kindheit und Jugend.
Mag sein, ich bin zu alt, um bereitwillig „meine Normen“ zu senken.
Vielleicht macht auch die Tatsache, dass Alter etwas mit Erfahrungen zu tun hat, mich eher starrsinnig denn flexibel.
Vielleicht bin ich auch liebessüchtig, muss aufhören mir vorzustellen, es sei möglich, sinnbildlich die ganze Welt zu umarmen.

Vielleicht sollte ich mehr Zeit damit verbringen, mich zu konditionieren, den Sinn des Lebens allgemein links liegen zu lassen und nur noch an mein Leben zu denken?

Na, Klasse, da schließt sich der Kreis. Der Sinn meines Lebens ist die Liebe zu den Menschen, deshalb stecke ich ja in dem „Dilemma“.

Ich glaube, der Mensch muss ausreichend lieben, sonst wird er krank.

Ich möchte so gerne alle Menschen lieben und muss zu oft, stattdessen, ein Glas Wasser trinken.
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… Allgemeines und Besonderes über Flügel und andere Gehhilfen …

Copyright by Koßma

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Das hat mir eine Leserin geschrieben. In Facebook, „einfach so“ steht da:

„Charlotte, du die du so viel erlebt, verlebt, gedemütigt, wieder aufgestanden bist – bitte sag mir woher du deine Kraft genommen hast. Ich glaube wenn ich jetzt anfangen würde zu schreiben was in mir passiert, dann würde der Mond die Sonne verschlucken………….. aufstehen und weitergehen, das war immer meine Devise, aber es geht nicht mehr, ich bin liegen geblieben und kann nicht mehr fliegen, wo sind sie geblieben meine Flügel, weisst es du? Ach Charlotte, du meine Stärke, weisst du wo ich meine Flügel wieder finde?“
 
                                                                                                   * * * * * 
Liebe unbekannte Freundin,
wenn Du mich so direkt fragst:
Ich bin sicher, Du hast sie – wie immer- bei Dir, Deine Flügel.
Ich glaube:
Das Bild, von den eigenen Flügeln getragen zu sein, auffliegen, wegfliegen zu können, liegt im Wunsch des Menschen, sich seine jeweils aktuelle Situation von aussen, von oben, aus der Entfernung betrachten zu können.
Gesehen zu werden, zu sehen.
Vielleicht hat das etwas mit Genuss zu tun, vielleicht aber auch mit einem gerüttelt Mass an Selbstliebe, überleben, weiterkommen wollen.
Nicht wichtig, was und warum. Es macht Leben bunt und reich – und ist somit gut.
Von Kindesbeinen an haben wir die Möglichkeit zum Lernen, wie wir mit unseren Gaben umgehen. Und unsere Flügel rechne ich zu den Gaben.
Vor lauter Glück die Flügel ausbreiten und in den Himmel fliegen können, wie oft hat der Mensch diesen Eindruck.
Andererseits erlebt wohl jeder auch die harte Landung, den Absturz.
Ich erinnere, mich gefühlt zu haben wie wenn mir im himmelhohen Flug bei vollem Bewusstsein beide Flügel mit einem stumpfen Messer amputiert werden, als ich entdeckte, ich bin auf einen unfassbaren Schwindel hereingefallen. Das sicherlich menschliche und doch schmerzverstärkende hämische Feixen der vermeintlichen Sieger bohrt sich zusätzlich ins bereits ausgeweidete Leib und reisst die Federn aus den amputierten Flügeln, auf dass sie sich weit verteilen und mühsam zusammengesucht werden müssen, will der Mensch nicht immerwährend flugunfähig bleiben. Und ebenso menschlich führt der nächste, nach dem Heilewerden -wieder- möglich gewordene, Flug über die vorher Feiernden und eine Siegesfeder tanzt gen aktuelles Jammertal der nunmehr Flügellahmen. Niemand überlebt ewiglich im Glücksfeuer und in einem von anderen kopiertem schon gar nicht.
Wer ist moralischer? Der, der zuerst oder erst später lacht?
Durch all diese Flugerfahrungen bin ich, auf meine Art, immer ein wenig weiser geworden und auf dieser Grundlage mit den gleichen Flügeln schon mindestens ein Dutzendmal in hellem Glück von hier rund um die Erde bis zum Mond und wieder zurück geflogen, und wahrscheinlich habe ich ebenso oft ihre Brüche ausheilen und die Federn wieder richten müssen.
Es gibt da so einen Spruch. Ich mag ihn nicht, aber ich mag Sprüche sowieso nicht. Mit seiner Hilfe wird behauptet, es sei egal, wie oft -man- hinfalle, es sei nur wichtig, -man- stehe einmal mehr auf. Und wie immer bei Sprüchen, wenn es konkret sein muss, wird „man“ ins Feld gejagt. Keiner kennt ihn, niemand hat ihn je gesehen, aber jeder weiss, der „man“ macht alles richtig.
In der inflationären Benutzung dieses Spruches ist er schon so abgeschabt, klingt wie Waffe oder Gutachten für Geisteszustand. Wer nicht sofort aufsteht, wenn er auf der Nase gelandet ist, gilt nix. Hinfallen, rucki-zucki aufspringen, Klamotten abputzen, Haare richten und mit einem lustigen Lied auf den Lippen im Hopserlauf weiter. Auf keinen Fall zeigen, wie tief und schwer die Wunde ist. Heutzutage bieten allerhand Leute, ohne irgendwelche fachlichen Hintergründe, sogar an, andere -gebührenpflichtig- zu belehren, wie sie schnell wieder auf die Beine kommen und ganz bestimmt nicht mehr in die Knie gehen oder gar hinfallen. „Für 300 Euro erfahren Sie in sechs Doppelstunden, wie Sie nach jedem Hinfallen wieder aufstehen können. In fünf weiteren Doppelstunden erfahren Sie für 700 Euro, wie Sie nie wieder hinfallen. Haben Sie nur 120 Euro und eine Stunde Zeit? Dann lassen Sie sich wenigstens zeigen, wie Sie ganz galant auf die Fresse fallen können.“
AdlerLiebe unbekannte Freundin, ich verrat Dir (m)einen Trick.
Ich habe mir immer weniger von anderen über mich sagen lassen. Ich habe mir erlaubt, mich selbst auszuprobieren und so lange auf dem Boden zu liegen, bis ich eben wieder Kraft habe, mich aufzurichten. Dauert das länger, dauert es eben länger.
Denn: Mit diesen inneren Flügeln zu fliegen ist leicht, das kann jeder, selbst im Vollrausch aller Sinne gibt es keine unmöglichen Lenkmanöver. Pipifax, Alltag, nicht mal eine Flügelnutzerlaubnis muss der Mensch dafür ablegen.
Im Grunde ist es auch so etwas wie langweilig, ständig zwischen anderen Höhenfliegern zu manövrieren und die besten Kunststücke an des Himmels Leinwand zu malen, damit des einen höchstglückliches Glück sich vom anderen doppelhohem Glücksglückglück unterscheidet.
Gelegentlich bin ich da oben, und zugegeben, es ist wunderbar.
Doch sag ich Dir, es ist ein hoher Gewinn des Lebens für mich, entdeckt zu haben, Flügel sind nicht nur zum Fliegen geeignet. Sie sind so wandelbar und damit so universell, der Mensch kann seine inneren Flügel gar nicht verlieren. Sobald er das verinnerlicht, kann ihm gar nicht geschehen, was er nicht selbst korrigieren kann.
Er muss (nur) seiner Flügel Handhabung entdecken und rundum ausprobieren. Die Frage ist: Gehört dazu Mut oder Gelegenheit? So gerne der Mensch auf die Gelegenheit verzichten möchte, braucht er sie, um sich selbst näher kennenzulernen und kennen zu lernen. Und in genau diesem Prozess wächst auch sein Mut.
Zugegeben, bisweilen habe ich es auch satt, das ewige Erfahrungen machen. Kaum ist das eine erreicht, qualmt beim anderen der Motor. Dann muss auch ich mich am Kragen packen und mir deutlich machen, das Leben ist mal viel und mal wenig bunt und wild. Das ist so.
Und wer immer es erfunden hat, man spricht da ja von einem weisen alten Herrn, der soll sich was dabei gedacht haben, (wird allgemein behauptet).
Wer bis zur Unterlippe in der Kacke sitzt, fragt sich zwar, was dabei der Grundgedanke des Hohen Alten gewesen sein könnte, möchte aber nicht, dass jemand dazukommt und auch noch Wellen macht. Deshalb wird über Glück wohl wesentlich lieber berichtet als über das, was einem gerade die unzufriedenen Tränen in die Augen treibt.
Wahrscheinlich habe ich deshalb meine Flügelerfahrungen bisher auch meist unöffentlich gemacht. Denn: Nicht immer bin ich geflogen. Das mit dem Aufstehen habe ich des Öfteren auch erst nach Monaten wieder geschafft. Manchmal aber habe ich wochenlang auf dem einem Flügel gelegen und mich an dem anderen des Weges ziehen müssen. Und war ich nicht mal dazu fähig, habe ich mich auf dem einen gebettet, mit dem anderen zugedeckt. Manchmal habe ich mich gewundert, wieso ich nicht losfliegen kann und später bemerkt, ich stehe auf einem Flügel und schlage mir den anderen dadurch wund.
Manchmal habe ich andere unter meine Flügel (Fittiche) genommen und nicht selten gemerkt, es sind allerhand dabei, die nur in fremde Nestern wühlen wollen.
Manchmal waren mir meine inneren Flügel Verband, manchmal die Schale, aus denen ich einen Schluck Wasser trinken konnte, manchmal Luftschaukel, manchmal Fächer für kühle Luft.
Ich werde im Februar 61 Jahre alt, meine Flügel haben für so ziemlich alles herhalten müssen. Ich wollte es längst schon mal sagen, hab`s nicht für so wichtig genommen, daraus extra einen Beitrag zu machen, doch heute passt es, und vielleicht hilft es Dir, Deine Flügel wieder zu sehen:
Ich bin krank, länger als ein Jahr schon- sehr. (Ich möchte meine Erkrankung nicht thematisieren und bitte keine Genesungswünsche oder Therapieratschläge oder Eigenerfahrungsbeschreibungen erhalten.) Ich habe keine Angst, meinem Inneren geht es gut. Ich bin mit mir eins.
Und doch: Immer öfter weiss ich nicht, wie ich über den Tag kommen soll, von Nächten kann ich gar nicht mehr reden. Schmerzen versuchen, mit allen Mitteln und rücksichtslos, die Oberhand zu erkämpfen und nicht immer gelingt es mir, sie wenigstens nachträglich in mein Lachen einzupacken.
Dadurch sind meine Flügel zerzaust. In ihrem derzeitigen Zustand wären sie nicht mal eine geeignete Füllung für Sommerbetten, die Farbe hat nachgelassen und so mancher Federkiel ist gebrochen. Von jedem Windhauch werden sie durcheinandergefleddert. Es sind aber meine, ich will sie nicht austauschen, sie sind erprobt, ich habe sie mein ganzes Leben lang schon. Ich stehe zu ihnen – wie sie zu mir.
krückeDerzeit habe ich eine formidable Falttechnik entwickelt, mit der ich meine Flügel in feste Stützen forme, die ich, unter die Arme geklemmt, als Gehhilfen nutze, an schlimmen Tagen, die mir Laufen sonst nicht ermöglichen würden. Sie knarren manchmal unter mir, versagen auch mal ihre Dienste. Sind eben Flügel, auch sie haben es mal gründlich satt. Mit ihnen humple ich nun bis in den März. Dann werde ich operiert und ich habe geplant, danach meine Flügel wieder zu entfalten und einer Grundsanierung zu unterziehen. Wer mich kennt, weiss, Lackschäden mache ich durch bunte Federn wett. (Fotos: Copyright by Koßma)

 

Federn (4) Federn (3) Federn (6)
Mir schwebt nicht unbedingt das Bild eines aufsteigenden Adlers vor, das hatte ich oft genug. Eher sehne ich mich nach dem Tanz eines bunten Schmetterlings. Nicht, weil der nicht so hoch fliegt, sondern weil ich auf diese Weise noch nie geflogen bin, und vielleicht- vielleicht, wahrscheinlich- wahrscheinlich neue Zauberhaftigkeiten entdecken werde, die ich sonst verpassen würde.
Also, liebe unbekannte Freundin, suche Deine Flügel nicht nur dort, wo sie üblicherweise für das Aufstehen oder für hohe, weite Flüge zu finden sind.
Schau nach, vielleicht schützen sie Dich gerade wie ein wärmender Mantel.
Da sind sie ganz bestimmt. Das weiss ich genau.
Ich umarme Dich
charlotte

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Gehhilfen

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… ein Lied vom Sonnenkuss

Sonnenkuss

Sonnenkuss

Im Abendsonnenkuss
eingetauchte Bilder
kratzen sich
in dieser
Nacht der Feder
auf Papier.

Wunder —> Bar der Worte

So viele gefunden.
Geschrieben.

Lebensfarben gemischt.

Morgensonnenglut.
Tagfreuden warten.
Die Feder ruht
und denkt sich voraus.

Bald bin ich zurück.

(ACR)

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Vom Sterben der Schmetterlinge

Irgendwo, sonntags zur Frühstückszeit, suchen drei Ehepaare unabhängig voneinander die Antwort auf die Frage: 
„Wo sind die Schmetterlinge geblieben und wenn es die nicht mehr gibt, wo ist dann die ganz normale Liebe?“ 

Ganz ernst gemeint und nicht ganz so ernst genommen, werden die Momentaufnahmen jeweils aus Sicht der Protagonisten erzählt. 
Trotzdem sind es keine Frauengeschichten und Männergeschichten auch nicht. 

Menschengeschichten sind es allemal. 

 

Cover Printausgabe

Cover Printausgabe

Cover Printausgabe

Cover Printausgabe

Auszug:

„Sybille sitzt, wie gemalt, lächelnd am Tisch. Ihr Blick ist umwerfend. Ansgar will sich aber nicht umwerfen lassen. Er ist ein wenig mürrisch und rundum lustlos.
Gäbe es einen Knopf, der ihn auf Automatik stellt, bewegte er sich nicht freiwillig. Er murmelt etwas von guten Geistern und schleppt sich ins Bad. Mit voller Blase ist nicht gut Kaffeetrinken. Hände waschen, Zähne putzen.
‚Himmel, diese Arbeit immer am frühen Morgen’, bedauert er sich, nimmt, ohne hinzuschauen, seinen Bademantel vom Haken und zieht ihn über. Daneben hängt seit Monaten ein neuer, der nicht schlecht aussieht und auch mollig ist. Er mag ihn aber nicht. Warum? Keine Ahnung. Es reicht, ihn nicht zu mögen.“

(ACR)

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… für kurze Zeit kostenlos downloaden – mit Lese App auch ohne Kindle

Entdeckungsreise der MomenteEin erlebnisreiches Leben blüht im Garten der Erfahrungen üppig und bunt.
Genau von dorther, ein kleiner Strauss Gedichte und andere „Schriftlichkeiten“.

Hauptsächlich die Bezüge der Menschen zueinander:
Liebe, Trauer, Freude, Sehnsucht, Freundschaft, Versagen, Missverstandenwerden als Momentaufnahmen der Gefühle werden ungeschminkt und weise, farbenreich und hell, laut und bissig, liebenswürdig charmant und pfiffig beschrieben.

99 Gedichte und 58 Fotos

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Gedankenleiter (5) … ich weiss es akzeptiert …

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Zwischen Geburt und Tod steht das Leben und zwischen Leben und Tod das Sterben

Reden wir drüber. Es klingt so einfach. Reden wir drüber.

Kastanie (1)

Insgesamt gesehen ist es eine Frage der Reihenfolge: Geburt- Leben- Sterben- Tod.

Wer übers Leben miteinander spricht, kann auch übers Sterben reden.

Gilt: Mit mir kannst Du über alles reden oder gilt: Mit mir kannst Du über alles reden, aber bitte nicht über Dein Sterben, nicht über Gefahr, in die Du geraten kannst, nicht über Sachen, die mich traurig machen?

Zeitsprung:

Es ist wie wenn es heute wäre und doch schon einige Jahre her, da mein Sohn, mein einziges Kind, mit mir hat reden wollen über Risikolebensversicherungstarife, Organspende, Amputationen, Depressionen, Überlastungssyndrome,

Foto: Koßma

Foto: Koßma

lebenserhaltende Massnahmen und allerhand andere Dinge im Zusammenhang seines möglichen Auslandseinsatzes in der Bundeswehr. Anfang 20 ist er gewesen. Im 21. Jahrhundert, inmitten Europas hat unser Gespräch stattgefunden. Innerlich zerrissen bin ich sehr froh (gewesen), meinen Sohn in so guter Begleitung zu wissen, wie ich sie bin.

Gleichzeitig in mir das Echo meines Gedankens: Mein Sohn, Oh, mein Sohn, Oh, mein Sohn.
Ich habe ihm zugehört, seine Fragen beantwortet, bin ab und an aufgestanden und, wie so etwas aus physiologischen Gründen durchaus erklärbar ist, ins Badezimmer gegangen. Ins kleine Badezimmer. Es ist durch drei Türen von dem Raum abgeschirmt gewesen, in dem wir beide gesessen haben. Nicht der viele Kaffee hat mich getrieben. Mein Magen hat sich umgestülpt und mein Atem ist wie eingefroren gewesen. Ich habe mir beim zweiten oder dritten Male meinen ferrariroten Lippenstift abgewischt, weil er gegen die Blässe in meinem Gesicht anleuchtete und mir dann den Anschein des Krankseins gibt. Ich habe in Klopapierrollen gebissen, damit ich unhörbar schreie und Frotteehandtücher erwürgt, um aus dem Gelähmtsein zu kommen.

Das mit dem Klopapier und den Handtüchern hat lange Tradition. Wenn der Bursche mir als Kind an den Nerven genagt hat, bin ich oft im Bad verschwunden, mir den Mund stopfen, um nicht ewiglich rumzumeckern und habe zum Auspowern Handtücher erwürgt. Danach bin ich abgeklärt zurückgekommen und habe frei sagen können:

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Mein Sohn, lass uns das gemeinsam machen. So haben wir nur gute Erfahrungen, im sich aufeinander verlassen können. Er weiss, er kann mir alles sagen, ich weiss, er sagt mir alles. Mit den Jahren haben sich die Themen geändert. Und natürlich sind im Laufe der Zeit auch andere „Geheimnisträger“ dazugekommen. Ich bin glücklich drüber, denn ich werde nicht ewig leben.

Zeitsprung:

Im Zusammenhang mit meiner Auswanderung hat der Gedanke, ich werde im Ausland sterben, mich nicht erschrocken. Wenn ich im Ausland leben will, ist das mit dem Sterben keine Überraschung. Besprochen werden muss jedoch, wie wird das sein und was will ich auf keinen Fall.

Das Wesentliche habe ich schriftlich verfasst, kurz, bündig. Ich will nicht Trauer schüren durch Worte, die im Klang der lebenden Stimme gesagt, viel inniger bleiben als aufgeschrieben. Jeder, den ich liebe, weiss das auch.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Alles andere habe ich besprochen. Unumstösslich ist meine Antwort auf die Besuchsfrage. Besucht mich in meinem Leben, aber sitzt mir nicht um mein Sterbebett herum. Sammeltransporte oder Einzelreisen zu charlotte, weil alle sie nochmal sehen wollen, fallen aus. Meine innere Sonne und mein Lachen haben mich meine Kindheit und allerhand anderes überstehen und mich mein Leben lang mein Leben lieben lassen. Wenn es Euch nach meinem Gestorbensein fehlt, lacht statt meiner. Ich will keine Schläuche und keine Zwangsernährung und schon gar nicht will ich Sterbebegleitung. Ich kann das Wort schon nicht verstehen. Kurz vor der Beendigung des Sterbens wäre weiter begleiten ja Unsinnig. Reicht doch, wenn der zu ende stirbt, der damit angefangen hat. 

Ruhe will ich.
Kein Weckerticken, keine Wasserlaufplätschermusik, kein Wasserhahntropfen, kein Fachgespräch bei Visiten, keine Spekulationen über mein Wielangenoch. kein Piepsen von Überwachungsgeräten, kein Vorlesen, kein Weisst du noch.
Ich will alleine mit mir sein dürfen.
Das weiss ich.
Ich weiss, ich will alleine sein.

Ich will das akzeptiert wissen- ich weiss es akzeptiert.

Zeitsprung:

Ich bin noch jung gewesen, eine weitere Operation ist notwendig geworden und mit dem Gedanken im Hinterkopf, ich kann, wenn ich will, das Ganze auch abbrechen, habe ich mich wieder aufschneiden lassen. Vor Narkosen hatte ich nie Angst. Ich habe sowieso nie Angst im Sinne von Angst. Ich hatte schon als Kind gespürt, wie die lähmende Wirkung der Angst die Energie aus meinem Körper zieht. Will ich leben, darf ich keine Angst haben vor dem Preis, den das Leben kostet. Ich gebe zu, damals habe ich das dramatischer empfunden als heute.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Ich erwache aus der Narkose. Der Schmerz hat sich hinter dem Schlafbedürfnis hervorgewälzt und überfällt mich mit überraschender Härte. So war es noch nie. Und ich habe Operationserfahrungen am und auf dem Op-Tisch. Ich höre die Zimmertür, an meinem Bett stehen mindestens zwei Ärzte und zwei Schwestern. Unachtsam ruckeln sie an meinem Bett. Sie reden, decken mich auf und reden und ich höre sie und meinen Atem und sie sprechen mich nicht an, sondern sie reden über mich. Hallo? Bin ich nicht da? Und hört auf, an mein Bett zu stossen. Ich will mich bewegen, meine Schmerzen bekunden. Bin ich so langsam oder sind die blind und taub? „Hängt Glukose an und schiebt sie raus. Guckt regelmässig nach ihr“ höre ich jemanden sagen, alle seufzen. Jemand weint. Kann mir mal jemand erklären, was hier los ist?

Damals hat es zu wenig Betten gegeben. Die Sterbenden sind auf fahrbaren Tragen in Nebenräume gefahren worden. Ich habe kein Zeitgefühl, will wissen, wen die meinen, will Schmerzmittel haben, will klingeln, will mich beschweren, will … Ich weiss, was Rausfahren bedeutet. Hallo! Ihr irrt Euch! Hört mir doch mal zu, ich kann …

Nichts kann ich. Ich werde aus dem Bett auf eine Trage gelegt, aus dem Zimmer hinaus auf den Gang und dann irgendwohin gefahren. Hier sei ich wenigstens alleine, flüstert mir die noch immer weinende Person zu. Ich sehe sie nicht. Über mir hängt eine Deckenlampe. Die ist dreckig, das ist doch keine normale Zimmerlampe. Das sieht aus wie eine Klolampe. Hallo? Ich muss nicht! Ich habe von der Operation noch die Katheter in mir. Die Tür schliesst sich. Gut. Jetzt höchste Konzentration. Ich muss nachdenken was mit mir los ist. Ein Tropfen bohrt sich in mein Hirn. Dieser Ton gibt einen eindeutigen Hinweis auf meinen Aufenthaltsort. Das ist der Waschraum für die Bettgeschirre. Ich bin abgestellt im Schieberraum. Hier war ich gestern noch, um einen Schieber für meine Bettnachbarin zu holen. Offensichtlich liege ich in unmittelbarer Nähe des alten Blechwaschbeckens, und der mindestens ebenso alte Messinghahn tropft.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Elf Tage und Nächte habe ich dort gestanden, Infusionen literweise, ab und zu kommt jemand „über mich drüber schau`n“, an mir die Abflussbehälter wechseln, Verbandswechsel, waschen, Kissen frisch beziehen. Merkt denn hier niemand, wie starke meine Schmerze sind. Lebt sie noch. Ja. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es ihr wirklich schlecht geht. Die Werte sind nicht so schlecht. Wird sie wieder? Kaum. Aber da steckt man ja auch nicht drin. Kommen die Eltern? Sie hat keine Adresse angegeben. Hat sie niemand? Also, eigentlich weiss das keiner so richtig. Ach, Mensch, das ist ja traurig. Wie alt ist die denn? 20 glaub` ich. Na, so möchte ich aber auch nicht enden. Ja, denkt Ihr denn, ich will enden? Und wenn Euch das SO nicht gefällt, holt mich doch hier raus.

Und ich liege da und höre alles, bin empört. Ich bin doch kein Gegenstand. Hier werden die Schieber sorgsamer behandelt als ich. Ich kann mich nicht bewegen, kann nicht sprechen. Diese blödsinnige Wasserhahntropferei macht mich fast wahnsinnig. Die wird nur unterbrochen, wenn die Schwestern oder die Lehrschwestern die Schieber ausleeren und schrubben und desinfizieren und sich gegenseitig ihre Freuden und Kümmernisse erzählen. Niemand achtet auf den Lärm. Scheppern die Schieber quatschen sie lauter. Ich höre regelmässig eine Lehrschwester würgen, wenn sie Spucknäpfe scheuern muss. Mein Würgreflex wird dadurch auch gereizt und ich könnte der eine schwalben. Zuerst versuche ich, wenigstens die Kontrolle über einen Finger zu bekommen. Ich muss Zeichen geben können. Dann übe ich das Wort Wasserhahn auszusprechen. Jedes Mal, wenn jemand den Raum betritt, schreie ich Wasserhahn. Innerlich. Mich hört niemand. Ich versuche die Augen aufzureissen. Auch das gelingt mir nur in meiner Vorstellung, jedenfalls reagiert niemand darauf. Ich denke nach, was mit mir los sein kann. Nicht aus der Narkose erwacht, trifft ja nicht zu. Ich bin wach. Ich beginne, meine Schmerzen wegzudenken. Der tropfende Wasserhahn stört meine Konzentration. Mein Hirn langweilt sich, wird aber von Wassertropfen durchbohrt. Ich beginne, den Rhythmus des Tropfens in meine Gedanken zu integrieren.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Zuerst funktioniert das nur in einem festen Rahmen. Ich rezitiere Gedichte im Wasserhahntropftank:

Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben seine Wort’ und Werke merkt’ ich und den Brauch und mit Geistesstärke tu’ ich Wunder auch …

Goethe und Schiller und Heine und Weinert eigenen sich gut dafür. Irgendwann ist mein Repertoire ausgeschöpft und ich stürze mich innerlich auf Küchen- und andere Lieder.

Bei Phyllis habe ich sogar das Gefühl hüpfen zu können. Ihren Schäfer zu erwarten tralerali tiralerala schlich sich Phyllis in den Garten tralerali tiralerala in dem dunklen Myrtenhain schlief das lose Mädchen ein tralerali tiralerala tralerali tiralerala

Später dekliniere oder konjugiere ich jedes Wort zwischendurch, bestimme die Fälle und füge alle Steigerungsformen ein.

Hat der alte, alt, älter, am ältesten, Hexenmeister, der Hexenmeister, die Hexenmeister, des Hexenmeisters, der Hexenmeister, dem Hexenmeister, den Hexenmeistern, den Hexenmeister, die Hexenmeister …

Irgendwann ist auch das langweilig und ich steige auf Mathematik um. Das kleine Einmaleins rückwärts und vorwärts als Kombination. 100:10=10×10=100; 90:10=9×10=90 im Tropfentakt.

Dann das grosse Einmaleins, dann Wurzeln ziehen, dann Quadratische Multiplikation … dann Kreuzworträtsel vorstellen, dann lange Wörter buchstabieren. Mein Hirn muss beweglich bleiben, sonst sterbe ich. Sterben kommt nicht in Frage, nicht wegen eines offensichtlichen medizinischen Irrtums. Das lasse ich mir nicht gefallen. Grade nicht.

Der Rhythmus des Wassertropfens ist immer wieder anders, sobald jemand den Wasserhahn auf und wieder zugedreht hat. Unzählige Male. Rund um die Uhr. Hier haben mich alle aufgegeben. Ich bin durstig, mein Hals schmerzt. Der kleine Watteträger, der angefeuchtet über meine Lippen gezogen wird, hilft mir auch nichts. Ausserdem krabbelt das in meinen Wundwinkeln, wenn die Schwester zu vorsichtig dabei ist. Ich will das alles nicht. Ich will nicht nur an diesen Infusionsschläuchen hängen. Niemand kümmert sich drum, ob ich Hunger habe. Ich kann schlucken, mein Magen ist ok. Tür auf, Tür zu, Klappern, Stimmen und ich schaue nur an die Decke dieses unsäglichen Raumes. Dieses ganze Leben ist doch irgendwie ungerecht mit mir. Kaum bin ich erwachsen, geht es so richtig beschissen weiter.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Später habe ich Phasen zwischen Depression und Wutanfall. Ich könnte heulend Amok laufen. Nicht mal beim Krepieren hätte der Mensch hier seine Ruhe! Ständig Lärm, Gestank und dieses elendige Tropfen. Ich zähle die Visiten. Am fünften Tag bin ich schlichtweg stinksauer. Ich beginne, mich auf eine Brandrede vorzubereiten. Sobald ich wieder auf den Beinen sein werde, können die sich hier alle was anhören. Das steht fest! Das ganze Gesundheitswesen muss überdacht werden. Zuerst verlange ich die Reparatur des Wasserhahnes und danach erzähle ich denen was über Gerüche. Denken die denn, jemand, der keine Lebenszeichen geben kann, riecht auch nichts? Mal abgesehen von den Schiebern, dem Desinfektionsmitteln und den Spucknäpfen, fühlt sich jeder, der hier alleine arbeitet unbeobachtet und kracht seine Ausdünstungen durch den gefliesten Raum. Und dann wird mein, mir explizit zugewiesener, Aufenthaltsraum auch noch nachts von einigen als Raucherzimmer genutzt. Denkt denn niemand nach?

Die Rede ist fertig, der neunte Tag beginnt, ich habe Mathematik, Musik, Gedichte, Grammatik und alles andere satt. Schlafen würde ich ganz gerne, einfach einschlafen, von mir aus auch nicht mehr aufwachen. Nur die Ruhe dazu gibt es nicht. Dafür erfahre ich Familiengeschichten, weiss nun, welche Schwester mit welchem Arzt wollen würde, hatte oder haben werden plant. Meine Güte haben die alle Probleme. Klar, dass die mich vollkommen ignorieren.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Schlafen und wachen verwischen, ich kann es manchmal nicht mehr unterscheiden, spüre tiefgehende Schwäche krame in meinen fachlichen Erinnerungen, wie lange der Mensch nur von Infusionen leben kann. Die lassen mich aus Unachtsamkeit verhungern und verdursten, vermute ich und stelle mir eine Weile vor, wie schön schlank ich werden könnte, hielte ich das aus.

Ich spüre Druckstellen an meinen Schulterblättern, am Hintern und vor allem an den Fersen. Aus Gründen, die gegen jede Pflegeerfahrung sprechen, wird mir seit Tagen Zellstoff untergelegt. Bettwäsche nur für die mit Aussicht auf Leben. Zellstoff ist Anfang der 70er in der DDR kaum weicher als Baumrinde und krümelt unter mir. Ich habe mich insgesamt dem Geruch des Raumes angepasst, werde zum Ding, auf dem Rummelplatz der Ignoranz.

Irgendwann weine ich und versuche sofort, wieder damit aufzuhören. Die Tränen nicht wegwischen zu können, macht mein Daliegen noch unbequemer. Nun krabbelt mir die Nase und brennen die Wangen.

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für meinen Zustand und genau so wenig ist zu erklären, warum ich am elften Tag plötzlich munter geworden bin und die Schwester, die gerade in dem Raum hereingekommenen ist, gefragt habe, ob an der Tür denn keine Klinge sei. Ich hebe dabei beide Hände und lasse sie mit Wucht auf die Trage fallen.. Die Arme hat mich wie einen Geist angeschaut und – sie leben ja doch- warten sie hier, ich hole jemand- gerufen, und ist abgeschwirrt.

Ich lebe doch? Na hallo, wollten die mich hier mumifizieren? Warten sie hier? Na, was denkt die denn, wohin ich in dem Aufzug gehen kann? Ich bin so sauer, der Arzt, der den Raum mit wehendem Kittel betritt, nimmt meine Ankündigung, ich werde mir das nicht länger gefallen lassen, als Ausdruck meiner geistigen Umnachtung und schickt die Schwester nach einer Beruhigungsspritze. Ich sage in aller mir möglichen Ruhe: Ich habe elf Tage hier zugebracht, habe alles gehört und bin an dem Wasserhahn fast verzweifelt. Er antwortet: Das bilden sie sich ein. So was gibt es nicht. Ich überlege, ob ich ihn mir zum Freund mache, wenn ich ihm erzähle, dass ich seit ein paar Tagen weiss, wen er poppt, muss aber nicht weiterdenken, denn die nach der Spritze geschickte Schwester hat im Dienstzimmer erzählt, ich sei wach geworden und nun kommen alle nachschauen.

Ich werde nicht ins Krankenzimmer, sondern erst in den Duschraum gefahren. Schande über Euch, möchte ich rufen. Alle Schläuche werden aus mir gezogen. Ich bekomme ein richtiges Bett und Schonkost. Durch die fühle ich mich regelrecht misshandelt. Ich will Schnitzel, Krautrouladen und Gulasch. Drei Wochen brauche ich zum Laufen lernen und ich verlange den Chefarzt zu sprechen und halte meine Rede. Medizinisch ist das für ihn ausgesprochen interessant. Ansonsten ist, was ich erlebt habe, in der sozialistischen Medizin der DDR gar nicht möglich. Er gibt mir das deutlich zu verstehen.

Ich lasse mich auf eigene Verantwortung entlassen, werde wieder fit (bis zu meiner nächsten OP) und eine viel aufmerksamere Krankenschwester als zuvor. Das beginnt schon damit, dass ich mich niemals an einem Bett anlehne.

Erst hier in Ungarn in der Ruhe der Puszta habe ich meine Geräuschempfindlichkeit weitgehend verloren. Wasserhahntropfen, Uhrenticken und andere monotone Geräusche meide ich immer noch.

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Und wenn ich krank bin, will ich alleine sein.
Darauf bestehe ich.
Auch beim Sterben.

Dann ist es leicht zu sagen: Sie ist nun tot. Das ist wie geboren sein, nur auf einer anderen Seite.
Mehr will ich nicht, dass gesagt wird.

Und ich werde wissen, Ihr lebt Euer Leben.
(ACR)

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Gedankenleiter (4) … ein Zeitsprung …

Zwischen Geburt und Tod steht das Leben und zwischen Leben und Tod das Sterben

Zeitsprung:

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Zu der Zeit, da ich ungefähr 19 Jahre alt war, ist bei mir eine Erkrankung diagnostiziert worden, gegen die noch gar kein so gutes Kraut gewachsen war. Ganz anders als heute jedenfalls ist der Umgang mit solchen Erkrankungen gewesen: Der Patient durfte (sollte) nichts davon erfahren.

Ich habe einen medizinischen Beruf, somit zwar Schlüsse ziehen können, wollte aber, was ich zu erkennen glaubte, nicht wahrhaben. Zuerst nicht. Dieser irrführende Spruch, die Hoffnung sterbe zuletzt, hatte ich in meinen jungen Jahren noch nicht ausreichend auf Lebenstauglichkeit geprüft.

Foto: Koßma

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Also habe ich unwissend erstmal nur gehofft und diese Hoffnung mit Wodka getränkt. Krankenhausbetten sind rar gewesen, wenn schon nicht warten im Glück, dann wenigstens so tun als sei das Leben ein hoffnungsvoller Jahrmarkt. Meine Freundin hat täglich meine Wohnung nach versteckten Flaschen abgesucht und mich schliesslich liebevoll erpresst.
„Entweder Du ziehst bei mir ein- vorübergehend- oder ich rufe Deine Mutter an und sage ihr was los ist. Wie dann Dein Leben aussieht, weisst Du ja wohl!“ Ich bin zu meiner Freundin gezogen bis ein Bett im Krankenhaus für mich frei geworden ist. Ich glaube, drei Monate hat das gedauert.

Im Krankenhaus ist mein Wissensdurst gross geworden, ich habe unbedingt wissen wollen, was ich habe oder mir fehlt oder in mir zu viel ist. Meine Fragen sind unlogisch beantwortet worden, so suche ich eines Nachts meine Befunde in der damals noch ganz anders beschaffenen Krankenakte und erfahre, was ich wissen will.

Ich möchte es jetzt nicht dramatisieren, es ist schon 40 Jahre her, und mir ist wahrhaft schlimmeres begegnet – in meinem Leben – als ganz still auf einer Bettkante zu sitzen und schockiert zu sein. Die Frage, ob das nun alles gewesen sein soll, was mein Leben mit mir vorhat, hatte sich in mein Hirn gedrängt und bei Sonnenaufgang zu dem Beschluss geführt, die  für den übernächsten Tag geplante Operation werde ich nicht erleben. Ich will nicht sagen, es hätte sich von dem Moment an besser angefühlt, erinnere mich aber, irgendwie beruhigt gewesen zu sein. Es wird nichts geschehen, was ich nicht will.

Foto: Koßma

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Visite. Die „weisse Wolke“ ist an meinem Bett versammelt. Mir wird erzählt, wie harmlos der ganze Kram ist, der mit mir veranstaltet werden wird. Ich schweige, damit ich besser zuhören kann, immer auf der Suche nach einem Indiz dafür, mich geirrt zu haben. Alle lächeln mich an und vergessen, es gehört zur Ausbildung, das Lächeln am Krankenbett. Ich weiss Bescheid. Bis Morgen dann. Die Zimmertür schliesst sich. Vor dem Patienten wird nichts erzählt, aber hinter der Tür. Der Arzt diktiert, die karteiführende Schwester notiert. Geplaudert wird auch noch ein wenig. Das ist üblich. Ich nutze die Gelegenheit. Atemlos lehne ich am Türblatt und höre Satzfetzen über den möglichen Rest meines Lebens.

Still ziehe ich mein Resümee, will mit niemandem reden, habe keine Fragen mehr. Die werden im Verschweigen durch die Ärzte sowieso nicht ernst genommen. Damit wird mir versucht, meine Würde zu beschneiden. Das lasse ich nicht zu. Was nun zu bedenken und zu entscheiden ist, will ich nicht teilen, nicht diskutieren. Ich vertraue mir und traue mir zu, mich gut um mich zu kümmern. Mit mindestens 50% meines bis dahin gelebten Lebens hätte ich es verdient, ein gutes Erwachsenenleben zu haben. Die restlichen 50% hätte ich auch gerne ausprobiert und empfinde es als Unrecht, keinen Gutschein bekommen zu haben. So viele beschissene Kinderjahre und dann kaum ein paar Monate erwachsen sein dürfen. Gerade aufs Erwachsensein hatte ich so gebaut. Nun ist mein Leben zu Ende, bevor ich das erste Mal richtigen Sex hatte. Soviel also zur Behauptung, Hoffnung sterbe zuletzt. Bitte gerne nach mir. Ich bin zornig. Einfach so. Es ist wie Dampf ablassen.

Der nächste Morgen. Ich gehe ins Dienstzimmer der Schwestern – während die „weisse Wolke“ in den Zimmern am anderen Ende des Ganges ist. Ich kenne die Mittel und ihren Aufbewahrungsort und lächle nur, als die Visite später in mein Zimmer kommt. Ich habe Welpenschutz, ich armes Menschenkind. Alle schleichen sich hinaus. Ich bin eingeschnappt. Wer nicht „drüber“ reden will und das mit solchen Gesichtern tut, sagt mehr als er jemals hätte sachlich aussprechen können. Feiglinge, mit denen ich meine Gedanken nicht teilen will.

Foto: Koßma

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Der Abend. Damals hat es nicht an jedem Zimmer die eigene Nasszelle gegeben. Gemeinschaftstoiletten, wie heute an Autobahnraststellen, sind üblich gewesen. Nicht so hübsch. Nicht so modern. Ähnlich der Nachkriegsschulklos vielleicht. Da habe ich auf dem Toilettendeckel gesessen, in einer Hand ein Glas Wasser, in der anderen der Inhalt mehrere Röhrchen Schlaftabletten. Ich würde noch in mein Zimmer zurücklaufen und mich ins Bett legen können, fein zugedeckt einschlafen und am Morgen würde ich in Ruhe gelassen werden. ‚Lasst sie. Gut, wenn sie schlummert, dann regt sie sich nicht auf.‘ Es würde mir also niemand zu früh zu nahe kommen, nicht merken, das Schlummern ist längst überwunden.

In dem Toilettenraum ist es kühl und unruhig. Alle Patientinnen müssen vor dem Einschlafen nochmal. Spülungsrauschen. Andere Geräusche, Gerüche. Also schön ist das nicht. Ich rege mich auf. Nicht mal hier habe ich meine Ruhe. Mein ganzes kurzes Leben lang bin ich rumgeschubst worden und nun, da ich es freiwillig beenden will, muss ich mich auf so einem erbärmlichen Platz verkriechen. Nicht mal über Blumenwiesen laufen kann ich jetzt. Selbstmitleid tut gut. Die Tabletten in meiner Hand beginnen zu kleben. Ich habe einen Zettel im Nachttischschubfach, der die diensthabenden Schwestern entlasten wird. Kein Abschiedsgesang, nur das nüchterne Geständnis, die Tabletten geklaut zu haben.

Noch einmal konzentrieren, noch einmal überprüfen, ob das jetzt wirklich richtig für mich ist. Und zum ersten Mal denke ich nicht darüber nach, wie ich wohl leiden werden muss, wie elend wohl der Ausgang wird, wie grausam diese Krankheit ist, sondern ich stelle mir vor, ich nehme jetzt die ganzen Tabletten, sitze am nächsten Tag auf Wolke 7, schaue runter auf die Erde, schaue zu, wie ich gefunden werde und höre alle sagen: „Na meine Güte, die war doch nun wirklich nicht in Gefahr, das hätte sie doch geschafft. Jetzt hat sie ihr Leben so sinnlos beendet. Die hat sich nicht selbst getötet, die hat sich selbst ermordet. Was die noch alles hätte erleben können.“ Ich stelle mir vor, ich werde mich, so lange ich tot bin, darüber ärgern, nicht mehr zu leben, wenn ich jetzt diese Tabletten vorzeitig schlucken und beschliesse, damit bis nach der Operation zu warten. Damit sie, während ich im Operationssaal und später noch in Narkose bin, nicht gefunden werden, werfe ich sie ins Klo. Alle.

Darüber habe ich mich den Rest der Nacht geärgert, ich konnte nämlich nicht einschlafen und hätte wenigstes eine halbe Tablette gebraucht. Von einem Extrem ins nächste eben.

Morgens der Weg in den OP. Lange Gänge. Fahrstuhl. Ich bin sicher, nicht aus der Narkose aufzuwachen, sollte das Leben danach sich nicht lohnen.
Die Geräusche im Operationssaal erinnern mich an meine Ausbildung. Ich würde doch lieber zuschauen, statt hier zu liegen. Das kann ich nicht mehr sagen. Ich höre meinen Namen verwehen, will antworten, stattdessen schwebe ich ihm nach.

 

Foto: Koßma

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Mein Name holt mich ein. Oder ich meinen Namen? Glockenhelle Stimmen fordern mich auf, die Augen zu öffnen. Mitten im Nichts schwebt ein zartes rosiges Gesichtlein. Ein wenig verschwommen im rundum schwebenden wolkenweissen Weiss. Ich bin ganz ruhig. Es ist so schön. Ich bin also gestorben und es gibt tatsächlich einen Himmel, in dem es weitergeht. Alles ist gut. Nur die Engel haben keine Locken. Jedenfalls trägt der, der meinen Namen ruft, etwas hohes Weisses auf dem Kopf. Flügel sehe ich auch keine. Aber sonst ist es zauberhaft.

„SO! Nun wollen wir aber mal nach der Wunde sehen!“ Die diensthabende Schwester verliert ihr Engelgleiches abrupt. „Mal sehen, ob es Nachblutungen gibt.“

Was ist denn nur los?‘

Ich fühle mich aus dem Himmelreich geworfen. Diese Erkenntnis legt den Schmerzschalter um. Mein Bauch brennt innen und aussen. Der Bezug zum Leben stellt sich ein. Ich liege in (m)einem weissen Krankenhausbett, unter weissen Decken, weisse Vorhänge an den Fenstern, weisse Wände, die Schwester trägt ihre 7 faltige weisse Schwesternhaube zu ihrem weissen Kittel. Sie hat nie erfahren, wie zart ihre 150 Kilo Gewicht mir beim Aufwachen aus der Narkose vorgekommen sind.

Die Operation war so lala. Ich habe ja nur still da gelegen, die Ärzte die Arbeit gemacht. Damals ist der Mensch noch richtig aufgeschnitten worden, damit auch gut hineingeschaut werden kann. Wundschmerz von einem Beckenrand zum anderen und, ganz im Gegensatz zu heute, hat der Operierte ewig liegen müssen.

Foto: Koßma

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Zeit zum Nachdenken. Nein, so ist es nicht, sondern es denkt sich in mir. Ich bin sehr jung – aber lebenserfahren. Erfahren mit meinem Leben. In dieser Zeit werde ich, noch intensiver als bisher, mein Vertrauter. Ich erfahre erneut, auf mich kann ich mich verlassen und ich will das auch, das mich- auf -mich -verlassen. Was immer ich in meinem Leben entscheide, ich werde es vorher mit mir besprechen und nicht vorschnell oder absichtlich gegen mich handeln. Das ist ganz sicher. Mein Vertrauen zu mir tut mir gut, ist mir Schutz wogegen auch immer. Der  Unterschied zwischen selbstbestimmt sterben wollen und Selbstmord begehen, beginnt sich damals in mir zu formatieren.

Zeitsprung:

Zu wissen, ich kann entscheiden und es wird nicht über mich entschieden, hat sich in meinem Leben stetig gefestigt und ist eine wichtige Säule meiner inneren Sicherheit. Das Wissen, ich kann, wenn ich will, hat mich weniger ins Wollen denn ins Beruhigtsein geführt.

Was wichtig ist, zu wissen: Bin ich krank, egal auf welche Weise, will ich alleine sein. Das heisst nicht, ich will verlassen werden oder verlasse jemand. Ich will nur einfach alleine mit mir sein können. Ich will dann nicht reden müssen , nicht zuhören müssen. Das ist nichts anderes als sinnvolle Einteilung meines Energievorrates. Bin ich krank, muss der auf mich aufpassen, der mir am nächsten steht. Ich.

Besuch am Krankenbett ist, und das ist überhaupt kein Vorwurf, trauriger Besuch, sorgenvoller Besuch, stillschweigend fragenstellender Besuch, erzählender Besuch, unterhaltenwerdenwollender Besuch, angstvoller Besuch, viel erzählender Besuch, schüchtern abwartender Besuch, Einzelbesuch, Gruppenbesuch.

Ich empfinde das Ende der Besuchszeit als Zurückgelassenwerden auf einem Besucherschlachtfeld. Alle gehen entweder zufrieden: Na sie sah aber heute wirklich wieder gut aus. Oder sie sind alle unsicher: Also irgendwie sieht sie von mal zu mal schwacher aus. Oder sie sind alle so hoffnungsvoll: Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Ich habe es unzählige Male erlebt als Zuschauer, durch meinen Beruf oder als Patient im Nachbarbett und immer wieder festgestellt, ich bin anders und möchte es auch sein. Ich brauche die Sicherheit, meine Lieben plagen sich nicht mit meinem Anblick, dem dazu gehörenden Zustand herum und ich bin nicht gezwungen, mir die Haare zu machen und die Lipen anzumalen, damit sie denken, es geht mir besser als ich mich wahrhaft fühle. Ich will nicht lügen- es geht mir wirklich gut- und nicht belogen werden- Du siehst gut aus.

Foto: Koßma

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Für den Kranken das Allerbeste, aber nur, wenn alle anderen auch was davon haben?

Ich mag es anders. Ruf mich mal an, ist eine wundervolle Möglichkeit. Schreib mir einen kleinen Brief, ist altmodisch aber sehr liebevoll. Ich kann verstehen, Du willst mich sehen, es gibt wunderbare gesunde Fotos von mir. Überlass mich jetzt mir, bis ich mich wieder zur Verfügung gebe. Ich weiss, wie Du zu mir stehst, danke Dir dafür, dass ich es so sicher weiss. Das trägt mich, stärkt mich.

Foto: Koßma

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Es macht mich leicht und frei. Dazu bedarf es aber Klarheit. Es muss also darüber gesprochen worden sein, ausführlich und ungeschminkt, was gut ist, wenn es notwendig ist, gut zu tun, anders als sonst.

Hier weiter …

(ACR)

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… vorausgeschaut …

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Das sieht gar aus, als zöge jemand die Bahnen für den Nikolaus.

 

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Gedankenleiter (3)

 

Foto: Koßma

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ich wünsch mir Mohnblumen

… was die Glückswoche so alles an Gedanken beschert hat. Bescherung – Schere – Beschenkung. 

Zwischen Geburt und Tod steht das Leben und zwischen Leben und Tod das Sterben

Weiterdenken:

Über die Würde des Sterbens …

Vor der Würde des Sterbens steht die Würde des Lebens steht die Würde des Menschen überhaupt.

Wie umfassend und subjektiv darüber bereits gedacht und geschrieben worden ist, lässt sich bei den grossen Philosophen nachlesen. Auch bei den kleinen Philosophen. Auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Auch in Zeitungen. Auch in Krankenberichten. Auch in Ablehnungen von Therapien oder Heil-/Hilfsmitteln. Auch in Pflegeheimen. Auch bei Opferbetreuungen. Auch in den Geldbörsen der Rentner. Auch in Abfalltonnen voller Essbarkeiten. Auch unter Brücken. Auch in Frauenhäusern. Auch in Männerwohnheimen. Auch in Kinderzimmern. Auch auch.

Foto: Koßma

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Mit der Anzahl meiner Lebensjahre hat sich meine Würde immer enger mit meiner Selbstbestimmtheit verknüpft. Und das hat mit nichts anderem zu tun als mit meiner Unabhängigkeit. Die wiederum ist eng mit meinen Lebenserfahrungen verbunden und meiner Maxime, mit ihnen umzugehen.

Beispiel gefällig?

 

Foto: Koßma selbstbestimmt

Foto: Koßma
selbstbestimmt

Umso unwichtiger es mir geworden ist, was andere über mich denken, desto umfangreicher hat sich meine Selbstbestimmtheit entwickelt.

Dieser Prozess ist unaufhaltsam.

Zeitpunkt und Ort meiner Geburt konnte ich nicht bestimmen. Abgesehen davon, was ich mir selbst ausgesucht hätte, bin ich froh, 1953 nicht in (beispielsweise) Afrika, der Sowjetunion oder China geboren worden zu sein. Japan wäre auch nicht ideal gewesen. Vietnam auch nicht. Nichts war ideal. Was ist ideal? Wer mich gezeugt und zur Welt gebracht hat und schliesslich meine Eltern sind, habe ich auch nicht bestimmen können.

Ab wann ein Kind wahrhaft selbst bestimmt, ist wahrscheinlich eine Frage, die erst lange nach der Kindheit beantwortet werden kann. Und sicherlich empfinden Eltern, Kind und Beobachter das unterschiedlich. Kinderzeit der Nachkriegskinder. Wie vielen ist es ähnlich ergangen wie mir? Wie vielen geht es heute noch so? Kinder selbstbestimmt? Kinder an die Macht? Was für ein erwachsen-dümmliches Gerede. Ich mag solche Schlagzeilen nicht.

 

Das Menschenleben als solches ist so strukturiert, dass es gerade in der Zeit der Unerfahrenheit die umfassendsten und weitreichendsten Entscheidungen braucht, um überhaupt gelebt werden zu können. In der Zeit, da die Schulbildung noch nicht mal abgeschlossen ist, muss der Mensch sich für einen Beruf entscheiden, von dem er leben können muss. So betrachtet trägt ein 12-14 jähriger Mensch bereits Verantwortung für seine Nachkommen, bestimmt die Adresse, an der sich sein Leben und das seiner Kinder ankern. Und in jeder Generation wird ungefähr im gleichen Zeitraum das Kartenspiel des Lebens neu gemischt. Ist die allererste Berufswahl wirklich immer selbstbestimmt oder hat sie sich früher den Vorstellungen der Familie angepasst und ist heute massgeblich möglichkeitsbestimmt?

Foto: Koßma

Foto: Koßma

Ein Stück weiter auf den Zahlenstrahl der Lebensgeschichte: Wie viele Familie waren, sind und werden (und bleiben) Liebesverbände und wie viele sind, waren, werden und bleiben soziale Verwaltungseinheiten? Und wie vielen Kindern wird das als Grundmuster ins Leben gestrickt, die damit als 12-16 Jährige Entscheidungen für ihren Beruf treffen müssen. Also nicht nur mitten in der Schulbildung, sondern auch inmitten -für Selbstbestimmung-(über)lebensungeeigneter sozialer Konstrukten . Wer sich da irrt oder zu etwas getrieben wird, was sich später als nicht auslebensfähig erweist, ist oftmals gezeichnet fürs Leben.

In der sogenannten Blüte des Lebens- sagen wir Ende 30- steht der Mensch genau da, wo noch alles möglich, jedoch vieles schon besetzt ist. Wer früh plant, kann früh irren, wer früh handelt auch. Wer nicht plant- auch. Wer nicht handelt – sowieso. Wie also? Wer mit 14 oder 17 oder 19 eine Entscheidung getroffen hast, die sich später als nicht gut erweist, knabbert sein ganzes Leben lang daran herum?

Hauptschule oder Studium. Zeugnisse oder Schulabbrecher. Ein Kind. Zwei oder drei. Haus oder Wohnung. Beruf oder Arbeit. Gelderwerb oder ARGE. Genau zu dem Zeitpunkt, da der Mensch, mit ersten Erfahrungen ausgerüstet, endlich selbst bestimmen kann, hat er an jedem Fuss, an jeder Hand, auf dem Rücken und vor allem im Kopf, allerhand Bremsen angezogen, Päckchen zu tragen, Verpflichtungen zu erfüllen, Sorgen zu verpacken, Ängste entwickelt, Hoffnung begraben, Wünsche über Bord geworfen.

Foto: Koßma

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Und in der zweiten Blüte des Lebens.

Und in der Dritten.

Der Mensch

an sich wird

heutzutage mächtig alt.

Das muss ihn nicht am Selbstbestimmen hindern, jedoch ist seine Selbstbestimmtheit immer mehr mit dem Zurückstellen der Selbstbestimmtheit anderer Menschen verbunden.

Beispiel gefällig? Die Frau an sich gehört nicht automatisch an Herd und Kinderbett, weil sie selbstbestimmt Mutter geworden ist. Stimmt! Sowas soll sogar zukünftig per Quote politisch geregelt werden. Allerdings ist das mit der Selbstbestimmung eines Kindes so eine Sache und entweder Kindsvater, Grosseltern oder Staat müssen einspringen, während Mama sich selbst bestimmt. Natürlich kann auch der Vater selbstbestimmt an den Herd oder beide an die Mikrowelle oder alle ins Restaurant. Gleichberechtigte Selbstbestimmung. So wird der Kreis ins Quadrat gestampft. Würdevoll. Versteht sich. Klappt das nicht – haben Scheidungsrichter viel zu tun. Sozialgerichte auch. Und die Zeitungen haben unter entsprechenden Umständen über schreckliche Familiendramen zu berichten.

Und auch dann scheint mir die Selbstbestimmtheit unterschiedlich bewertet zu sein. Ist ein Kind misshandelt oder gar schon tot aufgefunden worden, scheinen die Urteile für Betrug mit Finanzen härter als gegen diejenigen, die das Leben derer zerstört haben, die nicht selbst bestimmen konnten.

Die Zeiten ändern sich nicht, der Mensch ändert den Inhalt der Zeit.

Der nunmehr 78 Jahre alte Grossvater mit dem fortgeschrittenen Alzheimer und das Leben seiner Familie gibt es vielleicht bald als Film. Er wird sich im Fernsehen sowieso nicht erkennen. Dann ist es ihm auch egal wie er aussieht.

Seit 6 Jahren, 3 Monaten und 4 Tagen liegt eine Mutter von zwei Kindern im Spezialbett im Wohnzimmer eines kleinen Einfamilienhauses. Würdevoll- sagen alle. Traurig ist sowas – sagen alle. Das wird nicht mehr- sagen alle. Die Besucher bestimmen selbst, wann sie für Besuche Zeit haben. Der Ehemann- was bestimmt er selbst und warum so und nicht anders. Die Kinder fragen nicht mehr, wann Mama wach wird. 

11 Jahre, 8 Monate, 7 Tage. Eine Tochter pflegt ihre Eltern. Erst ihren Vater, Schlaganfall. Dann beide. Die Mutter hat Krebs. Die Tochter hat keine Familie. Keine Kinder. Sie hat ihre Eltern. Wie würdig sie ihr Leben trägt. Besser ist, es Schicksal zu nennen. Das klingt so gut erklärt, so selbstbestimmt: Sie hat ihr Schicksal angenommen.

Die Zeiten ändern sich nicht, der Mensch ändert den Inhalt der Zeit.

Vor 35 Jahren sind Wohnungen in Plattenbauweise begehrt gewesen. Zeichen der Freiheit. Endlich nicht mehr im eigenen Kinderzimmer leben müssen, mit der eigenen Familie. Heute sind Plattensiedlungen kaum noch „gute Adressen“.

Wünschen heisst nicht bestimmen. Nicht beim ersten Atemzug und nicht am Lebensende. Und so absonderlich das klingen mag, gerade die, die massgeblich über andere bestimmen (können), haben im eigenen Leben oftmals ganz ganz ganz wenig Mitspracherecht. Theoretisch haben und praktisch nutzen, ist nämlich selten wahrhaft miteinander zu vereinbaren.

So beim Sterben.

Bei der Betrachtung des Menschenleben an sich, habe ich mich schon in ganz jungen Jahren darüber gewundert, in welcher Fraglosigkeit Menschen sich gegenseitig töten, der Mensch aber, der sich selbst sein Leben nimmt, ist (seit) viele(n) Jahrhunderte(n) lang geächtet (gewesen). Auf dem Feld der Ehre zerfetzt zu werden ist würdiger als mit einem guten Gift in einem geschützten Winkel des eigenen Lebens zu sterben. Die Todesstrafe wurde und wird auch heute noch als Ausdruck menschlicher Gerechtigkeit verteidigt. Die Selbsttötung führte aber auch immer noch zum nachträglichen Rauswurf aus der menschlichen Gemeinschaft. Und es ist noch lange nicht zu Ende mit solcherlei Einstellungen, sondern sie werden anders.

Nicht die Zeit ändert sich, sondern der Mensch ändert den Inhalt der Zeit.

Die Gesellschaft „als angenommene Masseinheit“ nimmt diese Selbsttötungen hin, verwaltet sie sogar statistisch und die Schlussfolgerung, wieso mehr Männer sich selbst töten und um wie viel mehr ältere und auch junge Menschen sich selbst töten, ist kaum hörbar. Oder ist sie gar lästig, die Schlussfolgerung?

2010 töteten sich ca. 7.500 Männer selbst und ca. 2.500 Frauen. Die Anzahl der Selbsttötungen sinke regelmässig, lese ich in der Zeitung und halte für wenig tröstlich, dass es vor mehr als 100 Jahren mehr Suizide gegeben hat.

1893 soll die Suizid-Statistik so ausgesehen haben: männlich 33,6tausend; weiblich 8,3tausend; gesamt 20,9tausend.

Trotz fehlendem Vergleich mit Einwohnerzahlen und Altersstruktur ist  die Aufteilung deutlich. Mehr Männer als Frauen töten sich selbst.

Einige Selbsttötungsbegründungen sind weggefallen, viele hinzugekommen.

Auch heute noch. Im 21. Jahrhundert. Nach mehr als 65 Jahren Friedenszeit in Deutschland.

@koßma

@koßma

Wer sich irgendwo tötet, damit er nicht weiterleben muss, fällt zwar in die Statistik aber aus dem Augenmerk der Politik, der Gesellschaft, der nicht konkret betroffenen Menschen …

Einzelschicksale als Kollateralschäden der Zeit.

Du kannst den Menschen nicht zum Leben zwingen. Wer sich umbringen will, tut es auch.

Gibt es einen Würdeunterschied oder ist würde nur irgendwann ausversehen gross geschrieben worden. Ist Würde nur die Ableitung von: Würden es alle gleich empfinden, wäre es die Regel. 

Wer nicht an Schläuchen hängen will.

Nicht schmerzenzerfressene Tage und Nächte;
Wochen und Monate, Jahre um Jahre
sterbend … was.

Nicht nichts mehr wollen wollen als eben sterben können, selbstbestimmt.

Über den wird bestimmt,
er dürfe zwar bestimmen,
aber entscheiden darf er nicht.

Das Leben wird zum Wicht?

Oder der Lebende.

Hier weiter … 

(ACR)

 

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… s`ist meins …

 

Was siehst Du  das ich fühle.

Was siehst Du das ich fühle.

Sitz einst ich am Ufer
des endlosen Stromes
und Du schaust von ferne
nebeldichte Schleier,
glaub mir meine Sonne
und lass mich allein
gehen durch die Wellen
ins Licht.

(ACR)

 

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Gedankenleiter (2)

 

ich wünsche mir Mohnblumen

ich wünsche mir Mohnblumen

Zwischen Geburt und Tod steht das Leben und zwischen Leben und Tod das Sterben

Weiterdenken:

Stell Dir vor, Du willst über Dein Sterben sprechen und niemand will es hören.
Das ist tiefste Einsamkeit.

Eigenartig.
Will der Mensch über sein Sterben reden, findet er selten gespannte Zuhörer und kaum einer wird erleben, wie Familie und Freunde die Stühle zusammenrücken, Kaffee trinken, zuhören, sich austauschen, vielleicht sogar Notizen machen.

Es wird eher mit dem Wunsch reagiert, dieses Thema auszusparen. Verdirb uns nicht die Laune! Ich muss weinen, wenn Du so redest.

Ist es Unbedachtheit, Egoismus? Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterbenwerden ist eine Belastung für andere. Und das Gestorbensein?

Mimi hat Geburtstag und alle fahren hin. Eine gute Gelegenheit. Die ganze Familie ist anwesend. Können wir mal ein halbes Stündchen über Sterbevorkehrungen sprechen?

Was? Bist Du denn verrückt? Willst Du Mimis Geburtstag torpedieren.

Mimi wird vielleicht sogar weinen. Die Übrigen werden sich empören. Zumindest pikiert wird jeder sein.

Verschieben wir es also. Das Sterben allemal. Das Reden auch.

Aber  über Tante Amandas Sterben muss endlich mal geredet werden. Es wissen noch gar nicht alle wie schlimm das war. Sie ist ja nun schon 6 Monate tot.

Ja, ja, die Zeit vergeht.

Sie hat es wirklich schwer gehabt, mit dem Sterben. Letztes Jahr hat sie Mimis Geburtstag noch mitgefeiert.

Arme, arme Amanda. Sie musste zuletzt gewindelt werden. Monatelang.

Diese Schmerzen, ganz furchtbar. Der Husten so schlimm. Tag und Nacht keine Ruhe.

Zuletzt hat sie nur noch Babybrei bekommen und auch der kam raus. Literweise Infusionen.

Mit einem Pferd wird so was nicht gemacht. Das wird erschossen. Ein Mensch muss es erleiden. Welches Unrecht. So unwürdig dahinzusiechen.

Die Geburtstagstorte ist aber lecker. Die hätte der guten Amanda aber auch geschmeckt, früher, bevor sie mit dem Sterben angefangen hat.

Naja, ein bissel zu süss vielleicht. Die Torte.

Der Kaffee ist gut.

Na, aber sie ist in aller Würde eingeschlafen, die Kinder und Cousinen waren alle dabei. Auch der neuste Ururenkel. Na, die hat es sicher nicht mehr mitbekommen. Aber der war gerade noch rechtzeitig gekommen, 5 Tage alt. Naja Leben und Sterben gehören eben zusammen.

Wir müssen noch über die Grabpflege reden.

Amandas Mann liegt ja nun auch. Er verkraftet den Tod seiner Frau nicht. Naja, er ist 90. 65 Jahre Ehe. Das ist ja auch schwer, dann alleine zu sein.

Das kann dauern sagt der Arzt. Das Herz ist stark.

Vielleicht auch Demenz, sagt der Arzt. Ne, wenn es einmal reinreisst, dann ist es aber auch …

Bald gibt es Abendessen, oder müsst Ihr eher fahren?

Vom Gestorbensein zur Dekoration der Überlebenden?

Tante Amanda ist tot und wenn wir ihr einen Herzschlag schenken, jetzt, hier, dann wird sie einen Herzschlag lang hier sein, zu Mimis Geburtstag –

ist nicht dekorativ genug.

Stell Dir vor, Du bist gestorben und alle wissen wie es Dir dabei gegangen ist.

Die ganzen 90 Jahre vorher auch? Alle?

… obwohl vorher niemand mit Dir darüber geredet hat… 

Nur der Lebende kann über sein eigenes Sterben sprechen. Vor ausgewählten Zuhörern hat das einen ganz bestimmten Zweck- den eigenen Willen kundtun- über das eigene Sterben. Es scheint leichter, über  das Gestorbensein anderer zu sprechen als zuzuhören, wie Lebende ihr zukünftiges Sterben zu realisieren gedenken.

Sein Sterben zu Ende gestorben zu haben, bedeutet nicht mehr am eigenen Leben sein.

Dann kann der Gestorbene nicht mehr sagen wie es sein Recht gewesen wäre.

Die Überlebenden bestimmen, wie würdig das Sterben der nunmehr Toten gewesen ist.

Veto!

Anwesenheit ist keinesfalls Beteiligung.

Wer noch nie gestorben ist, weiss nichts.

Wer vor dem Sterben des Nunmehrgestorbenen nicht wissen will, was der sich unter seinem Sterben vorstellt, weiss gar nichts.

Vor dem Tod steht das Sterben an. Und es ist kein „komm, lasst uns gemeinsam sterben“. Es ist das Sterben jedes Einzelnen. Es soll ihm gehören, ausser er bestimmt, es solle verfügbar sein- für alle. In welchen Grenzen? Bis in die Windeln oder nur bis zum Rad der Schnabeltasse?

Sterben ist nicht vermeidbar. Es ist der Weg in den Tod.

Zugegeben,  es ähnelt nicht gerade einer Polterabendplanung, aber es soll darüber geredet werden dürfen, bevor nur noch über das Bereitsgestorbensein geredet werden kann; bei Mimis Geburtstag oder anderen (passenden) Gelegenheiten.

Hier weiter … 
(ACR)
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Gedankenleiter

Gedankenleiter

Gedankenleiter

Ausgangspunkt:

Zwischen Geburt und Tod steht das Leben und zwischen Leben und Tod das Sterben. 

Dieser Weg ist in seinen einzelnen Etappen nicht einkürzbar.

Glücksexperten gibt es allenthalben. Solange die sich untereinander und miteinander beschäftigen, ist es deren Sache. Wer sich dafür interessiert ist beglückt. Glücklichwerdrezepte von Moderatorenkarten abgelesen. Helles Lachen. Tosender Beifall dem Komödiant auf der Bühne. Ich bin nicht sicher, ob ich in allen Einzelheiten wissen will, an welcher Stelle mein Hirn sich färbt, wenn ich lache, singe, liebe und wende mich solcherlei Gerede nicht zu. Lachen hat einen so umfassenden Zauber, ich will ihn mir nicht wegquatschen lassen. Ich glaube an Glück als Erinnerung. Glücksmomente sind keine Glücksmenüs.

Ich bin über 60. Ich darf erlaubnis- und zustimmungslos glauben was ich will. 

Liegt es am Novemberblues oder warum stürzt(e) sich das Fernsehen (in der vergangenen Woche) vehement auf das Glück?
Soll das Fernsehvolk glücklich gequatscht werden, so kurz vor Weihnachten.
Ist das eine Wahlnachsorgeundgrossekoalitionsvorsorgebehandlung. Da ich wenig fernsehe, habe ich die Themenwoche über das Glück beinahe verpasst.

Aufmerksam bin ich beim Surfen geworden.
Es ist ums glückliche Sterben gegangen. Ob es das gibt oder nicht.
Einige ganz intime Augenblicke sind beschrieben worden. Momente des Sterbens. Auch Sterben als jahrelange Pein des Sterbenden. Die Diskutanten haben nicht (nur) über sich und ihre Vorstellungen über ihr eigenes Sterben gesprochen. Nicht die Tatsache des Todes, sondern über das Sterben bereits Gestorbener. Bis in die Einzelheiten aufgeblätterte Sterbeszenen. Eindrucksvoll hingeredet.

Unglaublich leidende und verständnisvolle Anwesende am Sterben anderer Teilnehmenden, sprechen über nicht mehr teilnehmende, inzwischen gestorbene ehemalige Beteiligte des Sterbens. Der einzige Unterschied, die einen haben über ihre Angehörigen gesprochen und andere über fremder Menschen Sterben.

Ich habe nicht das Gefühl, es geht um die Gestorbenen, sondern der Lebenden aufreibendes Los des zuschauenden Mitleidens soll dem Volke in allerlei tränen-gebärenden Farben beschrieben werden.

Ich bin befremdet. Datenschutz über das Leid anderer scheint es nicht zu geben.

(Du hast Dein Sterben gelitten, ich habe dadurch gelitten, Du lebst nicht mehr, deshalb leide nur noch ich und aus genau diesem Grunde darf ich alle beteiligen, an meinem Leid, gelitten zu haben, was Du zu Ende gelitten hast. Ich bin übrig. Ich habe alle Rechte an Deinem Gestorbensein.)

Ich schalte weg, weil ich nicht wissen will, wie jener Gelehrte, dessen Bücher ich gelesen habe … Bin erschüttert.

Ich schalte wieder zurück und erfahre, eine ganze Familie hat stundenlang die Hände und Füsse und Schultern einer Sterbenden in den einzelnen Familienmitgliederhänden gehalten und das Ganze ist auf dem Schosse der Tochter verbettet und ich erschrecke und hoffe, meine Familie verwechselt nicht Gehenlassen mit Festhalten und Abschied nehmen mit Selbstmitleid. Ich stelle mir vor, eine Mutter von 7 Kindern und anderen Familienmitgliedern hat gar nicht genügend festhaltbare Körperteile, um allen Bedürftigen den Halt zu geben, sagen zu können, sie sei in deren Armen oder Händen gestorben. Klingt „Und so starb sie unter und in unseren Tränen“ nicht noch beteiligter, noch aufopfernder, noch glorioser?

Wer weiss denn, ob ein Sterbender nicht hört, wie die Tränen tropfen, die Seufzer quellen, die bisher ungesagten Worte sich vermischen mit dem Wirbel der inneren Sterbegeräusche?

Und dann beschenkt auch noch eine Sterbebegleiterin die Welt mit der Erkenntnis, wie unglücklich, vor allem aber unwürdig und einsam ein Mensch ist, sollte er alleine sterben müssen. Lieber sollte ein Fremder am Bette sitzend des Sterbenden Hand halten als gar Niemand. (Nicht gar niemand, sondern absichtlich gar Niemand geschrieben!)

Zu guter Letzt wird auch noch diskutiert, ob eine Patientenverfügung Feigheit ist oder Abwälzung von Verantwortung. Da wird mir endgültig übel, ich schalte die Kiste bei beginnendem Schlusswort der Gastgeberin aus.

Das muss(te) ich erst mal „setzen lassen“.

Nun „sitzt es“:

Deshalb mehr …

 

(ACR)

 

 

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Manche, manches, manchmal … (1)

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@ACR  Manches ist unbeschreiblich

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Manches ist unbeschreiblich

@ACR  Manches ist unbeschreiblich

@ACR
Manches ist unbeschreiblich

 

 

 

 

 

 

Manch‘ Kuss ergab sich flüchtig,
manch‘ Wort fiel schnell im Geh`n,
manch‘ Handeln war nicht tüchtig,
manch‘ Blick machte nicht Sehn`n.

(ACR)

 

 

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Vieles wie die Meisten – die Meisten wie viele …

‚Stell Dir vor, Du öffnest eine x-beliebige Tür und alle sind schon da. Egal welche Tür und um welche Zeit – immer dieselben. Wo immer Du hingehst, wann auch immer Du Dich wohin setzt, sofort siehst Du alle, die Du sonst auch siehst.‘

Immer Traude und Franz, immer Gustav mit seiner Gans, immer Trude mit ihrer Tute, immer Peter, der Schwerenöter, immer Klärchen mit ihren Märchen, immer Sabinchen mit ihrem Vitrinchen, immer Clotilde, die ganz Wilde, immer Humbuge, der ganz

@Foto aus dem Netz

@Foto aus dem Netz

besonders Kluge, immer Herr Damm mit seinem Diagramm, immer der aus der Logistik mit seiner Statistik, immer die mit dem steifen Knie mit ihrer Strategie, immer die mit der Wasserwelle mit ihrer Umsatzzahleneinbruchsdelle, immer der Suchmalschön mit seinen Coverideen, immer der Binichschlau mit seinem Lektorenblau, immer die vielen mit den Rumsitzkissen, die alles übers Ranking wissen …. Immer dieselben und immer die Gleichen haben alle Antworten, mischen die Würfel und stellen die Weichen.

Zumindest glauben sie das.

Woher wissen die, die alles wissen und was sie alles als Wissen an noch nicht alles Wissende verkaufen, alles? Wenn alle genau das machen, was die wissen, die alles wissen und als nachmachbares Wissen verkaufen, werden dann alle, die dadurch alles was andere wissen, selbst wissen, das als Wissen weiterverkaufen? Wer ist am Ende noch Wissenkäufer und wer nur Wissenwisser? Werden wir morgen alle alles wissen und – vor allem- alle das Gleiche machen? Bekommt dann der Markt, den keiner kennt, über den indes so viele sprechen, endlich das Gesicht, welches die, die alles wissen, vorhersagen?

***

Wieder so ein Morgen. Mein Postfach mit Werbung aller Art gefüllt. Wortlos natürlich- einfach so jeweils mindestens ein Link und fertig. Absenderchen- will sich keine Mühe machen, niemand persönlich ansprechen. Einfach ein Modul vorgefertigten Textes ans andere heften und reihum versenden. Das einfachste Mittel: der Chat. Dahinein passt alles. 2978 User werden aufgefordert, möglichst schnell das Gleiche zu tun, ohne zu fragen, ohne Hintergrundwissen, einfach hopp- mach mal (mit) und frage nicht lange rum.

Netz

@ Foto aus dem Netz

So, wie in Sozialen Netzwerken Kontakte geknüpft werden, werfen Menschen ihren Hunden nicht mal das Leckerli vor die Füße. Ach was. Auch das ganz normale Hundefutter wird liebevoller verteilt als die eigenen künstlerischen Werke. Hieße es nicht soziales Netzwerk, fiele es möglicherweise gar nicht auf. Oberflächliche Zueinander.

Netzwerk ist gut. Synergie. Sich gegenseitig ergänzen, gemeinsam denken, miteinander reden. Alles hilfreich. Sozial.

Jedoch zu eng geknüpft ist es ein festes Netz, nichts schlüpft mehr durch, einmal drin, kein

@ Foto aus dem Netz

@ Foto aus dem Netz

Entrinnen, später Filz und niemand kann mehr drunter, niemand mehr raus? Keine freien Spielräume mehr?

Manchmal antworte ich auf solcherlei Post, leider keine Zeit zum Lesen, Anschauen, Anhören zu haben und bekomme in mehr als 90% dieser Fälle Antworten wie: „ must nich, klik reischt“ oder „klick einfach, jede Stimme zählt.“

Letztens habe ich die Aufforderung bekommen, aller drei Stunden für jemand zu „voten“ (warum darf heutzutage nicht mehr abgestimmt werden?), zusätzlich sollte ich das, (wahrscheinlich zur Umgehung der Bestimmungen) von unterschiedlichen Geräten aus erledigen, z.B. PC, tablet, IPat, Handy usw. Damit nicht genug. Daraufhin käme stets eine (Kontroll)Mail, darin ein Code, der hernach in die vorgegebene Zeile des Votingportals eingetragen werden müsse, damit die Stimme gelte. (Sind dazu nicht allerhand unterschiedliche Mailadressen notwendig?) Das sollte den ganzen Monat hindurch so gehen, damit die Dame auf den ersten Platz eines Sängerwettstreits käme. Oder verwechsle ich das jetzt mit einer der Gruppen, in denen ich mich überraschend finde und ab sofort die Mitverantwortung trage, den Mann, die Frau, das Buch, den Freund, den Feind oder was auch immer, zum Geburtstag zu gratulieren oder die Überraschung des 1. Platzes bei … ja was war der gleich noch ?… zu bescheren oder einfach nur- ohne jeden ersichtlichen – mich betreffenden- Grund mitzuvotenabzuvotenmitzupfeifenanzukreuzenzuunterschreibenzuzujubeln oder was nun noch und überhaupt???

Neuerdings gibt es in allerhand Gruppen gleich „an der Tür“ einen Hinweis. Nach dem Prinzip: Wenn es Dir nicht passt, hier zu sein, störe uns nicht, verlasse leise die Gesellschaft. Oben rechts findest Du ein Rad, drücke dort drauf, dann bist Du weg und wir haben unsere Ruhe. Verdirb uns aber vorher nicht die gute Laune mit Zwischenrufen.

Letztens bin ich nachts in eine Gruppe aufgenommen worden, in der es darum gegangen ist, jemanden zu mobben. Mal abgesehen davon, wie lange ich gebraucht habe, dahinter zu steigen, was los ist, habe ich ein paar Zeilen geschrieben, wie schlimm wirkt, was Menschen – Menschen antun. Bevor ich achtkantig rausgekickt worden bin, haben mir ein paar angedroht, sie wüssten wo ich wohne.

Zwangshinzugefügtes Mitglied in Gruppen mit anspruchsvoll literarischen Namen bin ich nahezu regelmäßig und fühle mich wie in einem Völkerballspiel. Haben wir in der Schule oft spielen müssen. In der DDR ein komisch anmutender Name- fällt mir gerade auf. Obwohl- die Spielregeln sprechen für sich … Da werfen die Spieler absichtlich mit großen, schweren Bällen nach anderen. Wer getroffen worden ist, muss das Spielfeld verlassen.
So auch hier: Wortlos, ohne jeden nachfolgenden Kommentar, ohne irgendwelche Hinweise oder wenigstens gelegentliche Fragen, werden da alle möglichen Links hineinkopiert, Eigenwerbung bis zum Eichstrich. Wie ein riesiger aufgeblähter Bauchladen mit passenden und unpassenden Unnützlichkeiten – Künstler schmeißen Künstler mit ihrer Kunst um. Sonst nichts. Guckst Du mein Bild, guck ich Dein Bild und guckst Du nicht, ist auch nicht schlimm. Geh‘ doch, wenn Dir nicht gefällt.

Selbst wenn solch ein Modell funktionierte und Künstler kauft/bewirbt/bewertet/empfiehlt/rezensiert anderer Künstler Künstlerkunst, ist dann die Zielgruppe wirklich durchdacht?
Kostenlose Werbung allemal, doch wofür- bei wem- wozu- mit welchem Ziel? Nach dem Ergebnis frage ich nicht, zumal niemand mehr produzieren, schaffen, denken, kreieren kann, wenn er sich nur mit dem Broterwerbszwang anderer beschäftigen sollte. Liest Du mein Buch – lese ich Dein Buch? Kaufst Du mein Bild, kauf ich Deine Statue?

Macht das den vielbesprochenen und vorgesagten Umbau des Marktes aus?

Symbolisch tropft Vampirblut beinahe täglich aus meinem Postfach. Ich soll diese Bücher mit -gefällt mir- durchklicken und bestenfalls kostenlos herunterladen, damit ich Rezensionen schreiben kann. Horrorbuchcover ebenso, Liebesromane auch, Krimis zusätzlich. Bilder werde ich aufgefordert zu klicken. Musik.

Zu Veranstaltungen zwischen 500 und 1500 km Entfernung werde ich eingeladen, möglichst heute Abend noch. Thema wahlweise vollkommen an meinen Interessen vorbei, z.B. Weingüterbesichtigungen, Brot bestimmter Bäckern kaufen, Lesungen und Galerien und Theater und Konzerte besuchen
und, ganz wichtig, Stillen soll ich lernen, als besondere Bindung zwischen Mutter und Kind.

„Netzwerke“ (Network- also dieser englische Begriff für- mach mit, damit ich viel Umsatz habe) laden zu allem (Un)Möglichen ein.

Im Umkehreffekt werde auch ich „beschenkt“. Kaum habe ich einen Beitrag, der mindestens 15 Minuten Lesezeit bedarf, hochgeladen, habe ich bereits 3 -Gefällt mir-. Innerhalb 30 Sekunden, sozusagen gerade frisch aus der Röhre, noch ganz heiß, niemals gelesen, aber gefällt. Ich könnte demnach (theoretisch) den grausamen Tod eines Menschen beklagen und bekäme im Vorbeigehen einen Abklatscher. „Gefällt mir.“ „Giffmiefeif“. Gleichbedeutend wie das verlogene: „Na, wie geht es Dir?“, weil das frühere „Guten Tag“ offensichtlich altmodisch geworden ist. Ich bin schon froh, nicht „Hey Alder, iss`n los!“ begrüßt zu werden. Wobei ich im Ungarischen nicht so fit bin, kann also sein …
Sobald mir auffällt, es wird ein „Gefällt mir“ vor meine Füße geworfen, frage ich nach. Die Antworten kann ich ungefähr so zusammenfassen:

– Ja, ich lese schnell.
– Sieht gut aus, klick ich.
– Sei froh, dass jemand klickt.
– Dann eben nicht. Andere freuen sich. Klick ich dort.
– Keine Antwort, aber blockieren.

Machen die Anonymität hemmungslos und die Masse an Möglichkeiten wahllos? Es ist wie Kniffel spielen und alle Würfel zeigen nur Sechsen. Langweilig. (Besonders, wenn die Würfel rund sind.)

(ACR)
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Drittens. Erleben des Glaubens.

 Es folgen Abend, Nacht, Morgen, Tag…

Ich erlebe Glauben und glaube das Erlebte, habe nie ein Geheimnis um meine Einstellung gemacht, werde nicht in Gespräche verwickelt, die letztendlich auf das: „Na siehste” hinführen sollen.

Es fühlt sich wie Mitleben an, wie ganz frei dabei sein dürfen. Es gibt keine besonderen Regeln. Ist das Ihr „Geheimrezept”? Leuchtet sie deshalb so von innen heraus? Sich und anderen nichts vormachen. „Sei wie Du bist”, hat sie meine Überlegung, ob ich wohl doch ein wenig zu bunt für diesen Anlass sein könnte, unterbrochen und schmunzelnd registriert, mit wie vielen Lockenwickeln ich meine Haare „krummbiegen” muss, um die Frisur hinzukriegen. Ihr Lachen klingt wie Glocken. Ich bin umgeben von Freude, inmitten viel zu vieler Arbeit. Ihr Terminkalender ist voll. Ich ahne nur, wie viele Kilometer sie durchs Land fährt und habe vergessen zu fragen, ob sie überhaupt weiss, wie viele Zuhörer sie jährlich hat.

Sie sehen, hören zu wollen, füllt Säle und Sr. Teresa freut sich nicht über die Menge, sondern über jeden Einzelnen. 

@Sr. Teresa ... sie füllt Säle
@Sr. Teresa … sie füllt Säle

   Ihre Art zu helfen ist mir aufgefallen. Wer immer Hilfe bedarf, sie ist da. Ich empfinde, wie sie Hilfe bietet, anders, nicht nur als Gaben reichen und Unterstützung gewähren. Sie redet nicht, sie sagt was. Helfen ist ihr Freude, sie hilft so froh wie sie singt. Und doch! Wohl gibt sie gerne und sofort Fische gegen den ersten, gegen den zweiten und sicherlich auch gegen den dritten Hunger. Auf jeden Fall aber verpackt sie die in der  Gebrauchsanweisung für die Angel. (Mit der Hilfe von Konfuzius beschrieben) Sr. Teresa sammelt keine „Schäfchen” ein, sie bringt Menschen auf den Weg.

@Sr. Teresa ... Die Drei

@Sr. Teresa … Die Drei

 

Ihr zur Seite, in ihrer „Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu“ , Pfarrer Franz und Sr. Claudia. Die Drei erinnern mich an die drei Musketiere, einer für alle, alle für einen. Sie zu erleben ist mir stets Vergnügen. Über allem steht ihr Glaube an die Allmacht Gottes, in seinem Namen leben sie. Freudvoll normal wie frohe Menschen eben sind.

So erfahre ich ihren Glauben und es scheint mir gar nicht wichtig, ob es den lieben Gott gibt oder nicht, solange es Menschen gibt, wie sie.   

Noch eine kleine Köstlichkeit: Ich erinnere mich nicht mehr an den Tag, jedenfalls hat mir Sr. Teresa erzählt, es sei ein Anruf gekommen, sie solle geehrt werden und vor Aufregung habe sie sogar ihre Postleitzahl vergessen. Nachdem die Formalität dann doch geklärt, der Telefonhörer längst wieder aufgelegt war, hat sie nicht mehr genau gewusst, ob sie richtig zugehört habe. Nachdem sich alles bestätigt hatte, konnte sie es nicht fassen und nachdem sie das musste (das Fassen), hat sie den ganzen Resttag vor Rührung geweint.

@ Sr. Teresa

@ Sr. Teresa

@Sr. Teresa

@Sr. Teresa

Inzwischen hat Sr. Teresa die Ehrung erhalten. Auf Vorschlag des Bayrischen Ministerpräsidenten wurde ihr vom Bundespräsidenten Joachim Gauck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 

Meine allerliebste Lieblingsnonne, ich freue mich mit Dir

u n d

wie bei jeder Gelegenheit

... kann`s nicht lassen ... hier die üblichen Bohnen

… kann`s nicht lassen … hier die üblichen Bohnen

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Zweitens. Glaube des Erlebten.

Lebensfreude

Lebensfreude

Die Faszination einer Persönlichkeit. Oder: Eine Nonne spricht von der Liebe und gibt Hausaufgaben auf

Der Mensch ist ein Individuum. Das erweist sich immer neu. Ob im Ordenskleid, Latzhose, Minirock, in Stöckel- oder Turnschuhen, barfuss oder Sandalen, des Menschen Tun macht sein Leben aus. Des Einen Handeln hat gar oft wegweisenden Anteil an dem anderer. Dabei ist selten ausschlaggebend, woher der Mensch kommt. Wichtig ist, wohin er will. Zugegeben, manchmal wird Interesse zum Motor, über jemand mehr erfahren zu wollen, das Woher und Warum zu begreifen, ihm gar ein Stück zu folgen.

Es gibt sie, die Leuchtfeuer unter den Menschen, sie kommen nicht daher, sie erscheinen, sie betreten keinen Raum, sie füllen ihn. Es reicht, an sie zu denken, um in ihrer Gesellschaft zu sein.

So geht es mir mit Sr. Teresa. Sie ist Ordensschwester, ich nennen sie -meine allerliebste Lieblingsnonne- und schenke ihr, wann immer sich die Gelegenheit ergibt, Bohnen. Grosse, bunte Bohnen, die sich sehr gut auffädeln lassen würden. Sie lacht darüber herzlich, kocht daraus eine köstliche Suppe und meinen zarten Hinweis auf den Rosenkranz, lacht sie weg und behauptet, ich sei süss.      

Wer ihre Lebensgeschichte kennt, ihre Bücher gelesen oder ihre Vorträge gehört hat, kurz, wer, wie auch immer, in ihre Nähe gekommen ist, erkennt, begreift, fühlt, diese Frau ist nicht dem Leben geflohen, als sie den Leistungssport an den Nagel gehangen und den Schleier genommen hat. Sie ist mitten ins Leben gegangen und es liesse sich trefflich darüber debattieren, ob sie sich vielleicht gar mit dem Skatebord aufgemacht und per Handy Kontakt zu dem alten Herrn da droben aufgenommen haben könnte. Zuzutrauen ist es ihr. „Na toll, lieber Gott“, heisst nämlich eines ihrer Bücher und es ist, wie alles -was sie im Auftrag und für ihren Herrgott- unternimmt, frei von Dogmen und ansteckend lebensfroh. Die Lektüre macht Staunen und Freude.

Im Frühling hat Sr. Teresa armeausbreitend auf unserer Terrasse gestanden und über den Balaton gerufen, wie schön des Herrgotts Erde ist, davon geschwärmt wie gerne sie ihren Geburtstag monatelang feiern würde und über den neuen Vortrag gesprochen, an dem sie damals gearbeitet hat. Von meinem Liebsten hat sie möglichst vieles über seine Reisen wissen wollen und staunend meinen Schreibtisch, meine Klunkerchen und alle meine hippppschen Hieeeetchen betrachtet. Kurzum, die Frau strotzt vor Liebe, Wissensdrang, Unternehmungsgeist und Heiterkeit.
Beeindruckend. Ansteckend. Sie zu beobachten ist wie am Gabentisch des Lebens zu sitzen und ohne Besteck essen zu dürfen.

Kürzlich. Eine Reise durch Deutschland hat mich natürlich auch zu ihr geführt und ich habe sie zu einem ihrer Vorträge begleitet. Legendäre Veranstaltungen. Sie hält keinen Vortrag, sie feiert, zusammen mit ihren Zuhörern, das Leben.

Eine Nonne spricht von der Liebe und ich glaube ihr.

Wahrscheinlich ist nicht mal seltsam, wenn eine Nonne von der Liebe spricht. Immerhin ist sie eine Braut Christi und im Brautstand, so wird allgemein behauptet, sei die Liebe am grössten.

Unzählige Male habe ich sie sagen hören, wie sehr sie Gott vertraut und ihre Liebe verleiht ihren Augen den Glanz, der sie zum Schmuck macht. Des Brautstands Glanz? Darauf vermag ich keine Antwort zu geben. Mir kommt es vor, wie wenn sie im Brautstand mit allem ist, was Belebung ausmacht und während ich diesem Eindruck folge, lache ich hell darüber, wie sich menschliche Faktoren unbemerkt zum göttlichen Funken wandeln. 
Natürlich sagte sie mir, Gott mache das Leben aus, fragte ich sie danach. Ich frage aber nicht.

Ich schaue ihr beim Gottlieben zu. Und das Tolle ist, ich muss nicht mitmachen.

In der Freiheit der eigenen Entfaltung habe ich jeden Raum, sie zu beobachten. Kinderlachen fliegt ihr entgegen wie bunte Schmetterlinge. Gestandene Landfrauen umarmen sie innig und wollen zur Erinnerung ein gemeinsames Foto. Erfahrene Unternehmer staunen respektvoll über die freundliche Wucht, mit der Sr. Teresa ihnen mit auf den Weg gibt, was sie für sich und andere tun können.

Auch ich höre ihr gebannt zu, will Fotos machen und vergesse es. Sr. Teresas spricht, nimmt mit in den Fluss der Gedanken, die Bilder malen und auch ganz banalen Alltag zum wichtigsten Tag krönen. Ihre Worte sind keine Losungen, keine Verallgemeinerungen irgendwelcher Psalmen. Sie spricht vom Leben. Und wenn sie über ihre erste innere Auseinandersetzung bezüglich des Hinhaltens der anderen Wange berichtet, löst sich die Gewichtigkeit der Stille im Saal im herzlichen, Lebensmut machenden Lachen auf. Ich sehe immer wieder zustimmendes Nicken. Überraschend viele Teilnehmer schreiben mit. So mancher wird zukünftig dem schreienden Gegenüber höflich und lächelnd erwidern: „Gut, dass Du des so laut gesagt hast, nun versteh‘ ich’s ganz bestimmt“. Die Erkenntnis, Wange hinhalten heisst auch und vor allem, nicht auf die gleiche Ebene begeben, so sie Dir nicht gefällt.
Zuletzt gibt sie Hausaufgaben auf und die Ernsthaftigkeit geht im Lachen nicht unter. Ich will nur ein kleines Beispiel beschreiben. Es solle ein jeder an diesem Abend seinen Nächsten umarmen, sobald er zu Hause ankomme. Sie sagt mehr dazu. Alle lächeln und freuen sich schon ein wenig voraus. Es ist deutlich, im Saal breitet sich herrliche Fröhlichkeit aus. Eine Zuhörerin kommt am Ende des Vortrags zu mir und bittet mich, Sr. Teresa auszurichten: Ihr Mann sei heute mit hier gewesen und nun schon alleine nach Hause gegangen. „Damit ich daheim bin, wenn Du nachher ankommst, hat er gesagt“. Die Frau lacht froh und will schnell heim.

Ich erzähle es später Sr. Teresa und sie freut sich, als höre sie das allererste Mal, wie gut sie den Menschen tut.

Was gibt sie mit auf den Weg? Was gibt sie her von sich? Was lässt sie da?
So vieles. Ich habe den Eindruck, sie lässt alles da – was sie hat und geht doch reicher als sie angekommen, verliebter als sie je gewesen ist und glücklicher als ein einzelner Mensch einfach so sein kann.

Und während viele ihre Bücher signiert haben und noch ein paar persönliche Worte sagen oder abholen wollen, schaue ich diese Frau an, meine Lieblingsnonne, und möchte weinen, voll von Freude. Sie ist so kraftvoll, so freudvoll, so sicher in sich ruhend, niemand kann sich dem entziehen, was sie, als kleines Licht entzündend, mit auf den Weg gibt.

Der Saal leert sich. Ich sehe ihre Erschöpfung. Sie geht zum Auto und angesichts der bevorstehenden Fahrtstunden- sie sitzt immer selbst am Steuer- dankt sie ihrem Herrgott für die Freude am Gelingen dieses Vortrags, bittet ihn, uns auf der Rückfahrt zu beschützen, fährt los und beginnt zu singen. Es klingt gut, die Melodie ist zärtlich, der Text weise. Ich frage, was das für ein Lied ist und erfahre: „Das ist aus meinem Musical: Ekklesia.“

Die Frau haut mich um.

Heute, am 15. Oktober ist ihr Namenstag- Teresa-. Dieses Jahr wird es ein ganz besonderer Namenstag sein. Aber dazu erst morgen …

Fortsetzung:

Drittens. Erleben des Glaubens.
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Die Faszination einer Persönlichkeit. Oder: Eine Nonne spricht von der Liebe und gibt Hausaufgaben auf

Erstens.
Prolog.

Des Prologs bedarf ich, um meinen langen Weg zu meiner Entscheidung für meine Antwort auf die ewige Frage über das Sein oder Nichtsein des Allmächtigen, voranstellen zu können. Ich gehöre nämlich keiner Konfession an, glaube also nicht an göttlichen Willen und halte die Allmacht eines weisen Mannes für unmöglich, vor allem Anbetracht der unzähligen Opfer vieler Kriege und des weltweiten Leides von Kindern, der Unsinnigkeit des Streites um den einen wahren Gott und letztlich ist der Bischoff von Limburg nur ein staubkörngrosser aktueller Grund für die Aussicht, ER werde wenigstens leise grollen oder, viel wirkungsvoller, dem Kerl mit tiefer und unnachgiebiger Stimme aus Wasserhahn und Abfluss der neuen 15.000 Euro- Wanne die Leviten lesen. Gewiss kenne ich allerhand Argumente, warum der liebe Gott nicht dauernd den Beweis für seine Existenz antreten will, folge diesen Darlegungen und lande da, wo die Realität dafür spricht, es gibt IHN eben doch nicht.

@ ACR

@ ACR

Ich bin ergriffen von Beispielen, was Menschen sich – auch im Namen Gottes- einesteils gegenseitig antun und andererseits füreinander erdulden. 

@ACR

@ACR

Der Zahlenstrahl der Geschichte der Menschheit ist mit Blut geschrieben und es erscheint mir plausibler, menschliche Dummheit führe die Feder denn Gottes Wille.
Gier, Neid, Erfahrungsresistenz, Rechthaberei, Hochmut, mischen sich ins Tintenfass des Lebens, sorgen für Verunsicherung Glaubensbereiter und Wiederholbarkeit menschlichen Versagens. Im Geschichtsunterricht, in der Literatur und auch inmitten des Zeitgeschehens habe ich mich unentwegt gefragt, worin sich bei alledem SEINE Allmacht denn begründet. Im Zuschauen? Abwarten? Im Bestreben, dem Ergebnis der eigenen Schöpfung Lehren zu erteilen? Lehre erteilen? Finde ich prima. Warum tritt ER dann nicht wenigstens nur den Bösen in den Hintern und lässt die Guten ihr Gutes Tun?

Die Lebensgeschichten von Dietrich Bonhoeffer und Schwester Restituta sind nur ein Tropfen Tinte an der Feder, mit der Unrecht geschrieben worden ist. Und ER hat nicht eingreifen wollen? Wenn ER den Guten nicht beisteht, wieso wirft ER den Bösen keinen Stock zwischen die Beine? Oder im Umkehrschluss, wenn ER die Bösen nicht aufhält, damit sie die Chance zur Umkehr haben, wieso hilft ER nicht den Guten, die Opfer der Nichtumkehrbarkeit werden? Früher habe ich überlegt, ob ER wohl damit erinnern will, wie ER seinen Sohn hergegeben hatte und absichtlich provokant gefragt, ob dieses Opfer all die vielen Söhne und Töchter rechtfertigt, die daraufhin in den Opferstand gefolgt sind und noch folgen werden.
Warum musste Franziskus von Assisi so früh sterben, wieso vorher noch erblinden und warum schwächte ausgerechnet ihn das Fasten? Sein Leben ist doch in absolutem Verzicht auf jede Form von materiellem und geistigem Besitz verbindlich auf alle Zeit.

Wäre seine Erblindung nur die konsequente Fortführung seines Verzichtes, hätte ihn das nicht gerade stark und gesund machen und besonders lange leben lassen müssen?

Franz von Assisi starb aber einen frühen Tod im Hinblick darauf, was er für die Menschen durch sein lebendiges Beispiel noch alles hätte tun können. Zugegeben, für diese Zeit ist sein Alter recht beträchtlich gewesen, es gab jedoch auch viele Menschen, die wesentlich älter geworden sind als er. Vor allem die, die reicher gelebt und die Lehre vom fetten Leben weitervererbt haben.
Ich habe Beispiele gesucht, viele Jahre hindurch, und Hildegard von Bingen, Teresa von Ávila, Mechthild von Helfta, Gertrud von Hackeborn, Theresia Benedikta vom Kreuz, Johannes Paul II., Simon Petrus, Jesus und so vieler weiterer Menschen Leben angeschaut und komme mit dem, was sie gesagt und wie sie gelebt haben sehr wohl zusammen. Auch dann, wenn ich nicht vertreten will, was sie gedacht oder getan haben- bezüglich ihres Allmächtigen- fühle ich mich mit ihnen verbunden im menschlichen Sein. Geht es jedoch darum, wie ER reagiert oder Selbiges eben unterlässt, komme ich auf keinen grünen Zweig.

Ich falle vom dürren Ast. Kommt Glauben vor Wissen, verdurste ich. Wissen glauben ist einfacher. Erleben glauben ist mir das Reellste.

Sobald ich mich auf das Thema eingelassen habe, drehten sich meine Gedanken im Kreise. Es spricht genau soviel dafür wie dagegen, ob überhaupt und in welcher Form es den alten Herrn da droben gibt und wie er agiert. Halten sich Für und Wider die Waage, ist das ein untrügliches Zeichen für glauben sollen oder glauben müssen, ohne etwas genau zu wissen. Genau da drängt es mich zu hinterfragen. Selbst die Behauptung, ER sei jemandem erschienen und habe dessen ganzes Leben in herrliche Bahnen gebracht, kann ich glauben oder auch nicht. Ich glaube es nicht, zumindest nicht, es geschehe irgendetwas ohne des Menschen ureigene Kraft.

Und so staune ich immer, mit welcher Inbrunst Menschen sich auf IHN einlassen.

Mehr noch, es sind viele dem Weltlichen geflohen, nach meinem Eindruck sogar dem Leben, haben Kutte oder Schleier genommen, die Schuhe gar abgelegt und sind nur den einen Weg, der mir schmal erscheint, ihnen aber breit genug, nicht zu straucheln, gegangen und den Geboten Gottes gefolgt; oder denen seiner Beauftragten oder Bevollmächtigten im Geiste und im Tun.

Welch‘ ein Entschluss, welch‘ Leben. Welche Beharrlichkeit, welche Konsequenz.

@ACR
@ACR

Gehe ich recht in der Annahme, der Mensch hat nur ein Leben, alles andere ist reine Spekulation, gehört eine ungeheure Portion Entsagung dazu, dieses, den Rosenkranz aus getrockneten Bohnen betend, von einer Kutte aus Sackleinen bedeckt, auf Knien zu verbringen.
Natürlich weiss ich, es gibt auch andere Rosenkränze und buntere Klosterleben, aber es soll jetzt absichtlich das Ganze recht einseitig in übertriebenen Klischees beschrieben sein. Ich erinnere nicht mehr warum seit meiner frühsten Kinderzeit eine klare bildliche und, bis vor ein paar Monaten, unverrückbare Vorstellung von bohnenrosenkränzebetenden Nonnen in mir ist.

Im NichtanGOTTglauben bin ich konsequent, bitte den, an den ich nicht glaube auch dann nicht um Hilfe, wenn meine Kraft schmilzt und ich weinend zu Boden stolpere. Ich danke allerdings Gott auch nicht in Zeiten höchster Glücksgefühle. Gilt Glauben in guten und in schlechten Zeiten, möchte ich mich nicht heute gottlos freuen und morgen gottsuchend bitten. Und ich will insbesondere nicht belehrt und bekehrt werden, warum Gott gerade die Bittenden mag und die Verlorenen umarmt und die Leidenden liebt.

Ich finde in der Welt selten wahrhaft Gerechtes und keinen Trost darin, es werde einst im Himmel vor allem denen Gutes widerfahren, die im Irdische gedarbt haben.

Das heisst nicht, ich habe keinen Glauben. Zuerst glaube ich mal an mich. Ohne die Basis bekäme ich keinen Fuss auf den Boden meines eigenen Lebens. Soweit gut ausgestattet, glaube ich unerschütterlich an Freundschaft und Liebe. Da gehe ich sogar soweit, an reine Freundschaft und bedingungslose Liebe zu glauben. Unverbrüchlich.

Ja, ich bekenne mich zu diesem Glauben, gleichwohl wissend und mit diesbezüglich tiefgehenden Erfahrungen ausgestattet, es gibt keine Garantie für den Bestand von Beziehungen zwischen Menschen. Zum Glück. Denn damit gibt es auch keine Garantie für ewige Feindschaft. Und dies hat die Menschheit hin und wieder gerettet.

Und ich glaube an noch mehr. Ich glaube an den menschlichen Funken, der in jedem von uns, sicher mehr oder minder ausgeprägt, aber immerhin vorhanden ist. Gerne nenne ich ihn göttlichen Funken, komme mir dabei jedoch wankelmütig vor, will nicht die Rosinen nehmen und den Kuchen stehen lassen. Also: göttlicher Funke oder funkender Mensch oder wie? Gibt es göttliche Funken, obwohl es Gott nicht gibt? Oder ist, was für mich die göttlichen Funken sind, für andere der Gott? Ich weiss es nicht und ich suche auch nicht nach der Antwort, zumal ich vermute, es gibt viele. Ich bin mit meiner im Frieden, gönne mir gar den Luxus und nehme mir die Freiheit, gelegentlich neu zu betrachten – was ich zu kennen glaube. Alles in Allem bin ich in der Frage, Gott betreffend, schlichtweg nicht auf Streit gebürstet. Jeder Mensch soll glauben woran er muss, auf das sein Leben sich ihm öffne. 

@ACR

@ACR

Während ich diese Zeilen schreibe, erinnere ich etliche Ereignisse in meinem Leben, die ich, sehr jung schulterzuckend abgetan, oder schon älter, erstaunt innehaltend, erlebt habe. Nie hat mich dabei die Sorge, Frucht oder gar Angst gehalten, über die Sein oder Nichtseinfrage nachzudenken. Denken ist Ausdruck der Freiheit und ich wollte nie nur vorsorglich an IHN glauben, damit mir späterhin die himmlische Tür aufgeschlossen werde.

Da ist mein Selbstvertrauen rundum gefestigt. Gibt es die Tür, geht sie auch auf.

Vielleicht ist mein anhaltender Unwille, anzunehmen, es gäbe DEN, der das Geschick der Menschheit bestimmt und genau in dieser „Rolle“ erlaubt, duldet, akzeptiert, wie die einen das Leben erleiden und die anderen aus dem Feiern gar nicht mehr herauskommen, auch dem Zeitgeschehen geschuldet. Da verdursten Kinder, hier ertrinken Menschen. Während irgendwo im Kriegsgeschehen getötet Babys beweint werden, kommen an anderer Stelle mehr zur Welt als ernährt werden können. Sobald eine Krankheit besiegt ist, stellt die nächste unbekannte die Menschheit an den Abgrund des Lebens. Die Fotos verhungerter Menschen halten die Vernichtung von Lebensmittel nicht auf. Erst werden in jeder Währung für Billionen menschenmordende Waffen entworfen und gebaut und dann für mindestens ebenso viel Geld vernichtet. Millionen Menschen werden von Menschenhand und Menschengeist umgebracht.

Tierarten sterben aus, weil der Mensch, die Schöpfung des Allmächtigen da droben, sich mit deren Körperteilen schmücken oder potent machen will.

Was ist denn das für ein Management?
Fehlplanung oder Personalmangel?
Konstruktionsfehler oder Überforderung?

Ist es mit der Entwicklung der Menschheit wie mit Atomkraft?
Die Erfindung ist genial, deren Auslegung indes existenzgefährdend?

Fortsetzung:

Zweitens. 
Glaube des Erlebten.

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…auf dem Weg …

Jeden Abend schaue ich in den Himmel-
genau mir gegenüber geht die Sonne unter-
und es ist-
als mache ich mich auf den Weg-
oft denke ich in genau den Momenten:

Nimm ihn an, den Augen – Blick,
den Wimpernschlag der Zeit,
der Dein Leben lenken kann.

(ACR)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA ungarische Impressionen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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… na, na, na, na, wer klaut denn da?

geklauter Text am Stiel

geklauter Text am Stiel

 

Ich sagte es schon öfter:

„Wer Texte “klaut”,
macht den unsinnigen Versuch,
mit fremden Gedanken
die eigener Mittelmässigkeit
zu vertuschen.“

Nun könnte angenommen werden,
diese heimlichen Lutscher
(Text-aus-fremden-Profilen-Lutscher)
denken,
sie werden nicht erwischt.
Das setzte jedoch voraus,
Lutscher würden denken.

Erwischt. Lutscher.
Meine Anna hat bei Dir
einen anderen Namen,
sieht aber den gleichen
Sonnenuntergang und sagt
die gleichen Worte.

Ach, Lutscher, meine Anna,
lass sie in Ruh‘, sie wird
Dich nur furchtbar blamieren,
sie ist nämlich viel klüger
als Du.

(ACR)

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mach ich Notizen …

© Koßma

© Koßma

„Frühaufsteher reinsten Wassers träfe auf Anna zu, gäb´s die Notwendigkeit, sie aufstehtechnisch einzuordnen. Selbstversuche, noch eine Weile liegenzubleiben, scheitern an der Hebelwirkung ihres Hirns. Es denkt sie auf die Beine und vertreibt mögliche Ansätze des Nochmalschlafenkönnens. Somit ist Erwachen unmittelbar mit Munter- und Wachsein verbunden. Sie steht also mit dem Öffnen der Augen auf. Manchmal, wie beispielsweise heute, meckert sie darüber, schimpft sich die Treppe hinunter, ohne wirklich ärgerlich zu sein. Es ist ein kleines lebhaft-komisches Vorfrühstückstheater, Tageseinstimmung zwischen Drama und Komödie.“

(ACR)

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Morgenstund‘ hat manchmal auch Schuh am Fuss

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„Sollte mir der Morgen etwas anderes ins Gemüt legen als wenigstens ein frohes Hallo, ziehe ich mir feste Schuhe an, gehe mindestens drei mal ums Haus und trete gegen alles, was sich mir in den Weg stellt“, sagt sie.
„Und was hast du davon?“, fragt Ludger erstaunt.
„Mir wird bewusst, schlechte Laune versaut einem den Morgen. Es ist allemal angenehmer, in aller Ruhe zu frühstücken, statt sich die Knöchel zu verstauchen. Oder findest du es amüsant, gegen Bäume und Steine zu treten?“ Ludger antwortet nicht. Er denkt darüber nach, sich Bergsteigerschuhe zu kaufen. (ACR)
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… diese erfüllten Wünsche schmecken süss

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Bereits bei der Planung meiner Auswanderung habe ich mir vorgestellt, eines Tages am frühen Morgen in der noch milden Wärme der Sonne, köstlich süsse Weintrauben von meinen eigenen Weinreben für mein Frühstück zu ernten. Da Weinreben nicht schon im ersten Jahr tragen, musste ich üben, was ich nur spärlich habe: Geduld. Dieses Jahr belohnt mich. Bald ist es soweit. Ich freue mich enorm.
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Im Hochzeitskleid des Augenblicks

Es ist das Hochzeitskleid des Augenblicks

Es ist das Hochzeitskleid des Augenblicks

Auszug aus „meiner Anna“:

„Kennenlernen ist etwas Beeindruckendes. Beide erleben alles das allererste Mal gemeinsam. Das erste gemeinsame Kochen, das erste gemeinsame Essen, der erste gemeinsame Spaziergang, die erste gemeinsame Nacht, das erste gemeinsame Frühstück, einfach alles ist für sie von größter Bedeutung.
Heidemarie mahnt Anna an, sie sei unmittelbar am Rande der übertriebenen Romantik, wenn sie über diesen Mann erzähle. Sie solle sich an ihr Alter erinnern. Das unterscheide sich nämlich von dem der Teenies, die schwärmend mit glänzenden Augen und schwülstigen Worten von ihren Idolen sprechen. Anna ist baff.
„Sag mir, wieso Gefühlsebenen altersbedingt und dem Alter entsprechend ausgelebt werden müssen. Ausgelebt, wie das schon klingt. Wie bald vorbei. Nichts ist vorbei. Nie. Und übrigens: Beim Fußball dürfen sich fremde Leute tränenreich in den Armen liegen, Männer und Frauen, Junge und Alte, bunt gemischt. Wenn es um Liebe geht, muss sich jeder stramm nach dem Bilde anderer verhalten? Du spinnst meine Liebe. Wenn mir so ist, male ich an den Himmel grüne Herzen.“ Anna lässt sich die Freude am Augenblick nicht kaputt analysieren.“ (ACR)

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Augen-Blicke

das Hochzeitskleid

Augen-Blicke

Es gibt diese Augen-Blicke,
die es möglich machen,
die Arme auszubreiten
und wie ein Falke
himmelwärts zu fliegen.
Gerade dann fühle ich mich
in mir ganz besonders zuhause.

(ACR)

 

 

 

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… vorschnell ?

Spnnweben OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

„Lass sie, sie spinnt nur“,
ist eine Feststellung,
der so mancher ganz
überraschend

ins Netz gegangen ist.

(ACR)

 

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2007 bis heute und ich lerne loslassen – bald werde ich veröffentlichen

An meiner  Denkbar ist alles denkbar (ACR)

An meiner Denkbar ist alles denkbar (ACR)

„Rede mit mir“, fordert sie und meint es aufrichtig. „Habe ich Dich in den letzten Jahren eigentlich nur gut unterhalten oder mich immer unverständlich ausgedrückt?“, fragt er. Sie versteht ihn nicht. „Na siehst Du“, seufzt er.“

(ACR)

„Nun ist das lustige Treiben des Morgens wie eine große Welle in ihre Pläne geschwappt und ergießt sich über das Ufer ihres letzten Lebenstages.“

(ACR)

„Im Ergebnis ist er teilweise in herabwürdigenden Sarkasmus geglitten, hat Gegebenheiten nach Nützlichem sondiert und Wünsche an realer Erfüllbarkeit orientiert. Ohne abhärtende Erfahrung sei der Mensch gar nichts, mit ihr zwar nicht alles, aber immerhin klüger, redet er sich ein. Mithin forme das Leben seine Dynamik wahrscheinlich aus der Mischung von Betrug und Selbsttäuschung. Da Höhenflüge und Tiefschläge weder geordert noch verweigert werden könnten, nehme er künftig das Leben wie es komme, schneide für sich jedoch fortan die fetten Enden ab. In der Allianz mit seinem auf ihn selbst orientierten Patriotismus findet er zweifelhafte emotionale Unabhängigkeit gegenüber scheinbar Unausweichlichen und ausgerechnet in der Rolle des einsamen Wolfs, was er immer gesucht hat: Sicherheit.
Er macht seine Mission daraus und wird, was er nie sein wollte und jedermann überall werden könnte, ein intolerant selbstgerechter Einzelgänger. Kurz gesagt, ein sozial weitgehend inkompetentes Ekelpaket. Innerliche Akne?“

(ACR)

„Jene, die seine Nähe ehrlich suchen und sich für ihn interessieren, deuten die wachsame Vorsicht indes als Misstrauen. Aus der Freiheit, ihn kennen zu lernen, wollen sie keinen Kampf um seine Gunst machen. Letztendlich ziehen sie sich zurück, bevor Ludger ihnen entgegenkommen kann. “

(ACR)

“ Ludger fühlt Verrat und denkt ernsthaft daran, der Härte des Lebens durch Tod zu entfliehen. Ausgerechnet die Grausamkeit der Pubertät begnadigt ihn mitten in der Planung. Sie bündelt barmherzig die Entzündung seiner Talgdrüsen mit ausgeprägter alterstypischer Renitenz. Ludger wird zum Rebell, schlägt mit Worten und Fäusten um sich.“

(ACR)

„Jeder Abend sieht einen traurigen Clown ins Bett steigen, der mittels weißer Salben und stinkender Tinkturen, die Male des Andersseins verdeckt und Gott mal flehend, mal zornig bittet, er möge ihn einen ganz normalen Menschen sein lassen. Wie zum Hohn stellt jeder Morgen mittels neuer Schwären die Frage, wo der Sinn des Glaubens an ein höheres Wesen verborgen sei.“

(ACR)

„Der Unbefangenheit der Jugend annähernd beraubt, der Rest von Erwachsenen sorglos geplündert, erlebt Ludger die Zerrissenheit eines unbedacht in den Mittelpunkt gezerrten Ausgeschlossenen. Die pubertäre Akne wuchert nicht nur über Gesicht, Hals, Brust und Rücken, sondern brennt sich wie ein Stigma in ihn. Gemeine Eiterpusteln, Ursprung der bösartigen Witze und Häme, zeichnen das Bild seines äußeren Makels und graben ihm einen Tunnel der Unreinheit ins Bewusstsein.“

(ACR)

„Du sagtest, ließe ich es zu, würdest Du mich lieben. Wieso liebst Du mich nicht erstmal ganz still ohne meine Zustimmung; und danach sehen wir weiter.“

(ACR)

„Da jeder Moment des Lebens der Platz zwischen Hypothek der Vergangenheit und Wechsel auf die Zukunft sei, müsse er nur mit der Routine stetiger Wiederholung das Niemandsland der Gegenwart schnell ins Kolorit der Vergangenheit tauchen. Je mehr Vergangenheit, desto weniger Zukunft, je mehr Unbill bereits erlebt, desto weniger stünde bevor. Somit findet Ludger in den leeren Worten der Mutter, die seine Geduld fordern und auf unausweichlich herannahende Erwachsenenjahre ausrichten, erträgliche Logik.“

(ACR)

„Ludger hat längst einen gewissen Patriotismus sich selbst gegenüber entwickelt und sich zum einzigen Alliierten erkoren. Im Blickwinkel dieses einseitigen Bündnisses, kann er nur die Beziehungsweisen erkennen, die seine Erfahrung zulässt. Ausgerechnet daraus macht der inzwischen Siebzehnjährige seine Regeln. Die Lastenverteilung auf Anderer Schultern hänge nicht von den Schultern, sondern vom Willen der Verteiler ab. Den Schultern bliebe demzufolge nur, die Verteilung solange zu überstehen, bis sie selbst Verteiler werden.“

(ACR)

„Sie verstecken, jeder für sich, persönlichen Ballast des Alltags voreinander und glauben, dies sei erforderlich und vor allem anständig. So sind sie zu hingabefähigen Helden geworden und übernehmen jede Verantwortung für das Leben des Anderen. Mit der für sich selbst nehmen sie es hingegen nicht so genau. Sie fällt sozusagen unter den Tisch. Kurzum, sie lügen sich gegenseitig die bereits übervollen Taschen in den Überlauf. Bulimisches Verantwortungsverhalten. Jeder für sich allein. Für den Erhalt einer stillen Ehe. Wie opfersinnlos.“

(ACR)

„Gelänge es den beiden jetzt, zu differenzieren, brächten sie den Mut auf, ihren Blick auf die Chance des Augenblicks zu lenken. Sie sprächen vielleicht aus, was sie schon ewig verschweigen und erzwängen, worauf sie, um des lieben Friedens willen, immer verzichten. Ausweglos in der Forderung eingesperrt, einer unsinnigen Frage eine ehrliche Antwort entgegenzustellen, verlieren sie jedoch die Übersicht und verschleudern eine günstige Gelegenheit. Hilflosigkeit wandelt sich in Zorn, wächst zur Wut und verschließt sich jeder Erkenntnis.“

(ACR)

„Ludger fühlt sich wie ein Keks, der in Kaffee getaucht, keine Wahl hat, ob er schnell oder langsam zerfällt. Mal wird er waagerecht darauf gelegt und gewinnt Zeit, dann senkrecht nach unten gedrückt und löst sich sofort auf.“

(ACR)

„Anna erkennt nur langsam: Das Leben wird nicht von Missgeschicken oder dem was Schicksalsschlag genannt wird regiert. Der Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen durch die Fähigkeit, abstrakt denken zu können. Somit bestimmt er eigenständig, ab wann und auf welche Weise er, in eben dieser Fertigkeit, seine Hilflosigkeit aufgibt, Kraft zu schöpfen beginnt und sein Leben nach eigenem Bilde lebt. Die Freiheit, dazu den Zeitpunkt selbst zu wählen, bleibt ihm.“

(ACR)

„Ihr Lächeln erstarrt zu Eis, stirbt sogleich und beerdigt sich auf ihrem Gesicht. Schweigend, Anna weiß nicht wieso, und wird sich an diesen Zeitpunkt nie erinnern, öffnet sie die Tür komplett und lässt diese beiden Menschen eintreten. Die kommen in ihr Haus und werden alles, was Annas Leben ausmacht, mitgenommen haben, sobald sich die Tür wieder hinter ihnen geschlossen haben wird.“

(ACR)

„Anna unterbricht das Gegacker. Das Verschleudern von Kraft im Streit, wie viel Hausarbeit ein Mann zu übernehmen habe und ob er einer Frau in den Mantel helfen und die Tür aufhalten solle, sei mindestens so unzeitgemäß, wie die Debatte um das Wahlrecht der Frau in Deutschland. „Wäre ich ein Mann, ich würde ihnen die Tür zeigen und die Mäntel hinterherwerfen“, sagt sie. „Sie haben einfach ein schlechtes Benehmen und das vermeindliche Recht darauf ziehen sie allein aus der Tatsache, weiblich zu sein.“ Alle schauen sie an. Sie schüttelt sich, sagt „Böse Weiber“, und wendet sich wieder ihren Unterlagen zu. “

(ACR)

„Anna und Georg bemerken zu spät, es ist unmöglich, nicht erfüllenden Alltag mit Sex auszugleichen. Stimmt der nämlich nicht, zerbröseln letzte Gemeinsamkeiten, die sie bisher mühsam festgehalten haben. Mancherlei wird mit der Zeit hochnotpeinlich, unaussprechlich. So lieben sie sich irgendwann nur noch im Schlafzimmer auf glatt gestrichenen Laken und ergründen nicht, was sie erfrieren lässt.“

(ACR)

„Des Lebens Atemzüge sind für mich Bücher. So auch die Zeit mit ihm. Ein zur Realität gewordenes Märchenbuch? Vielleicht. Ich habe es gelesen, jede Seite aufmerksam und mit Hingabe. Nun steht es in einem Regal. Was ich gelesen habe, ist in mir. Viele Buchinhalte sind in mir; viele Bücher stehen in meinem Lebensregal. Jeder einzelne Lebensabschnitt, manchmal nur ein Moment, findet auf diese Weise Berechtigung und Bedeutung. Manche dieser Bücher sind Geschichten von Ärgernissen und manche die der hellen Freude. Ich möchte so gern ohne Wehmut daran vorbei gehen können und nicht jedes Mal alle diese Bücher heraus zerren müssen, nur weil ich sie einmal gelesen habe. Manches Buch habe ich sofort zugeschlagen und weggestellt. Einige habe ich hundert Mal gelesen, ehe ich mich davon trennen konnte. Ich gebe zu, dieses eine wegzustellen, fiel mir besonders schwer. Ich habe es sehr lange mit mir herumgetragen, ewig darin gelesen, stündlich, später täglich, dann wöchentlich und nun nur noch selten. Jetzt will ich es unbedingt lassen, wo es einen würdigen Platz hat. Und sollte ich darin lesen wollen, will ich nach meinem Ermessen bestimmen, wann und wie lange. Vorbei bedeutet nicht, es war nie da; es bedeutet, es ist nicht mehr, aber es war wichtig.“

(ACR)

„Trauer, dieses Wort lässt kein Lächeln zu. Mit nicht entsprechendem Gesichtsausdruck ausgesprochen, klingt es fremd und ähnelt einem Lügenlied. Nie sieht Anna einen Menschen lächeln, während er diese sechs aneinandergereihten Buchstaben ausspricht. Jemand aufzufordern, anders traurig oder so traurig zu sein, wie andere es sind, ist paradox. Die Trauer des Anderen muss niemand verstehen. Wieso auch? Trauer kann der Mensch, ähnlich wie Liebe, nicht anstellen und schon gar nicht ausschalten, und sie gehört, wie die Liebe auch, jedem ganz allein. Sie ist real unteilbar. Jeder Mensch kann allein trauern und allein lieben. Jedoch bündelt sich nur die Liebe zweier Menschen. Aus diesem sich gegenseitig Lieben wächst grenzenlos Energie und beide Liebenden entwickeln Bedürfnisse, die ihnen ohne einander nicht einmal eingefallen wären. Findet Liebe beim Empfänger des Gefühls allerdings keinen Spiegel, bleibt sie einseitig und im Absender wird tiefer Schmerz geboren. Dieser ist, wie Trauer, einseitig. Es findet sich nicht der Zweite, dem gehört, was der andere sendet. Es spüren sich zwar viele auf, die gemeinsam trauern können, doch der Betrauerte ist kein Spiegel mehr. Er ist nicht mehr beteiligt und wird doch zum Mitwirkenden gemacht, indem jemand um ihn trauert. Er kann sich nicht wehren und nicht integrieren. Über ihn wird verfügt. Um ihn wird getrauert. Um ihn? Wegen ihm? Oder trauert Anna um das verlorene Glück? Ist Trauer egoistisch? Es scheint momentan der Grund für Annas bodenlose Zerrissenheit zu sein, nicht zu wissen, wieso ihr so schmerzt, was er gar nicht mehr wahrnimmt. Da unten. In diesem Erdloch; sie will es nicht Grab nennen. Im glänzenden Sarg.“

(ACR)

„Jeder gelebte Moment der vergangenen Jahre ist eine Perle auf einer Schnur, von der sie meinten, sie werde nie einen Verschluss haben. Nun muss Anna lernen, diese allein zu verschließen und aufzubewahren. Es wird ihr helfen, sicher zu sein, es ging keine Einzige verloren.“

(ACR)

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@ACR (Alle Texte entspringen meiner Feder, alle Gedanken meinem Leben. ACR)

Bei der Gelegenheit: Wer Texte „klaut“, macht den unsinnigen Versuch, mit fremden Gedanken die eigener Mittelmässigkeit zu vertuschen. Das kann nicht gelingen. (ACR)

 

 
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Geht es um …

... meine Empfehlung ...„Denkzeiten“ von  hat mich wieder „gekriegt“

Zitat: „Facebook ist ein schwieriges Pflaster. Es ist vor allem eines mit vielen Fettnäpfchen und  Stolpersteinen.“ weiterlesen

 

Und ich habe wiedermal kommentiert:

Einen Facebookausflug habe ich schon 2008 gewagt und ihn recht schnell, nach 4 oder 5 Monaten – per Löschung meines Acounts, beendet. Damals bin ich nur einmal wöchentlich auf meinem Profil gewesen und ich wusste nicht richtig, wie ich damit umgehen kann.

Was mich seinerzeit gestört hat, habe ich inzwischen mit mir geändert.

– ich habe verinnerlicht, was ich veröffentliche gehört mir nicht mehr alleine. ich gebe etwas her und jeder kann damit machen was er will. Einzige Möglichkeit, dies nicht ansehen zu müssen, ist blockieren. Meine Liste ist lang.

– mir ist klar geworden, ich bestimme die Zeit und den Zeitraum. Mehr als eine Stunde Internetlesen will ich nicht. Schon das ist eine Menge Leben. Es sind im Jahr 365 Stunden und sollte ich noch 20 Jahre aktiv leben können, werde ich am Ende meines Lebens hoffentlich _nicht_ die mindestens 7300 Stunden Internetlesen beklagen. Eine Stunde täglich sind im Jahr mehr als 15 Tage. Von 20 Jahren Leben fällt sozusagen fast ein Jahr komplett ins Internet. (Bei einer Stunde!)

– gebe ich tatsächlich so viel Lebenszeit ans oder ins Internet „ab“, will ich etwas davon haben. Zunächst Freude am Erfahren, Informieren und Teilen. Ständig wird zwar behauptet, alles müsse/solle Spass machen. Ich gehöre eher nicht zu denen, die ununterbrochen irre feixend in den Seilen einer Spasswelt hängen wollen. Mir reicht Freude, die aber rein und frei. Nimmt mir also etwas die Freude am Erleben, lasse ich die Finger davon. Demnach_ kommt immer wieder jemand auf mein Profil und hat das Bedürfnis mich ärgern zu wollen- lösche ich und blockiere. Daheim würde ich so jemand auch des Hauses verweisen

– ganz wichtig, im Zusammenhang mit den bereits genannten Punkten: Es ist mir egal, was andere darüber denken, was ich tue, lasse, schreibe und lese. Natürlich freue ich mich, gefällt jemand, was ich beschreibe, zeige, erzähle, offenbare, aber ich mache mein Wohlfühlen nicht davon abhängig. Was ich schreibe, will ich so, und zwar genauso, formulieren. Sollte jemand meinen, er kann es besser, anders, schöner- Klasse, dann soll er es tun. Mit seinen Gedanken, seinem Können, seinem Wissen. Ich schreibe wesentlich mehr als ich veröffentliche und ich weiss mehr als ich sage. Meinen „Hirngiftschrank“ mag ich sehr. In ihm will ich einschliessen, was nur ich denken will, des Denkens wegen. Ich will mich nicht erklären, nichts beweisen, nicht bedrängt werden, suche keine Ratschläge, will nicht missionieren. Kommunikation bedeutet vor allem- sich gegenseitig informieren. Vergleich, Bewertung, Urteil bedarf sehr viel mehr Vertrautheit als ein FB- Freund ist.

„Lies mit und sag selbst auch was”, wäre meiner Ansicht nach eine gute Kontaktformel.

– verwundert hat mich tatsächlich, wie empfindlich Freunde reagieren, wenn sie im Facebook etwas von mir finden was sie selbst noch nicht wissen. Die spitz klingenden Bemerkungen: “ Ich muss ja nur in FB schauen, dann weiss ich wie es Dir geht“, überhöre ich.

Freund sein heisst nicht mitbestimmen. Freund sein heisst Freund sein. Ich bin Dir Freund, weil Du bist – wie Du bist. Was Du bist ist dabei unwesentlich.

Der Freund, der sich nicht freut, beinahe täglich etwas von mir zu lesen und zu sehen … nur weil es nicht exklusiv ist, will nur meine Lebenssonne, nicht mich.

– wer mit mir anbändelt, wird blockiert. Wer mich bewirbt auch. Wer mich als Postkasten für seine Reklame sieht, ist keine 3 Minuten länger im FB-Freundesstatus. Dieses blödsinnige: „Danke für Deine Freundschaft, bitte besuche auch und schau da und dort”, ist peinlich. Ein Mann, der nur auf eine Seite schaut, weil er rote Haare sehr gerne sieht, soll sich einschlägige Seiten suchen- den blockier ich. Wer mich trotz mehrfachem Hinweis mit Angela anschreibt, wird blockiert. Wer gefällt mir drückt, wenn der 10 Minutenlesetext erst 30 Sekunden öffentlich ist, wird einmal angemahnt, es geht mir nicht um Stimmen, hernach blockiere ich, wenn sich das wiederholt. Wer sich für mich und was ich tue ohnehin nicht interessiert, muss auch nicht auf meiner Freundesliste sein.

 

Ja, so ist es, ich habe mein Profil zu meinem „Wohnzimmer“ gemacht und bestimme, wo meine Möbel wie stehen und sollte meine Einrichtung jemand nicht gefallen- die Welt ist weit- die Tür offen.

Seitdem gefällt mir FB. Ich habe immer Freude und bisweilen sogar richtig Spass. Manchmal hänge ich tatsächlich, vor Vergnügen quiekend, in den Seilen des Tages und lache noch am Nachmittag über Sachen, die ich früh gelesen habe. Ich kann über 2700 FB-Kontakte niemals aktiv pflegen, bekomme mehr Privatnachrichten als ich wirklich pflegen kann und freue mich über anspruchsvolle Leser mehr als über flüchtige Klicker. Es ist eine schnelle Kontaktmöglichkeit rund um die Welt und solange es nicht die einzige Kommunikation ist, Leben.

Und manches Interessante würde ich nie erfahren haben- folgte ich nicht den Links derer, die ich gerne und regelmässig lese.

Mal eine gute Gelegenheiten, zu danken, meinen Facebookfreunden.

 

Beste Grüsse

charlotte

(ACR)

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… Beziehungs —-> Weisen …

VOLL - kommen- e Leere ...

VOLL – kommen- e Leere …

Am Trapez des Schweigens
ist Wortlosigkeit zum
Alltag geworden.

(ACR)

 

 

 

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… bekanntes Unbekanntes …

Schreiben - Entdeckungsreise der Momente

Schreiben – Entdeckungsreise der Momente

Nichts ist neu, sobald ich es aufschreibe. Es hat sich längst in meinem Hirn festgesetzt. Ich bekomme es nur aus dem Sinn, indem ich ein Bild daraus mache.

Ein geschriebenes Bild.

Schrift.

Zunächst entspricht es meinen Vorstellungen nicht. Gedachtes Wort auf Papier wirkt abstrakt. Gesprochenes Wort auf Papier ist ein eigentümliches Bild.
Wie Noten, die Gesungenem hinterherfliegen.

Die Differenz zwischen meinen Gedanken und dem geschriebenen Worten ist im Inhalt minimal, im Bild aber mächtig. Erschreckend manchmal.

Will ich das sagen?
So?
Nein.
Ja.
Finde ich anderes? Schöneres. Transportableres?
Zu viel Worte mit dem gleichen Sinn.
Worte gleichen Inhalts machen nicht mehr.
Schmälern Sinn und Schönheit.

So ist, was eben noch -nicht neu- gewesen ist, unbekannt.
Aufbruch. Suchen nach im Hirn Festgesetzten.
Annäherung. Welch’ Freude. Entdeckungsreise der Momente. Täglich weiter.

(ACR)

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Welt [Punkt]

Welt.

Ins Minus geschrieben beim Lieben.
Nur volle Kassen beim Hassen.
Auch zum Geben kann niemand rückwärts leben.
Und nun?

Was tun.

(ACR)

Welt

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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… vom Alter

vom Alter schön sein

vom Alter schön sein

Inmitten der anderen
blass und längst
ausgelebte Schönheit –
manches Blatt schon welk.
Betörender Duft noch
und das Wesentliche-
dagewesen zu sein.

(ACR)

 

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Wahrnehmen ist keine Mutprobe …

anhalten aussteigen

anhalten aussteigen

(Aus Sammlung: „Es ist .mein. Leben“ von ACR)

In schneller Fahrt
den Kuss des Lebens
wahrnehmen wollen,
ist nur soviel
wie den Schlag
des Windes auf
der Wange spüren.

Das Leben braucht´s
Anhalten und Aussteigen.
Mindestens.

Wahrnehmen ist keine
Mutprobe, sondern Achtung
vor sich selbst.

(ACR)

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1000 Zeilen neu … fast fertig (Auszug)

Erkenntnis ist im Gehen leichter

Erkenntnis ist im Gehen leichter

„Vorm Tod hat sie keine Angst, eher vorm würdelosen Sterben. Der Mensch hat allerhand Vorstellungen und sie, die ehemalige Krankenschwester mit Staatsexamen, ist nicht unwissend, hat viele Tode gesehen. Langsames Herauskratzen des Lebens aus Körper und Geist ist ein elendiger Zustand. Brennende Schmerzen gar. Womöglich Wunden. Bewegungseinschränkungen. Stupides Vorsichhinliegen, reines Vegetieren. Inkontinenz aller Funktionen. Ausgeliefertsein. Die Last der Verantwortung, wie sich die um sie herum Lebenden fühlen. Abhängigkeit von fremder Menschen Lächeln und Hingabe. Bei genauer Betrachtung: Was allgemein unter Sterben verstanden wird, sind seit einigen Jahren für sie die guten Tage. Und so ist heute der, an dem sie abbricht. Das Ganze. Alles. Endgültig. Ein gültiges Ende.“

(ACR)

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… aus meinem aktuellen Manuskript: „Im Spiegel einer fetten Karriere“

In Schönheit ist Wahrheit leicht

In Schönheit ist Wahrheit leicht

„Es gibt sie beständig, diese Momente, in denen der Mensch sich selbst die Wahrheit sagen könnte und es trotzdem unterlässt. Die ungerechtfertigte Überzeugung, im gottverlassenen Gewühl seines Lebens nähme niemand Rücksicht auf den Einzelnen, verpflichtet ihn geradezu, feine Gewirke aus Täuschungen um sich herum zu knüpfen. Anfangs fühlt sich so etwas gut an. Es wird Selbstschutz genannt, wirkt allerdings meist nur im kurzen Vorübergehen und kracht als Enttäuschung mitten in die Wirklichkeit. Allein darin findet sich ein weiterer Grund für das Entgraten der Realität. Nur nicht zu schmerzhaft werden lassen. Schneller Trost hilft. Wer leidet schon gern freiwillig. Hernach vermischen sich Verdrehungen, Erfindungen, Ausschmückungen miteinander, malen das Leben ein wenig bunter oder erklären vermeintlich Unverständliches. Schließlich verschaffen nicht einmal mehr Trugbilder eine Atempause. Das Unausweichliche steht vor der Tür zur Erkenntnis. Nur Wahrheit hilft. Welche Wahrheit? Woher unter all den unzähligen Wahrheiten die finden, die wirklich wahr ist?“

(ACR)

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Der Biss des Lebens ins Leben muss nicht immer gross sein …

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Das Bisschen ins Leben
… eines der schönsten bisschen vom Bisschen

(ACR)

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10. JUni 2013

10. Juni 2013

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

… abendliches

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… abschiedliches

 

 

 

 

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Blogverzeichnis

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… die Summe meines Fühlens besteht aus vielen Einzelteilen …

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei genauer Betrachtung liegt die Sicherheit meines Lebens darin,
immer neu der Leidenschaft zu dienen und immer neue Leidenschaften zu fühlen.

Insoweit ist Leidenschaft die Basis der Sicherheit meines Lebens.
Ich bin sicher, ohne Leidenschaft stürbe ich.

Wobei:
Leiden —- schaft, die Wortzusammensetzung spricht aus, was amitgenommen werden muss,
sofern es auf dem Wege liegt.

Im Wandel der Zeit ändert sich das “Leiden”, aber es ist da.
Und sei es nur die nie endende Suche nach Perfektion.

(ACR)

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.. wie lange, warum, wie frei freiwillig …

Wieder „Denkzeit“ besucht und interessanten Beitrag entdeckt.

Zitat:
„Die Zeiten haben sich geändert, die herkömmlichen Rollenmuster sind aufgeweicht und politische und finanzielle Heiratsgründe verpönt. Die Liebe zählt – und nur sie allein. Was auf Liebe gründet, soll ewig währen. Nebengeschäfte sind tabu. Dass es sie noch immer gibt, weiss man, will man aber nicht wirklich wahrhaben oder aber man hofft, dass der Kelch an einem vorüber zöge. Frau hat den Vorteil, einfach gehen zu können, sie hat heute Möglichkeiten und Wege, hängt nicht mehr zwangsläufig am Mann dran. Mann findet sich als nicht verheirateter in guter Gesellschaft, je höher die Karrierestufe – so liest man – in umso zahlreicherer.“       hier weiterlesen

Habe wiedermal kommentiert:

ACR | Juni 6, 2013 um 8:01 nachmittags

Früher:
Ob Liebe wirklich so selten Basis einer Ehe gewesen ist? Ich denke, es ist abhängig vom sozialen Status.
Beispielhaft: Zille „sein Milljöh“ ist was anderes als Madame Bovary, Effi Briest oder Anna Karenina. Auch die Kameliendame ist nochmal eine andere „Kategorie“.

Die Rollenmuster:
Sie sind an ihre Zeit gebunden. Wann die Frauen die Zeit und wann die Zeit die Frauen veränderte, lässt sich am Zahlenstrahl der Geschichte ablesen. Das trifft für Männer ebenso zu.

Geschichte

Geschichte

Erstaunlich, bei genauem Hinschauen ist die Entwicklung dann wesentlich, wenn Männer und Frauen sich auf Gedeih und Verderben ergänzen MÜSSEN z.B. in und nach Kriegszeiten.

Jedoch halte ich diese Gesichtspunkte für gar nicht so ausschlaggebend.

Eher denke ich, wir leben heute so viele Jahre aktiv und entwickeln uns noch in Altersgruppen weiter, in denen die Menschen früher schon „fertig“ gewesen sind.
Wir werden nicht nur älter, wir werden gesund älter.
Wir werden nicht nur gesund älter, wir sind auch länger „gut erhalten“.
Wir sind schön. Wir erlauben uns Schönheit, nutzen Signale, auf uns aufmerksam zu machen. Wir sind gebildet, jedenfalls haben wir jede Möglichkeit uns weiterzubilden. Wir sind informiert und haben unvergleichlich mehr und vielfältigere Gelegenheiten, uns zu informieren. Wir sind mobil und es gibt kaum wirkliche Grenzen weltweit, uns zu bewegen.

Warum also nicht mehrfach aufbrechen? Warum nicht vielfach erleben? Warum am gedeckten Tisch des Lebens verhungern, wenn der Partner nicht mitessen will?
Warum unbedingt zusammengenagelt alt werden?
Warum nicht – jeder für sich- Lebenszeit bunt malen?

Weil es anständig ist? Ist es tatsächlich anständig, sich gegenseitig das Leben »zu nehmen«?
Wieso nicht gegenseitig die Freiheit gönnen, anders zu leben?

All diese zusätzliche Lebenszeit und all die (Lebens-)Möglichkeiten schärfen die Sinne umso allerhand mehr, machen somit bereit für Veränderungen, lassen Neu—-Gier zu.

Entwickeln sich in einer Ehe nicht beide, wird sie zur leeren Hülle. Andersherum- wer versucht, Ehe übervoll zu stopfen, wird darin ersticken oder den anderen vertreiben.

Ehe bedeutet nicht Kongruenz, sie schafft freie Koordinaten.

Es ist letztendlich nicht wichtig, ob Ehe oder nicht. Die ehemals wesentlichen Gründe dafür sind längst weggefallen.

In keinem Alter ist Individualismus so möglich wie ab über 50.
Mit 60 beginnt so etwas wie vollkommene Freiheit, Unabhängigkeit.

Warum nicht geniessen? Warum nicht nochmal aufbrechen? Nicht in Eile und nicht aus Übermut- oder wieso nicht in Eile und warum nicht voll von Übermut? Wo ist das Mass? Wer steckt die Grenze? Was taugt die Meinung anderer über das eheliche Verfahren wieder anderer?

Warum überhaupt über die Ehe anderer nachdenken? Wieso nicht auf die Eigene konzentrieren? Vergleiche suchen?
Im Zusammenleben anderer sind Vergleiche nicht möglich. Die einen klammern sich, wegen einem Kredit, unbedingt an das gebaute Haus und andere denken, unbefriedigt zusammenleben sei besser als alleine bleiben. Viele andere Lebenskonzepte gibt es ebenso.

Dabei ist es so einfach. Es bedarf nur der Ehrlichkeit und des Bewusstseins- Menschen sind nie alleine unglücklich.. Unglück, Unzufriedenheit ist wie ein staubiger Wind- es trifft auch die im Umfeld.
Und Glück, Zufriedenheit? Oh, ein betörender Duft und oh (kein) Wunder, er verbreitet sich auch und lässt lächeln.

Wieso also nicht mehrfach lächeln im Leben, statt endlos Staub von den Schultern wischen?

Eine Rakete stürzt ab, werden die ausgebrannten Stufen nicht abgeworfen- ein Leben wird zur schweren Last, beim Versuch alle ausgebrannten Abschnitte mitzuschleppen.

Sich trennen bedeutet nicht sich hassen, sondern sich beschenken.

... es ist auch  Liebe- loslassen zu lassen

… es ist auch Liebe- loslassen zu lassen

Schenk mir (mein) Leben, heisst die Trennungsformel, in der, von Respekt getragen, noch Liebe wohnt. Und dazu reicht ein so langes Leben eben mehrmals. Für Beide.

Manchmal denke ich übrigens: ‘Warum warten Männer oft so lange bis Frauen gehen. Sie haben doch oftmals viel eher Grund’.

(ACR)

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Von schweren Schafen, Revolverkerben und Ballspielen … auf „Druckstelle“

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Mit ausgesprochener Freude besuche ich den Blog     Druckstelle  immer wieder und finde oft besondere Artikel, die mich regelrecht zum Kommentieren verführen.

So auch diesmal:

Zitat aus dem Blogbeitrag von „Druckstelle:“

„Abschied ist ein schweres Schaf

Abschiede sind meist freundlich, gern herzlich, dann und wann auch lieb. Grußformeln beenden eine Korrespondenz oft standardisiert, vielleicht noch meteorologisch, lokal oder adverbial nuanciert. Schlussformeln gehören sprachwissenschaftlich in die Phraseologie (!) und unterliegen nicht den „Bedingungen der Aufrichtigkeit“. So weit, so gut. Ein kreatives Lebewohl mag ich sehr gern lesen, bleibt hier doch Raum für individuelle Ausbrüche. Echte Hingucker. Für jeden Autor, für jeden Briefeschreiber eine Chance. Zweimal hinsehen musste ich auch im folgenden Brief – und dann wurde mir schlecht. Was soll ich nur davon halten?“

ich habe kommentiert:

Danke!

Habe schallend gelacht und mich an manches erinnert- zumal die Überschrift wunderbar viel Spielraum lässt.

Meiner Erfahrung nach wollen »Abschiedsnehmer« oder »Abschiedsbekommer« demonstrieren, auf welcher Seite das letzte Wort liegt.
Ist wie ein Ballspiel: Niemand kann ihn fangen,
aber er liegt nun auf der »anderen Seite«.

Ballaballa

Ballaballa

Wie eine Kerbe in den virtuellen Revolvergriff schnitzen: »Dem habe ich (noch) eine geschossen.«

Mir sind Menschen begegnet, die ich eindeutig verabschiedet habe.. Wer mich dabei falsch oder nicht versteht, kann nicht anwesend gewesen sein.

Ich werde nie laut, wähle allerdings eindeutige Worte. Beispielsweise: »Das mit uns wird nichts. Es liegt an mir. Ich mag Sie nicht.«

Unmittelbar darauf kommt eine Nachricht, die mir einen späteren Anruf oder anderweitigen Kontakt avisiert. »Wir müssen reden!« wird sowas meist über- oder unterschrieben.

Muss? Ich? Hatte ich nicht eindeutig gesagt, was ich gesagt haben will?

Antworte ich nicht, kommt wirklich Post, Anruf oder gar »Besuch«. Also antworte ich vorsorglich:

»Bitte- nein- müssen wir nicht. Es geht auch so bestens.

Verabschiedet hatte ich mich bereits

ACR«

Manche haben daraufhin schon kurz und knapp so etwas wie »Blöde Kuh« geantwortet. Ich bin immer wieder überrascht, was dem Tierreich so untergeschoben wird, kann aber nicht nachholen, was Biologielehrer schon nicht zu vermitteln vermochten und lasse es reaktionslos stehen. Andere haben mir ihren ganzen Lebenslauf geschickt, um zu erklären, warum sie sind wie sie sind.

Warum m ü s s e n Menschen denn unbedingt alle innig miteinander verbunden sein        m ü s s e n? (Doppelmüssen ist gewollt)

Zu meinem Bedauern unterliegen Anreden und Schlussformeln sprachwissenschaftlich nicht den „Bedingungen der Aufrichtigkeit“. So beginnen und enden sehr wichtige Schreiben meist mit einer Lüge. Streitende schreiben sich mit »hochverehrte« an und unterzeichnen mit »hochachtungsvoll«. Vollkommen Fremde ebenso oder ähnlich und wer sich gegenseitig nicht leiden kann, kramt immerhin noch ein »Liebe XXX » heraus und unterzeichnet mit »besten Grüssen«.

Da ich mich daran nicht beteilige, gelte ich als sonderbar. Obwohl ich nie unter ein Schreiben
»Sonderbare Grüsse« gesetzt habe.

Ich kann es beweisen: *** lache

Obwohl es heute hier grau in grau ist und Wind weht
schicke ich keine angegraut – verwehten,
sondern

Viele Grüsse

charlotte
(ACR)

Und später nach einem weiteren „Einwurf“ (bitte selbst die Seite besuchen)
nochmal habe ich kommentiert:

Zitat: “Sich nicht mögen, muss möglich sein müssen. Einer mag mich nicht, heißt eben nicht, dass mich keiner mag. Selbst wenn.”

Klasse. So empfinde ich es auch. “Selbst wenn”. Ich kann sowieso nicht beeinflussen, ob, wie und warum mich jemand mag. Selbst in allerhand Fällen, in denen mir endloses Mögen versichert worden ist, sind es, bei genauerem Hinschauen, nur Nettigkeiten gewesen, die, Rüschenbluse gleich, zu nix anderem taugen als Problemzonen zu kaschieren, was- wir wissen es alle- zur besonders auffälligen Betonung derselben führt.

Lügen sind hübschende Rüschen und Feigheit sogar recht bunte. Es ist meines Empfindens nach unwürdig, jemand Ungemochten in dem Glauben zu lassen, er sei gemocht. Damit wird demjenigen jede Empathie abgesprochen und ihm ein dauerhaft unwohles Gefühl übergestülpt. Es ist aufrichtig, dem Anderen nicht dieses dieHoffnungstirbtzuletzt- Gefühl aufzupfropfen. Es verleitet zum Nichtstun, abwarten, bis die Hoffnung sich erfüllt.

…schau hin und Du wirst erkennen …
… zeig‘ Dich und Du wirst erkannt …

Von niemand gemocht zu werden ist gar nicht möglich. Liebreiz hat jeder Mensch. Zur Liebe reizen … ist allen Lebewesen in die genetische Wiege gelegt.

Wer wen tatsächlich mag, stellt sich erst heraus, wenn das Leben nachwiegen muss. Meist reicht Mögen nur bis dahin, wo sich die Meinungen trennen und das Jasagen zur Pflicht wird. Ich mag es nicht mal als Kür.
Ausserdem gibt es weltweit mehr Menschen, die sich gar nicht kennen als sich nicht mögen und die sind wiederum mehr als die Sichmöger.

Und schon an dieser unglaublich schmerzenden Satzbaustelle wird die Crux an dem Ganzen deutlich- das ständige Vergleichen. Mich mögen weniger als Dich aber dafür kann ich mehr leiden als Du.

Das ist mir zu kompliziert. Ich spiel nicht mehr mit.

Ich mag mich, bin geradezu begeistert von mir. Das ist Basis meines Lebens. Alles weiter … wäre ohne diese Basis wesentlich unangenehmer als jetzt.

Vergleichendes altes Mädchen
grüsst hinaus in die Welt

lachend

charlotte
(ACR)

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Von Mammutjagd bis Pfauenfeder …

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… habe heute einen Artikel zu einem meiner bevorzugten Themen gefunden und kommentiert:

Denkzeiten.com
Juni 4, 2013 von cosima1973

Pfauen und andere Tierchen.
Sieht man das männliche Pfauentier mit stolz geschwellter Brust daher schreiten, den Schweif in bunter Farbenpracht gespreizt, förmlich schreiend nach Bewunderung, nimmt sich das eher blasse, kleine Weibchen daneben sehr unscheinbar aus. —> weiterlesen

mein Kommentar dazu:
ACR | Juni 5, 2013 um 7:40 vormittags

Entwicklung endet nie, egal ob sie schnell oder langsam fortschreitet. Es ist nur die Frage, wohin sie führt.

Nachdem die Frau nicht mehr sein will, was die Natur ihr   a n g e b l i c h   ins federkurze farblosgraue Kleid gewebt hat, darf der Mann auch nicht mehr sein, was er genetisch in die Wiege gelegt bekommen hat?

Ich verstehe diese Mann-Frau- Gender -Dinger wirklich nicht, wenn sie übertrieben werden.
Längst geht es doch nicht mehr um Recht auf Bildung oder Selbstbestimmen der Frisur.

Mammut-BlogDie Position des Mannes in der Familie, Gemeinschaft, Gesellschaft ist eine über Jahrtausende gewachsene. Immerhin ist er es gewesen, der die Mammuts erlegt hat. Mit Lanzen und Mut und List. Unter Lebensgefahr.
Die Ernährung der Familie, Gemeinschaft ist existentiell gewesen. Damit auch die Fortpflanzung. Konnte statt ihm niemand für seine Sippe jagen, gab´s kein Sozialamt. Und während er gejagt hat, musste jemand das Mammut verarbeiten.

Zu dieser Zeit, und daran sind die heute lebenden Männer nun wirklich nicht schuld, schnappte ein Mann ein Weib am Schopf, zog es in seine Höhle, zeigte auf Felle, Feuer und Mammutstücke und sie wusste Bescheid.
Da gab´s keine Debatten um den richtigen Platz fürs Feuer. Es wurde nicht über neue Höhlenanstriche diskutiert und das nächste Nagelstudio lag so viele Jahrhunderte um die Ecke, da hat sie es zu Fuß eh nicht hingeschafft. Es wurde nicht aufgemuckt, wenn das Rauchzeichen der Nachbargemeinschaft zur Jagd gerufen hat. Quatschen oder Leben ist die Devise gewesen.

Für die Erhaltung der Grundlagen des Lebens der gesamten Gemeinschaft wurde der Mann gefeiert, geschmückt und durfte ein Zeichen oder/und einen besonderen Namen tragen. »Ao, der Mammutjäger« Heute wird das Motivation genannt und gilt als wesentlicher Antrieb des Lebens.

Zeitsprung.

So wie die Frau erstmal erkennen musste, wie wichtig Bildung für sie ist, so musste Mann begreifen, das mit dem Mammutjagen ist vorbei. Beides sind keine leichten Prozesse gewesen und unterschiedliche Einflüsse haben dazu beigetragen. Es haben nicht die Frauen die Welt verändert und nicht die Männer den Fortschritt aufgehalten. Es haben die Menschen gelernt, anders miteinander umzugehen.

Und sollten Frauen in den Vordergrund gehievt werden wollen, so nicht wir. Wir bekommen nicht mal mehr nasse Hände beim Bodenwischen und bedienen Knöpfe von Maschinen, die vom Waschen bis Kaffeekochen alles können. Wir haben längst in allem das letzte Wort.

Denken wir mal kurz daran: Neben den Suffragetten sind weltweit viele Frauen aufgestanden und haben berechtigte Ansprüche, Beteiligungen, Anteile, angemeldet. In den USA ist meines Wissens z.B. im Zuge des Kampfes gegen die Sklaverei einigen Frauen aufgefallen, es kann nicht nur um die Freiheit der Männer, sondern auch um unsere gehen. Hier finden wir Vorreiterinnen, Kämpferinnen. Da war Kampf auch noch notwendig. Da ging es auch um Leben und Tod- bei den Kämpfen. Da schützte noch kein Gesetz. Im Gegenteil.

Zeitsprung.

Mit der Arbeitslosigkeit ist dem Mann das genetische Genick gebrochen worden. Seine Familie, seine Gemeinschaft darf er nicht mehr ernähren. Er hat damit die Federn abgenommen bekommen. Sie liegen an der Kasse der Gesellschaft, bei der ARGE. Der Mann trägt nur Abbilder seiner Federn. Manchmal. Wenn Frau es gestattet.

Zeitsprung.

Frauen haben vor vielen Jahren darum »gekämpft«, der Mann möge sich seinem Nachwuchs mehr widmen. Kinderwagenschiebende Männer wurden von Frauen gefeiert und von Männern verlacht. Später sind die Männer mit in den Kreisssaal gezerrt worden. Es gibt inzwischen Vaterjahr und allerhand alleinerziehende Väter.

Schwuppdiwupp ist genau das inzwischen zur Waffe geworden. Damit erlegen Frauen keine Mammuts, sondern sie zeigen Männern, wie deren sowieso nur noch angeklebten Federn schmerzhaft gestutzt werden.
Und der Vater, der alles tut, um sein Kind wenigstens zu sehen, muss sich in Acht nehmen, nicht noch als Storker verurteilt zu werden. Alleine die hingehauchte Bemerkung der Frau, es könne sein, er habe das Kind angefasst- reicht aus- um nicht nur die Federn raus-, sondern die Haut auch noch abzuziehen. Und Frauen wissen das sehr genau und gut. Männer auch. Deshalb zerreissen sie artig unaufgefordert auch noch ihre Pfauenfedernbilder.

Ich fürchte, es wird nicht erkannt, -wann- die Grundlage für Kampf um Rechte einfach die Basis verliert. Ist unterhalten über Bedürfnisse nicht zeitgemäß?

Das ewige: »Frauen und Kinder zuerst« sollte überdacht werden.
Alleinerziehende Mutter ist zur gesellschaftlichen Formel geworden. Frauen und Kinder kranken daran.

Wie viele Mütter sind alleinerziehend und wie viele wären es wirklich- liessen Mütter endlich den Vätern das Vatersein.

Das ganze gendertechnische Gehabe mal in die Waagschale des Lebens zu legen und NICHT unter dem Gesichtspunkt betrachten, ob Frau wirklich Siegerin ist. Eher hinschauen, was tut uns gut?

Wer übernimmt die Verantwortung für ganze Generationen »vaterloser« Kinder, denen mittels Manipulation nicht mal mehr das Rechtsempfinden ihrer Väter bewusst werden kann.

Ich denke, Frauen sollten vorher genauer hinschauen, wie sie nachher leben und nicht vorher den angeln, den sie sich nachher zurechtbiegen wollen.

Ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,  ich bin ein Hahn,

Ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn, ich bin ein Hahn,

Manchmal kommt es mir vor, Frauen wollen solche Einheitskerle wie die aktuellen Schauspieler und Sänger, die sowieso alle wollen. (Ich werde nie verstehen, wieso) Und weil -die- -sie- nicht wollen nehmen sie den, dem sie dann ewig vorwerfen, nicht so zu sein, wie diese Einheitskerle.

Hey Schwestern, es sind die Pfauenfedern der Einheitskerle auf die Ihr fliegt.

Nach vielen Lebensjahren, die ich nicht nur mit einem Mann verbracht habe, ist mir der Mann wesentlich lieber, der seine genetischen Pfauenfedern nicht stutzt und schon gar nicht stutzen lässt. So zu sein, wie eine Frau den Mann macht, ist für den Mann nicht spassig und für sie auch nicht.

Auf der Suche nach Vervollkommnung dürfen, sollen, müssen beide bunt und klug sein. Jedenfalls ist das die Erkenntnis meines Lebens.

(ACR)

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Lichtblicke

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Lebensfreude

Lebensfreude

Und
ich habe
das Licht gesehen,
vollkommen frei von
jedem Schmerz,
konnte loslassen,
aber nicht gehen
und so wusste ich,
es ist noch nicht meine Zeit.

(ACR – aus ca. 1973)

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Wünsche sind das Vorwärtsleben,
Erfahrungen das Rückwärtsverstehen,
Erkenntnisse die Gegenwart.

Leben

Leben

(ACR)

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Die Heimkehr „meiner Anna“ – ein Brief an sie …

Rückblick – der Übersicht wegen

... Alles auf Anfang. Nur mein Manuskript und ich. Pures Wohlbehagen ...

… Alles auf Anfang. Nur mein Manuskript und ich. Pures Wohlbehagen …

54 Monate ist sie »weg« gewesen, »meine Anna«. Ich hatte schon Abschied auf immer genommen.
Nun ist sie wieder da.
Ich habe die Rechte zurück.
Alle.

Liebe Anna,

ich verspreche, nie nie nie wieder werde ich jemals auch nur eine Zeile aus meiner Hand geben. Nie wieder wird mir jemand sagen, was und vor allem wie ich etwas schreiben soll. Und nie wieder wird irgendjemand und nenne er/sie sich noch so berufen und (aus) gebildet, irgendetwas an Dir herumlektorieren oder Fehler in Dich hineinkorrigieren.

Wir werden uns ab Mitte Juni »einschließen« und aus Dir machen, was Du schon mal gewesen bist und immer sein solltest.
Hernach wirst Du zunächst in einem eBook »wohnen«. Später sehen wir weiter.

Und alle, die Dich in Deiner jetzigen Form gekauft haben, werden Dich in einem eBook geschenkt bekommen, damit sie wissen, wie schön Du in Wirklichkeit zu lesen bist.

Vom ersten Gedanken an habe ich Dich geliebt und daran hat sich nichts geändert.

charlotte

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Wortwelten- Fragelesen- Wissenwollen-

Worte.

Wortelesefragenwissenwollen

Wortelesefragenwissenwollen

Manchmal kann ich sie nicht nur einfach lesen, manchmal fragen sie mich; wollen wissen was sie bedeuten.

Heute ist das so.

Wie funktioniert: „Sie schliessen die Augen und schauen ins Nichts“?

Heisst es himmelhoch auch bei tiefhängenden Wolken und wieso heisst es bitterböse und nicht süssböse oder sauerböse?
Reicht nicht böse oder unwirsch und warum ist jemandes Laune essigsauer? Gibts zuckersauer auch? Süss-sauer ist was anderes. Das ist nicht so festgelegt, nicht nur sauer wie Essig.
Ausserdem ist Essig schon lange nicht mehr nur sauer. Es gibt auch würzigen und dicken und hellen und viele mehr. Süss-sauren Essig gibt es auch? Auf jeden Fall aber gibt es fruchtigen Essig.  Wie ist es also neuerdings mit Launen bestellt, jetzt, da Essig längst nicht mehr nur einfach sauer ist. Bekommen wir bald apfelsaure Essiglaune?

Gibt es neben tiefer Enttäuschung auch hohe Enttäuschung und warum muss ein Fall immer tief sein? Hoch fallen wäre ja fliegen.

Warum muss es hinunterschlucken heissen? Hochschlucken gibt es nicht.
Oder ist hochschlucken ein kultivierterer Ausdruck für den unkultivierten Ausdruck für Erbrechen?

Warum heisst es -mit dem Kopf nicken-, wenn jemand nickt?
Mit welchem Körperteil nickt der Mensch sonst noch?

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Worte.
Manchmal kann ich sie nicht nur einfach lesen, manchmal fragen sie mich; wollen wissen was sie bedeuten.

Heute ist das so.
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(ACR)

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Warum lassen wir uns nicht wie wir sind und werden was wir wollen …

ist mein allererster Gedanke gewesen- der sich unzählige Male wiederholte, während ich die Artikel hinter dem Link las.

Literaturcafe.de – Große Diskussion um Self Publishing 

Zwei endlos lange, mangelhaft strukturierte und mit Sicherheit nicht verlagslektorierte Artikel eines Autors, die meiner Ansicht nach nur als Mehrtagslesestoff taugen und einen außergewöhnlich gewöhnlichen Einblick in eine Welt aufdrängen, die offensichtlich noch wesentlich kreativitätszerstörender ist als ich es mir je vorstellen konnte/wollte.

Zuerst wollte ich es einfach überblättern, kleines Kreuzchen rechts oben drücken und gut. Jedoch hat es mich nicht in Ruhe gelassen, mit wie viel „man“ scheinbare Argumente paniert werden, die nicht nur hinter oftmals anonymen Usernamen  verwaschen werden, sondern vor allem auch durch sich selbst kaum Aussagen beinhalten.

So habe ich, statt das Kreuzchen rechts zu drücken, das Kommentarfeld ausgefüllt und losgelegt:

ACR Kommentar:

Angela Charlotte Reichel schrieb am 12. Mai 2013 um 14:20 Uhr

ich zitiere Sie:
“Vorab: Dieser Text von Tom Liehr richtet sich nicht an jene, die mit der Selbstveröffentlichung irgendwelcher Texte via KDP & Co. ein schönes Hobby für sich entdeckt haben, sondern an Menschen, die sich mit der Idee, Schriftsteller zu werden, zu sein und zu bleiben, ernsthaft auseinandersetzen, aber möglicherweise irrtümlich annehmen, die Aufgabe der Verlage bestünde allein darin, Bücher herzustellen.”

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Angenommen Menschen kämen auf die Idee, einzige Bestimmung der Verlage sei das Herstellen von Büchern.

Worin liegt die enorme Gefahr, vor der Sie warnen? An irgendeiner Stelle nennen Sie ein Werk, welches, nach meinem, zugegeben, flüchtigen Eindruck, wie eine ständig erweiterbare Werkstatt Instrumente feilbietet. Damit können Schreibende, die nicht denken der Verlage alleinige Aufgabe sei das Produzieren von Büchern, ihre Arbeiten denen angleichen, die vermuten, sie seien die Sachkundig(st)en auf dem Gebiet.

So etwas ist Zeitgeist. Es gibt auch viele, die sich Nasen, Hinterbacken und Augenbrauen nach anderer Leute Körperteilen nachformen lassen, weil sie vermuten, die seien schöner und führten zu Erfolgen.

Allgemeiner Abschied von Alleinstellungsmerkmalen oder grundsätzliche Faulheit, selbstständig nach einer Lösung zu suchen?
Die Behauptung, das Rad müsse nicht ständig neu erfunden werden, wird durch die weltweit unterschiedliche Weiterentwicklung des Rades zur Floskel.

In Foren kochen immer die gleichen Wisser an den gleichen Suppen für unwissende Esser? Fühle ich ähnlich. Egal, welche Tür aufgemacht wird, dieselben sind immer schon da. Und es gibt alle möglichen Bemüher. Die, die anderen nachrennen, selbst gehen, nichts tun, abschreiben, Rezension gegen Rezension tauschen, Gefällt-mir – Marathons starten, Endlosteiler, Gegenseitigkaufer, Dauerkopierer. Es gibt jene, die hofieren, probieren, testen, löschen, neu schreiben, jammern, klammern, still bleiben, laut schreien … es gibt die Neider und Nichtleider, die Affektierten und die Angeschmierten. Es gibt die Tuschler und die Aufrichtigen und deren Gegenüber. Und viele mehr, alles, was unter Menschen überall üblich ist, bleibt und geworden ist.
Unter Verlagsautoren wie unter Nichtverlagsautoren, unter Hausfrauen wie unter Unternehmerinnen.

Im Zusammenhang mit Self Publishing gibt es kaum irgendetwas ohne Verkaufszahlen oder Verdiensten, Ranking und Preisstaffelung. Informationen, Diskussionen, die alle mehr oder minder etwas mit Geldverdienen zu tun haben sollen und es nur in Einzelfällen wirklich erreichen.

Der Kunde Leser liest mit und wird informiert, auf welche Weise er geködert werden kann, wie er als Markt aufgeteilt wird, wie dick die Scheibe Schinken ist, die er auf des Autors Brötchen finanziert.

Wem`s gefällt. Rechter als recht hat keiner von allen. Es ist ein reines Vertreten eigener Ansichten, von mir aus Glaubensbekenntnisse, was auch immer.
Es ist m e n s c h l i c h.

Schriftsteller sein ist ein freies Leben. Diese Freiheit geht in all dem baden und ertrinkt, was daran hindert, frei zu sein. Freiheit ist selbst bestimmend. Sie bedarf einerseits Disziplin und sich zu sich bekennen und andererseits ein paar banal anmutende Voraussetzungen. Meinen die einen, dies biete ein Verlag, ist das meines Erachtens genauso rechtens wie die Überzeugung all derer, die auf anderen Wegen gehen.

Eine Vorstellung teile ich. Verlage suchen in der Mehrzahl keine Werke. Sie suchen Handwerker, die in ihrem Auftrag und Sinn genau das produzieren, von dem angenommen wird, die Leserschaft sei gewinnbringend.

Na und?

Eilten die einen den Verlagsautorenideen und die anderen den Manifestideen der alles selber machenden Nichtverlagsautoren mit der Werkzeugausgabe nach, blieben Sie derjenige, der über all dem steht und die Richtung vorgibt, nämlich hin zu IHREN Vorstellungen?

Woher wissen Sie alles und warum glauben Sie daran; an sich, was sie tun, was sie unterlassen?

Was unterscheidet Sie von all denen, die auch an sich glauben und demnach weniger an Sie?

Machen Sie und viele andere das Werten, Bewerten, Beurteilen, Vergleichen künstlerischer Arbeiten nicht am Ergebnis, sondern an der Machart fest? Ich weiß jetzt schon, ich wähle einen hinkenden Vergleich, frage dennoch: Ist ein handgestrickter Pullover weniger wert als einer aus der Produktionslinie? Na hallo, da hat aber jemand nie ein 3 Euro 99 Maschinenstrickteil gesehen.

Oder reden wir von Marken? Ist eher der Mensch einer Marke nahe (wenn es auch komisch klingt) als ein Verlag?
Schriftsteller, Autor, Verlag unter die sogenannten Räder kommen können sie jederzeit. Einzeln und als Paket.

„Lobe den Sonnenuntergang erst als schönsten, wenn Du sicher sein kannst, Du erlebst keinen weiteren.“ (ACR)

Folgten Sie mit Ihren Ausführungen ausschließlich dem menschlichen Drang eines Autors, über die Erfahrung mit den eigenen Werken zu sprechen, brauchte es weder den Umfang noch die unendlichen Füllworte, Worthülsen und Beispiele.
Demnach folgere ich subjektiv, Sie wollen polarisieren.
Mit welchem Ziel?
Ich gebe zu, an einigen Stellen Ihrer Ausführungen habe ich herzlich gelacht. An anderen wurde ich lediglich von der Kaffeetasse in der linken und der Maus in der rechten Hand daran gehindert, eine unanständige Handbewegung zu machen. Das geht mir bei Bohlen aber auch so und bei der Schwarzer. Auch Nietzsche reizt mich gelegentlich zum Kopfschütteln, Stirnklopfen oder zum „Aha“, dem Effekt, der weiterbringt und weiter bringt. Bei Bohlen denke ich eher an einen Narziss, bei Frau Schwarzer daran, wie viel einfacher es zu sein scheint, für Prinzipien zu kämpfen als in ihnen zu leben, na und Nietzsche steht für mich als ein Beispiel, was einem anderen in den Mund gelegt wird, der sich nicht mehr wehren kann.

Aber ich komme beim Lesen Ihrer Ausführungen nicht weiter, erkenne nicht, wohin Sie wollen mit dem Leser, dem Einseher, dem Erkenner, dem Jubler oder dem Widersprecher. Gut, es käme noch der Frager hinzu. Ich rechne mich zu Lesern und Fragern.

Ein Mann wie Sie (Gendertechnische Schnörkel lasse ich weg- es könnte auch eine Frau wie eben nicht Sie, sondern eine –irgendeine- Frau, die von der Sache gleichviel oder gleichwenig oder Gleiches versteht oder gleiche Ansichten vertritt oder so …. Sie merken, ich bin eine, die das mit der Frau/Mann Trennung einfach nicht hinkriegt, und eher Mensch sagt. Nur klingt in diesem Falle: „Ein Mensch wie Sie“, … untertonbehaftet und so bleib ich ganz bei mir, und wie ich bin, und komme auf -à ‚Ein Mann wie Sie‘, zurück.)

Also: Ein Mann wie Sie sollte nach meiner Vorstellung nicht nur polarisieren und auch nicht in seine Richtung weisen. Ein Mann wie Sie verfügt über Möglichkeiten, zum Nachdenken anzuregen, dem Aha – Effekt ans Licht der Erkenntnis zu verhelfen. Ich bekomme den Vergleich mit Lotto spielen und der Chance, Manuskripte an Verlage zu schicken und Beachtung zu finden mit Einschränkungen zusammen. Lottozahlen werden gezogen und hängen nicht einen Deut daran, ob der Redakteur der Sendung zurzeit Stress mit seiner Frau durchlebt.

Der Lektor, und sei er noch so professionell, der gestern auf einer zu kurzen, schmalen Couch nächtigen musste, nachdem ihm seine Frau was von Gleichberechtigung geblasen hat, wegen des Mülleimers, wird heute früh die feministischen Anwandlungen eines Manuskriptes vollkommen anders werten als der Macho, der über solchen Krümelkram sowieso nur lacht. Ich bin sicher, der eine kann es nicht ertragen und der andere feixt sein: „Lass sie mal“, in die Kurznotiz, dies solle sich noch jemand anderes anschauen. „Lesenswert. Lustig allemal.“

Lottospielen, Suizid, was auch immer Sie noch beispielhaft heranziehen, hätte zu allen Zeiten zur Verhinderung einer Veränderung geführt. Und! Stets ist so etwas auch versucht worden. Anderssein ist Unsicherheit. Für wen? Fürs Alte? Es hat sogar Kriege gegeben, zwischen Fortschritt und Stillstand oder gar Rückschritt. Niemand wollte Wege frei machen. Raum schaffen. Zurücktreten.

Sofern Sie jedoch über den Büchermarkt reden, von Schriftstellern, Autoren, Dichtern geht es nicht ums Wegfreimachen. Es ist kein Verdrängungsprozess. Es sollen nicht die Pferdekutschen durch Lastkraftwagen abgelöst werden. Es bieten sich durchs Internet andere Wege, weitere Möglichkeiten, zusätzliche Entfaltungen, Ausgangspunkte für Experimente. Menschen leben länger. Sie sind geistig beweglicher, sie haben in den letzten Jahrzehnten an Mobilität gewonnen. Nicht nur die elitäre Gruppe verlagsbestätigter Menschen hat etwas zu sagen. Da ist was herangewachsen seit der Erfindung des Buchdrucks.

Seit Menschengedenken sind Versuche die Grundlage für Umbrüche, Veränderungen, Abweichungen, Neues. Ist nicht alles, begonnen vom Entdecken und N u t z e n des Feuers, bis hin zum Erforschen ferner Galaxien, eigens das Menschausmachende? Pioniergeist?

Stellen Sie sich vor, alle wären denen gefolgt, die einst behauptet haben, Eisen könne weder schwimmen noch fliegen. Es haben sich Menschen verbrennen lassen für ihre Überzeugung, die Erde sei keine Scheibe und nun sollen wir schamhaft den Kopf einziehen und schweigen, weil Sie befinden …

Und nun kommt´s: Was befinde Sie denn überhaupt? Was wollen Sie sagen mit Ihren Artikeln. Wovor haben sie es nötig, Schriftsteller, Autoren, Self Publisher, Verlage, Amazon, Leser … ?sich? zu bewahren, retten, schützen?

Mal angenommen, ich wäre überzeugt, Beton könnte singen, warum sollte ich damit nicht so lange experimentieren, bis ich keine Lust mehr habe oder der Inhalt meines Betonmischers Charleston tanzend Arien singt?

Einzige Einschränkung: Sollten Sie aus irgendeinem unerklärlichen Grund an meine Versuche gekoppelt sein, im oder außerhalb des Betonmischers, könnte ich Ihre Unbill verstehen. Dann wären Sie mit Bemerkungen wie Dreck oder Müll sogar den Ausgangsprodukten nahe. Verdonnerte Sie jemand, meine Betonsingexperimente zu finanzieren, verstünde ich, Sie unterstellten mir überkandidelten Schwachsinn.

Aber so.

Was nun?

Beste Grüße
ACR

Es folgten weitere Diskussionsbeiträge und einer davon entlockte mir:

ACR Kommentar:

Angela Charlotte Reichel schrieb am 14. Mai 2013 um 10:45 Uhr

Zitat:
“Da drängt sich die Frage auf, ob Bücher aus Verlagen wirklich so viel voraus haben.”

Ich füge in diesem Zusammenhang meinem Kommentar s.o. #15 hinzu:

Die Frage drängt sich mMn nicht auf. Sie ist vollkommen unschuldig. Sie ist bei allen möglichen Gelegenheiten immer wieder hervorgeholt worden, ist weiterhin präsent.

Im stetigen Drang des Vergleichens wird sie von uns selbst erschaffen. Ob dieses ewige Gegenüberstellen wirklich Ergebnisse bringt, wird die Zukunft zeigen. Vor allem, -welche- Ergebnisse und für wen.

„Du bist dünner als ich, ich bin größer als Du, er ist jünger als sie, so alt ist sie, aber niemand sieht ihr – mangels Falten- das an.“ Was bringt´s? Die Menschen schnippeln und spritzen und salben und übermalen, haben Essstörungen, Depressionen, Burn out und was nicht alles. Nun soll noch dazukommen- „Du bist nur ein Allesselbermacher, Du gehörst nicht zu uns, so lange Du nicht beweisen kannst …“

Bisher habe ich noch keinen Verlag(svertreter) gefunden, der behauptet, die Werke “seines Verlages” seien durchweg fehlerfrei und stilistisch auf makellosem Stand. Ein öffentliches sich gegenseitiges “Fehlerumdieohrenhauen” ermöglicht keine freie Debatte. Gespräche wie:
” So lange Du die Kommas nicht richtig setzt, hast gar nichts zu sagen!”, führen in die Totschlagargumentenkammer. Damit steigern wir das ewige Vergleichen. Dann geht es nicht mehr (nur) um Verlagsautor gegen Self Publisher, sondern Mensch gegen Mensch.

Verschwenden wir womöglich Ressourcen , wenn wir Argumente in den Raum werfen, die nichts anderes als Schweigen, Verteidigungs- oder Angriffshaltung ermöglichen? Na gut, eingeschnappt könnte der eine oder andere noch sein.

Verhindern wir Schaffensperioden, Experimente, Diskussionen, ja Kommunikation insgesamt, wenn nur noch reden, schreiben, kreativ sein darf, wer sich in einem vollkommen fehlerfreien Raum bewegt?

Und vor allem … mal angenommen, den gäbe es wirklich: Wer ist der Prüfstein, auf dem das Siegel der Würdigkeit vergeben oder das Werk zerschlagen wird? Wer wird durch wen zu etwas gemacht, was über allem steht und “gut” oder “schlecht” stempelt oder “würdig” und “unwürdig”?

Nur wegen der Behauptung, Self Publisher könnten Verlagsautoren „nicht das Wasser reichen“, mit dem Umdrehen des Spießes reagieren? Wozu? Welches Ergebnis bringt so etwas?

Es gibt Tatsachenberichte von Verlagsautoren, da steigen einem die Tränen in die Augen. Selbstbezeichnungen wie “Schreibsklave” und “Schreibmaschine”, der Monatslohn eines Normalverdieners als Jahreseinkommen, schreiben auf Bestellung in Zeitnot, Verstümmelung der eigenen Manuskripte bis zur Unkenntlichkeit, wird beschrieben und allerhand mehr.
Darüber könnten nun wieder die Self Publisher lachen. Andersherum glänzen einzelne Self Publisher mit Jahresverdiensten, die den, der seine Autorate kaum zusammenbringt, in die Tischplatte beißen lässt.

Verlag, nicht Verlag, Agentur, nicht Agentur, gedrucktes Buch, eBook, hungernd weiterschreiben statt Brotberuf – die Entscheidung trägt der Einzelne für sich.
Warum lassen wir uns das nicht? Warum sollte ein Verlag oder ein singender Frosch, ein hüpfender Vogel, ein umgedrehtes Bügeleisen oder was auch immer, einem Buch etwas verleihen, was andere auch nur -glauben- können. Wissen wissen´s alle nicht.

„Was drauf steht, ist auch drin“-, hier besser: „Was ich erwarte, finde ich auch vor“ ist gerade bei Büchern eine Frage des ganz persönlichen Empfindens. Darüber reden wir hier auch gerade, Verlag garantiert keine Fehlerfreiheit, SP auch nicht, Bestseller wird X Mal gekauft, davon wahrscheinlich zu einem hohen Prozentsatz gelesen und die einen finden die Geschichte toll, die anderen weniger und wieder andere wundern sich, warum das jemand Klasse finden kann.

Den einen ist das egal, sie schreiben weiter, andere tummeln sich in allen möglichen Foren und Gruppen, suchen Vergleiche und hoffen auf Bestätigung.

Und bitte, habe ich nicht hier auch schon die Werbung gelesen, jeder könne schreiben lernen und bietet nicht der eine oder andere sogar an, jedem das Schreiben beizubringen? Liebesdienste? Freien Herzens anderen zu Ruhm verhelfen? Oder knackige Dienstleistungen gegen Kohle? Und dann? Ein nunmehr begabt gemachter Mensch ist sozusagen begabt worden von einem anderen begabten begabt gewordenen Menschen. Gegenseitiges Hochloben, ebensolches Bedanken. Tolle Bedarfslenkung. Klappte kurz nach der Wende vor allem im Osten. Aber die Zeiten sind doch vorbei.

Wird vergessen, es gibt immer nur einen 1. Platz? Einer beißt nun mal in das letzte Brötchen und/oder lebt mit knurrendem Magen. Sollte die Jagd nach dem 1. Platz tatsächlich irgendwann jede Kreativität hintenanstellen?

Ob nun bei “Kostenlos,- unter 1 Euro oder geben sie einfach was Sie wollen” … wenn es nur einer macht, hat er den 1. Platz, gehen 10 den Weg, ist einer 10. Selbst die Möglichkeit, alle teilten sich einen Platz, tauchte den im Topf der Beliebigkeit bis auf den Boden.

Wir sind 100 000e … wohin sollte ein „Kampf“ führen? 100 000e erste Plätze gäbe es bei 100 000en Kategorien, die dann auch wieder entsprechend aufgeteilt werden müssten- unter den Hunderttausenden. Dann beginnt der Kampf um zwei oder drei oder mehr Kategorien? Oder hat der schon begonnen?
Macht das Sinn? Welchen?

Beste Grüße
ACR

Einige Beiträge später verabschiedete sich der Autor der beide Beiträge mit einem genervten „Herrje … “ Genau das habe ich zum Anlass genommen:

Angela Charlotte Reichel schrieb am 17. Mai 2013 um 08:31 Uhr

Zitat: ” Herrje. ( … )
Mit den folgenden (vergleichsweise) kurzen Worten werde ich mich aus der Diskussion verabschieden.”

Verabschieden?
… nun sind Sie der Eingeschnappte? Wer ist denn dann “man”? Sie erwähnen ihn gerade in diesem Text besonders oft. Macht der jetzt weiter?

Nachdem Ihnen “offenbar nicht ganz gelungen ist, zu verdeutlichen, was Sie für das eigentliche Problem halten”, zeigen Sie nun uns – wie soll ich es nett sagen- sinngemäss das eindrucksvoll- aussagekräftige Cover ihres SP- Buches – erwähnen das “böse Wort”, rücken Ihren Stuhl nach hinten und verlassen den Raum?

Offenbar nicht gelungen? Eigentliche Problem? Wenn ich mal kurz erinnern darf, Sie haben den Versuch gemacht, Lottospieler in Hirschkostüme zu stecken und einer Menge Leute einzureden wollen, sie seien auf dem Weg in den Wald und zusätzlich noch zu bleeede, sich vorher zu erkundigen, ob dort überhaupt gejagd wird.

Bissel mit der Bürste waschen ist wirklich kein einseitiger Akt. Wer andere schrubbt, sollte sich übers Abtrocknen nicht wundern.

All denen, die sich durch Ihre Beiträge gequält haben, schicken Sie nun ein “selber schuld” in die Runde und verduften?

Sie sind anerkannter Verlagsautor und Journalist, haben eine entsprechend eindrucksvolle Vita verfasst, und packen schon bei ein paar Reaktionen nach Ihren eigenen Vorlagen mit einem genervten “Herrje” die Tasche packen und gehen …

ich entschuldige mich vorab schon für die kommende Bemerkung, erstickte aber an ihr, erwähnte ich nicht meine Überlegung: Wie viele Hirschkostüme bräuchte es nun und kennt wer die Lottozahlen der letzten Woche?

Verlagsautor- nicht Verlagsautor, anerkannt- unbekannt, wiedermal eine Welle, auf der nicht mal der Wellenmacher surfen konnte.

War das Self Publishing, ist es schief gegangen und bestärkt die anerkannten Verlagsautoren in ihrer Auffassung, ohne richtiges Verlagslektorat usw. gehe sowieso nix.

War es anerkanntes Verlagsautorengehabe bestätigen Sie damit eine häufige Meinung der Self Publisher.

War es ein Kritikerauftritt ging der mindestens zur Seite los.

War es Ihre persönliche Sache, konnten Sie die offenbar nicht deutlich machen.

So viele Seiten und Lesezeit für: “Der Initiator hat keine Lust mehr und löst die Runde auf” ?

Hätte das ein Self Publisher verzapft, fiele Ihnen sicher was ein.

Beste Grüße
ACR

Eine Information mittels Privatnachricht und ich habe korrigiert:

Angela Charlotte Reichel schrieb am 17. Mai 2013 um 11:39 Uhr

Zitat: “(ich habe, um das abermals zu betonen, KEINEN Roman per “Self-Publishing” veröffentlicht)”

Korrigiere mich hiermit: Ich hatte, nur den Angaben zum Verlag bei Amazon folgend, offensichtlich nicht tief genug recherchiert. Nun, nachdem ich mehr Informationen bekommen habe, nehme ich die Bemerkung zur “Herstellungsart” selbstverständlich zurück.

Beste Grüsse
ACR

Anmerkung: Alles zwischendrin und vorher/nachher zu lesen, macht insofern Sinn als sich Türen öffnen und Welten erschauen lassen, von denen nach meiner An- und Einsicht nur die eine Ahnung haben, die denken sie hätten irgendeine Ahnung.

Der besondere Leckerbissen sind die überheblichen Selbstbeweihräucherungen und nachfolgend die unbeschreiblichen (verlags- ?)fachlichen Ratschläge einer, (sich selbst so nennenden) Verlagsautorin.

Mir hat es folgende Idee gebracht:

Dünkel ist kein Getreide

Kaum eine Steigerung für möglich gehalten, hat sie fortgesetzt, mit Ihren höchstpersönlichen 10 Erfolgsautoren- „Regeln“, wie jedermann versuchen kann, so zu schreiben wie Jedermanns Lieblingsautor schreibt. Das zeigt die Richtung aus der jener Wind kommt, von dem einige behaupten, es könne ein Sturm werden.

Sollte „es“ wirklich so funktionieren, gibt es bald nur noch die Kopien der Kopien der Kopien der Schreibstile derer zu lesen, die irgendwann früher mal interessante Geschichten geschrieben haben und Wiedererkennungswert hatten. Dann macht  sich die Literatur schlichtweg mit der Schönheitschirurgie gleich und wir können uns nicht nur die Hinterbacken von Cäsar  an die eigene Rückfront pappen lassen, nein, wir können auch Bücher lesen, die sich so lesen wie die von dem, der so schreibt wie der, der damals genauso geschrieben hat wie der, dessen Neffe gern die Bücher gelesen hat, von dem, der jeden Roman mit „als“ beginnt. Könnte aber auch jemand anders geschrieben haben. Wäre  d a n n  sowieso alles ein Brei geworden.

Wer will das?

Allein für diesen Blick hinter die Kulissen der allseits sich meist selbst befeiernden Verlagsautoren- hat sich der Lesemarathon dieser beiden Artikel und aller Kommentare gelohnt.

Eigenartig- der Zielpunkt sollten wohl die unfähigen, den angeblichen Markt verunreinigende Self Publisher sein… oder wie war das mit den Beispielen vom Hirschkostüm bis Suizid, Müll und Abfall ?

Warum lassen wir uns nicht wie wir sind und werden was wir wollen …

 

(ACR)

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Gesammeltes – Kommentiertes- immer wieder Aktuelles

ACR Kommentar zu:

auf SteglitzMind – „Statt Schriftsteller ist man Schreibmaschine- zwei Autoren berichten“

Angela Charlotte Reichel
13. Februar 2013 um 16:33

Durch den Artikel über die „geschlagenen Kinder“ bin ich auf diesen Blog gekommen. Seitdem lese ich und finde viele Zusammenhänge- im Sinne von- es berührt, betrifft, geht (auch) mich etwas an. (Geht mich auch etwas an- trifft ebenso zu.)

Es ist – wie wenn ich die Wehrbrücke meiner Burg herunterlasse und erstmals ins Freie gehe … nach langer Zeit.

„Selbst schuld“, brummt meine innere Stimme, während ich kopfnickend: ‘Siehste! ‘ denke und weiterlese und weiter lese. Da wird ausgesprochen/aufgeschrieben was ich schon lange vermute, denke, fühle und mich nicht traue zu sagen.

Zwei Gründe für meine Zurückhaltung: Ich habe gedacht, ich bin zu unbekannt für eine Stimme und ganz nebenbei macht der „Markt der Etablierten“ (auf mich) pausenlos den Eindruck, unter ihm sei der Weisheit und des Erfolges Schatz bereits verteilt.

Nun finde ich hier zwar wieder zwei etablierte Schriftsteller(Innen), dass sie sich allerdings anonym halten, macht mir Mut.

Wenn also einen Namen haben, die „Stimme nimmt“ bin ich regelrecht beschenkt mit meiner Stimme „ohne Namen“.

Also sag‘ ich was!

Und damit beginnt es schwierig zu werden. Ich mag die „Verkaufsgeschichten“ nicht. Ich mag nicht diese Reißer: „Am eigenen Leib gespürt und nun der Welt mit auf den Weg gegeben!“

Und- weil ich sie nicht mag, scheue ich sie und prüfe in sensiblen Zeiten sogar jede meiner Zeilen, ob sich da irgendwo etwas hinter der Formulierung verbergen könnte, „was auszusehen schiene“ wie eine versteckte Werbemasche.

Dabei will ich nur Bücher schreiben.
Ganz stimmt das nicht. Ich will Romane schreiben.
Und auch das trifft es nicht, denn ich will immer besser werden. Ich will Literatur machen, anspruchsvoll und die Sprache als Instrument für: Leben beschreiben … Lebensbilder malen …

Wieso? Soweit ich zurückdenken kann… ich will schon immer Bücher schreiben … schon immer.

Die dunkelsten Stunden meiner Kindheit habe ich auch deshalb überlebt, weil ich nachts unter der Bettdecke heimlich gelesen habe. Es gab nicht viele Kinderbücher, ich habe Erwachsenenbücher aus dem Regal meiner Eltern stibitzt und Hauptmann, Seghers, Mann und andere gelesen. Und mir kleinem Mädchen haben diese Bücher die Hoffnung mit ins Leben gegeben: „Manchmal ist es ganz schwer zu leben, aber es gibt auch gute Erwachsene; und es gibt sogar mutige Erwachsene; und es gibt zusätzlich auch gute und weise Erwachsene, und die, die das aufschreiben können, nützen der ganzen Welt.“

Und weil eben so ein kleines Kind nichts anderes hat als sich selbst, habe ich mir vorgenommen: „Wenn ich mal groß bin, schreibe ich auch solche Bücher.“ Ja, ich hatte schon als Kind eine recht erwachsene Sprache. Ich weiss nicht, ob es gut oder weniger gut ist, wenn ein Kind sich neue Worte selbst erklärt. Mir hat das nicht geschadet. Lesen prägt- es bildet nicht nur.

Nun wäre es ein Leichtes gewesen, Feder und Papier und losgelegt, sobald das Alter dafür erreicht gewesen ist.
Gehindert hat mich nicht nur meine Mutter, die in der Tatsache, mich zur Welt gebracht zu haben, das Recht an meinem Leben behauptete. Nein, intuitiv hatte ich wohl auch der Realität in der DDR zu leben, allerhand zugeordnet. Ich hätte es vielleicht zu einem anerkannten FDJ- Schreiber bringen können, aber was ich damals wollte und gekonnt hätte, kam im Sozialismus offiziell gar nicht vor. (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen- ich bin kein Freiheitsheld gewesen, ich wollte nur schreiben, wie ich will.)

Schreiben. Es ist wie atmen können, wie fliegen, wie weinen, schreien, wie leben, sterben, wachsen, schmelzen, auferstehen, wie … alles was mich ausmacht. Demnach habe ich viele Jahre nur für die Schublade geschrieben.
Anfänglich heimlich. Meine Mutter suchte nach meinen Machwerken, zerriss sie … und mich. Sie hatte nichts gegen Schreiben, sie wollte nur nicht, dass ich es kann. Beinahe meine ich, sogar das Talent von ihr geerbt zu haben. Die Kämpfe, etwas zu nutzen oder zu verbannen, was aus oder von ihr kommt, habe ich hinter mir.

In meinen besten Jahren, also in denen die allgemein so genannt werden, kam die Wende. Die Mauer fiel und ich hatte gedacht, nun kommt meine Zeit, ich werde beginnen zu schreiben, ernsthaft zu schreiben. Da kamen – fast über Nacht- die „Wendebücher“.

Diese: „Mir sind 40 Jahre meines Lebens gestohlen worden“ Geschichten habe ich nicht erzählen wollen, zumal es dafür ausreichend viele „35Jährige“ gegeben hat. Jedoch waren die Verlage zu dieser Zeit darauf geeicht, endlich die Ostdeutschen ins Bild zu bekommen. Das wollten damals alle lesen oder es sollten damals alle lesen. Was weiss ich, wie diese Politik gemacht wird. Egal. Wenn wir aus dem Osten was ganz gut können, ist es warten und improvisieren.

Also warten; ich wartete auf „meine Zeit“.

Mit Mitte 50, an einem Donnerstagmorgen gegen 3 Uhr habe ich den ersten Satz meines ersten Romans geschrieben. Ich konnte nicht mehr warten, in mir brannte alles was geschrieben werden musste, wollte, sollte, konnte, durfte …

Durfte? Hach! Ich bestimme was ich schreibe! Punkt!

Den Fortgang dessen habe ich in meinem Blog unter: „Kommen Sie hierher! Kommen Sie ran! Hier bekommen Sie´s billiger als nebenan.“ (1. und 2. Teil) angerissen. Dazu habe ich mich entschlossen, nachdem viele meiner Facebookfreunde mir zu meinem Gedichtband gratuliert und versichert hatten, sie laden es sich auf jeden Fall herunter, sobald ich eine Kostenlosaktion mache. Ich solle sie nachher nur unbedingt ankündigen.

Gleichzeitig habe ich sofort so etwas wie schlechtes Gewissen entwickelt- was kümmert es die Welt, wie ich mich fühle, wenn fast jeder denkt, es gibt mich kostenlos? Bei der aktuellen Werbung im TV kann ich ja noch froh sein, nicht unter „schön billig“ eingestuft zu werden. Sollte ich nicht lieber in meiner „Burg“ bleiben und machen, was ich wirklich will- schreiben.

Und doch, immer mal wieder piekt es mich an. Es trifft mich, wenn wir Autoren – also viele von uns- wie Deppen in der Verlags- und Self Publishing Landschaft behandelt werden.

Erst vor ein paar Tagen hat mir in praxi der Administrator eines Forums erklärt, ich möge mich vom Acker machen und könne gerne wiederkommen, sofern mich ein namhafter Autorenverlag veröffentlicht, schließlich wäre dies allein die Garantie für Qualität.

Jene, auf enorm hohem Rosse reitende, Dame (die gendertechnisch einwandfreie weibliche Bezeichnung für Admin kenne ich nicht und die, von der ich annehme, sie stimmt, klingt albern), hat das zwar konzilianter geschrieben, die Tonlage ist unverschämt hochtrabend gewesen.

Abgesehen davon, bin ich nur in diesem o.gen. Forum gelandet, weil mir Google eine Rezension angezeigt hat, die dort liegt und ich mich, ein bissel kindlich, gefreut habe und sie »in echt« sehen wollte.

Den Tenor der Allgemeinheit vertritt dieser Fachmann (oder nennt sich das Fachfrau?) jedoch ganz deutlich. Scharfer Wind, sogar aus den eigenen »selbst auch durchgeblasenen« Reihen, herrscht überall. Manches mutet wie der Versuch an, jeden vom Tellerrand zu jagen.

Diese Hatz lenkt mich von dem ab, was ich will und so zähle ich gern zu den Einzelgängern, die sich dem Becken der hohen Wellen, nur selten nähern.

Meist bin ich stabil. Es ficht mich nicht an. Meinen Gewinn fahre ich durchs Schreiben ein. Da ist Quelle meiner Lust am Leben. Zugegeben das Gelesenwerden ist das Salz in der Suppe, alles andere eher das im Kaffee.

Was mich wundert? Wieso sich diese Zuschussverlage noch halten.
Was bieten sie heute Unersetzbares? Was können oder könnten wirklich nur sie? Was machen sie nicht, wofür sie sich aber bezahlen lassen?
Was ist so unersetzlich bemerkenswert an einem sogenannten namhaften Verlag? Ich muss jetzt einfach mal aussprechen, wie sehr mich erschüttert, dass sich die Häupter des Suhrkamp öffentlich versuchen gegen selbst errichtete Mauern zu schlagen.

Und bitte sage mir doch mal jemand, welcher Lektor heutzutage noch das ist, was – von mir aus altmodisch und althergebracht- aber eben wirklich fruchtbar ist? Niemand kann sich mehr um einen Autor kümmern, damit dessen Muse sich nicht abwende. Wie auch, die Butter fürs Brötchen und sei es noch so klein, will bezahlt sein.

Ergo: Das Wesentliche muss ohnehin vom Autor geleistet werden. Auf sich aufpassen. Bewahren, was er wirklich will. Sich vervollkommnen. Bin ich weltfremd, wenn ich denke, es muss mir beim Schreiben gut gehen, damit – was ich schreibe – gut ist?

Bestimmt wirklich Geld was wie wann geschrieben wird?
Ich kenne die Antwort- aber bitte, ich will das nicht wissen!

Mit dem Wissen soll ich erfolgreich das machen, was mich von keinem Unternehmer abhebt, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung fürs eigene Produkt? Irgendwie kann ich das nicht.

Ich will es auch nicht, denn ich habe keine Chance. Und ich habe sie nicht, weil das Vorurteil der Unfähigkeit auf mir lastet, solange mich kein Verlag druckt.

Ist es nur Mundpropaganda oder nehmen Rezensenten tatsächlich Self Publisher „nicht in die Hand“? Ist es nur der Anflug eines arroganten Scheins oder lesen Journalisten wirklich keine entsprechenden Hinweise auf Neuveröffentlichungen von „namenlosen Alleinproduzenten“?

Ich bin nach meinem Ausflug in den Schein der Verlagswelt von ihr geheilt- oder abgestoßen, jedenfalls habe ich mich weder bei Rezensenten noch Journalisten in die Reihe geschummelt.

„Wer ohne mich lebt, lebt mit Verlust“, lache ich so manchem Tag ins Gesicht.

Es stellt sich (mir) an den restlichen Tagen die Frage, auf welche Weise unterscheiden wir uns – die, in einem renommierten Autorenverlag unter Vertrag stehenden Autoren, bei einem BoD, bei einem Fair, bei einem eBook, Self Publishing – generell?

Ich möchte wirklich nicht unbelehrbar gelten, deshalb behaupte ich nicht, sondern stelle anheim, es gibt keinen Unterschied. Unsere Werke müssen wir alle selber an die Leser bringen, ausgenommen jene, die in allerhand TV Formaten tummeln oder einen solch` überzeugend leistungsstarken Namen haben, dass sie auf Vorbestellungslisten und in Werbekonsolen feste Plätze generieren.

Die Vermutung, renommierte Verlage schürften nun im Wildpark der Selbstverleger nach güldenem Einzelglanz, wird von Ereignissen, wie in der eBook Plagiatswelt erlebt, nicht unbedingt unterstützt.

Mir scheint eher, da stünden einige am Ufer und warteten auf nützliches Treibgut, welches nur noch herausgefischt und ins bereits vorhandene Boot gehoben werden muss.

Was also bitteschön, frage ich mich gelegentlich, macht die Überheblichkeit des Marktes aus, die den Autoren der renommierten Verlage mehr Können bescheinigen als so manchem Self Publisher?

Folgende Antworten kenne ich:

1. Finanzielle Sicherheit
2. Lektorat
3. Covererstellung

Diese Punkte sind für mich nicht relevant. Finanzielle Sicherheit haben die wenigsten Autoren durchs Schreiben, und ich bin nicht auf ein „Schreibeinkommen“ angewiesen. Einem Lektorat werde ich mein ganzes Leben lang nie wieder vertrauen und mein Cover mache ich sowieso immer selber.

(ACR)

Wenig später folgte im gleichen Blog (SteglitzMind) dieser Artikel

Wir sind Schreibsklaven! Oder: Die Seele und das Herz bitte an der Garderobe abgeben – auf der Bühne spielen die Verkaufszahlen

ACR Kommentar:

acrprivat
30. März 2013 um 19:13

Zuerst- ich finde es gut, dass Du den Blogpost gefunden und ihm Deine Erfahrungen beigefügt hast.

Ich habe auch lange überlegt, ob ich meinem vorigen Kommentar etwas hinzufügen will. Mein erster Eindruck: „ … ist ja furchtbar!“
Der Blick auf die Zeit der Veröffentlichung.
Früh um 3 Uhr!
Beinahe hätte mich allein die Tatsache, dass sich jemand zu dieser nächtlichen Stunde sein Leid von der Seele schreibt, zu einer ganz spontanen Reaktion gegen 6 Uhr gebracht. (ich bin Frühaufsteher)

Dann aber: Morgenausguck auf den Balaton, frische Tasse Kaffee, leise Musik und in aller Ruhe nochmal den gesamten Strang gelesen. Das Gelesene ein bissel wirken lassen – und siehe da- alte Fragen tauchen wieder auf, die ich längst unter:
„Ist nicht Dein Leben, charlotte, jeder Mensch kann sich wimpernschlagrhythmusweise neu entscheiden“ abgehakt hatte. Meine Eindruck: „Wer grosse Taschen umhängt, lässt sie auch gerne füllen, im Zweifel übernimmt er das selbst“, bestätigt sich wiedermal.

Beiläufig fällt mir auf, die proklamierten „Schreiber“-Jahre der B-Autorin, der X- Autorin und Deine, umfassen mehrere Jahrzehnte. Wir reden hier in Summe über mindestens 60 Jahre L e b e n s z e i t.

Wenn das Resultat dann aussieht wie beschrieben, ist das nicht unabwendbares Unglück – sondern entspricht ganz und gar einer Lebenwegwerfkultur, die jeder, der dafür zur Verfügung steht, auch noch mit seinen Lebensjahren sponsert. Und das mit offensichtlich ansteigend-eifriger Begeisterung. Freiwillig.

Warum sich fast jeder so ein Geschick wünscht und so lange es überhaupt geht, darin aushalten w i l l, lässt sich auf den ersten Blick nicht begreifen. Die lauernde Warteschlange der von Dir genannten Nachrücker macht den Wahnsinn unverkennbar.

Selbst im Hungern scheint sich da gegenseitig keiner die Ödeme zu gönnen.

Und bitte, ich verstehe Dein Ansinnen, jedoch: Der „Aufruf zum Streik“ ist aus dem Keller relativ leicht.
Die Frage ist, ob Du Dich an die vorderste Front begeben würdest, hättest du gerade einen Lauf wie z.B. die „Harry Potter Mutter“ zu ihren besten Zeiten. Wobei so ein Verhalten selbst bei ihr ein klarer Vertragsbruch gewesen wäre. Unterschrieben bedeutet unterschrieben, da gibt es kein Zurück auf blütenblätterbestreuten Pfaden.

Wenn aber am Tisch hungern eindeutig weniger bietet als im Stehen essen, warum sich an einem klapprigen Schemel festkrallen?

Schreiben ist Freiheit. Dazu braucht`s freien Kopp, freie Hände, Papier und Stift. Wenn`s also wirklich nur darum ginge …

Auch wenn sie es uns gerne glauben machen möchten, nicht die Verlage bestimmen unseren Wert, sondern jeder von uns seinen eigenen.

Solange wir gegenseitig darauf schielen, ob jemand ein Verlagsautor ist oder nur ein popliger Allesselbermacher, so lange klemmen Menschen sich aus freien Stücken ins Gebälk der Pflichtschreiber, deren Lohn einzig darin besteht- den Button Verlagsautor am Revers kleben zu haben und über die anderen hinweglächeln zu können.

Und vom Hochmut derer, die einen SP „niemals in die Hand nehmen“ würden, könnte halb Europa beleuchtet werden. Mindestens.

Bevor ich _darauf_ eingehe, muss ich folgendes noch loswerden:

Kann sein, ich bin einfach nur stolz, mag sein, ich bin altmodisch, ist auch möglich, ich habe irgendwann das Gedicht vom lieber aufrecht Sterben als kniend Verelenden in einer besonders nachtragenden Gehirnwindung gespeichert…

Von alledem hat mich eines am allermeisten getroffen:
Dein virtuelles Synonym.

D.E.N.N.
Ein Agent, egal welchen Geschlechts, hat einen klar formulierten Dienstleistungsvertrag. Er soll für ein Manuskript den geeigneten Verlag finden und die entsprechenden Verträge schließen. Damit bekommt der- nun Verlagsautor- den, offensichtlich einem Ritterschlag gleichenden „Verlagsschlag“, der ihm auf dem Markt die Aura des anerkannten Autors verleiht.

Jener Agent verdient, so habe ich mir sagen lassen, an jedem Euro des Autors siebeneinhalb bis fünfzehn Cent – mindestens. Damit ist genau dieser Agent, und es ist immer noch egal, welchen Geschlechts, ebenso wie der Verlag, an der möglichst besten Vermarktung seines Autors interessiert. Es mag ihm also, schon wegen der eigenen Brötchengröße, nicht wichtig sein, ob jener Autor nun weinend oder lachend schreibt, es sei denn, des Agenten Brötchen lägen nahe der Autorentränen.

Soweit, so nicht moralisch, aber scheinbar unausweichlich.

Dass ein Agent allerdings seinen eigenen Autor als Schreibsklaven bezeichnet und das von dem Autor auch noch als treffend empfunden wird, lässt mich schlichtweg zweifeln, ob bei aller Selbstaufgabe die Eigenwahrnehmung eines verlagschlaggeritterten Autors nicht mit über Bord geht. Eine Scheinsolidarität mit dem Agenten, der vom Verkauf von 100.000 Büchern wesentlich besser lebt als von 1.000, macht mich fassungslos.

Mal abgesehen, dass ein Agent, der mich vom freien Geist zum Sklaven machen hilft, ebenso wie ein Verlag sowieso nicht in mein Haus käme, schickte ich jeden für sich nach dieser Äußerung so schnell aus demselben , dass niemand Zeit hätte, seine Tasche noch selbst zu packen. Diesen Dienst übernähme ich kostenbefreiend für ihn.

Was ich zu Verlagen und Autoren und über sie, von ihnen, wegen ihnen und andere noch zu sagen habe – später- vielleicht erst nach Ostern-, ich will jetzt nicht mehr als die paar Minuten hergeben.

(ACR)

und später hinzugefügt:

ACR Angela Charlotte Reichel
31. März 2013 um 16:35

Habe zum Thema noch etwas in meinem Blog gepostet- es wäre hier als Kommentar zu lang geworden.

Verlage: Heiligenschein oder Gallenstein, lieber Autor, es ist Deine Entscheidung

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Dünkel ist kein Getreide

4063277-grosse-und-gefahrliche-dornen-der-gr-nen-kaktusHeut‘ las ich was von einer Anonymen und dacht‘ zuerst,
Arroganz schlüge den Lesern entgegen.
Dann nahm ich an, Hochmut läge in jener Worte Sinn.

Jedoch:
Dünkel wird genannt, was insgeheim gefühlte Leere kompensieren soll,
doch Boshaftigkeit füllt und erfüllt nicht.
Sowas ist schwerwiegender als nur einen miesen Charakter haben.
Nun tut es mir leid, das arme hohle Menschenkind;
und ich hoff‘, es hat einen Spiegel, noch rechtzeitig zu erkennen,
sich feige über andere erheben,
macht nicht satt – aber zumindest Falten.

(ACR)

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Bloggen heisst- die LeserInnen beschenken … dabei fühle ich mich gleichermassen reich beschenkt …

Gerade entdeckt,

habe tatsächlich trotz Totalzusammenbruchs meines Computers im April (und demnach fast schreibloser Zeit) nahezu die 10.000er LeserInnennmarke angekratzt. Über die Immerrwiederkommer freue ich mich ebenso wie über die Neubesucher. Die Aufenthaltszeiten sind mir eine helle Freude. Sie verpflichten und spornen mich zum Immerbesserwerden an.

ich danke allen – und da Bloggen heisst: Die LeserInnen beschenken – gibt`s am Ende des Monats für alle LeserInnen eine Überraschung … „zum Mitnehmen“.
Hinweis: Das ist kein Wettbewerb– es gibt schlichtweg am Ende des Monats etwas für alle, die vorbeikommen und sich mitnehmen wollen, was ich für sie bereit halte – nachhaltig, es gibt auch keine Zeitbegrenzung.

Blog- Spiegelbilder- Zahlen:

 Noch etwas in (m)einer Herzensangelegenheit:

… ganz besonders berührt mich, wie deutlich mein zweiter Blog angenommen worden ist. Seit nicht ganz zwei Monaten online, nehmen die LeserInnen regelmässig zu und fast alle kommen wieder.

Ich empfinde die Leserzahl als ganz enorm und danke auf diesem Wege wiedermal für die vielen Zuschriften. Es ist mir leider unmöglich, alle zu beantworten. Oftmals meine ich- sie verlangen keine Antwort … 

Wir sind sooooo viele.

Ich hätte das nie gedacht.

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