Bekenntnis einer Detailverliebten

OLYMPUS DIGITAL CAMERABlick zum Kamin.
Zufriedenheit.

Noch vor ein paar Minuten haben all
diese zerknüllten Seiten neben, unter
und hinter meinem Schreibtisch gelegen.

„Ich brauche einen grösseren Papierkorb“,
habe ich lamentiert und mein
Liebster hat gelacht.

 

Alle Texte sind eingefügt.
„Fertsch!“, habe ich absichtlich gesächselt
(Mache ich immer, wenn ich übermütig bin)

Ich bin zufrieden- zufrieden bin ich nicht.
Ambivalenz.
Fleissarbeit macht müde.

Gleichzeitig macht sie mich ungeduldig.

Ich muss mich auf die sogenannten
Wesentlichkeiten konzentrieren, darf die scheinbaren
Nebensächlichkeiten nicht unterschätzen und vor allem –
ich darf mich nicht in den Details verlieren.
Das Kreative wird von der Vernunft verpackt?
Der Markt hat seine eigenen Gesetze?

Puh- sowas macht mir keinen Spass.

Denn ich bin nun mal detailverliebt.

Ich bekenne, ich brauche all das, worauf es nicht ankommt.
Worauf kommt es denn nicht an?
Und vor allem, wem konnt es nicht darauf an?

Und während ich die Papierknäule zusammengesammelt und
mich dabei so umständlich es mir überhaupt möglich
gewesen ist, angestellt habe, um einen Lamentiergrund zu liefern,
der üblicherweise als Tröstgrund gewertet
wird, ist es mir immer wieder durch den Kopf gegangen:
Wer bestimmt, was ich mache und wie und wann und überhaupt.

Ich veröffentliche in den nächsten Tagen mein allerallerallererstes
eBook und das wird mein allerallerallerallererster
Gedichtsband sein und darin sind nur meine Gedichte und meine
Gedankenbilder zu lesen und auch das Cover habe ich ganz
ganz ganz alleine gemacht.

Wer bestimmt also?

Ich!

Ab Morgen geht es detailverliebt weiter!
ich habe mehrere 1000 Fotos zur Auswahl.
Alle selbst gemacht.

Und das mit dem Doppel-s- lass ich auch wie es ist.
Mir gefällt’s nur so.

ß kann ich nicht leiden.

(ACR)

 

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