… Wissenswertes, des Wissens wertes, fürs Wissen wertes, Wissenswerte und andere unwesentliche Unmöglichkeiten …

 

Zeitgeschehen verfolgen, Neuigkeiten erfahren …Wenn – dann online.Es ist für mich die einzige und schnellste Möglichkeit den deutschen Blätterwald zu durchstöbern. Immer auf dem Laufenden sein – ist mir heutzutage gar nicht mehr möglich. Einem Yoktosekundentakt ähnlich-  löst eine Nachricht die Nächste ab und verringert deren Halbwertzeit rapide.Eine kurze Eingabe bei Google nach den News und die Antwort lautet: Ungefähr 57.000.000 Ergebnisse (0,34 Sekunden)

Ich bin total altmodisch und mag den englischen Ersatz schöner deutscher Worte überhaupt nicht, dem folgend nutze ich „aktuelle Nachrichten”. Siehe da, Google antwortet mit: Ungefähr 16.900.000 Ergebnisse (0,32 Sekunden)

Na immerhin- es gibt noch ausreichend viele Menschen mit dem Hang zu möglichen 20 statt der 4 minimal nötigen Zeichen für diese Anfrage. Knapp 80 Millionen Möglichkeiten mich zu informieren! Ich bin gnadenlos überfordert und mit unglaublichem Zeitgeiz geschlagen.

Wer soll also nun die Doppelten, Dreifachen, Mehrfachen und Vielfachen sortieren?

Ich nicht!

Im Grunde läuft es darauf hinaus, die Nachrichten in den allerallerallerobersten Schlagzeilen sind am häufigsten vorgekommen und werden meistens vorgenommen. Und immer wiedermal und immer wieder mal und immer mal wieder habe ich gedacht:

‚Plagiatsvorwürfe scheinen modern zu werden‘.

Solange es sich um K.-T. z. G. gehandelt hatte, bin ich aufmerksame und überraschte  Leserin gewesen. Ich weiss nicht mehr, in welcher Reihenfolge hernach weitere Abschreiber erwischt und in den Boden der Tatsachen zurückgestampft worden sind.

Unsicher bin ich mir allemal gewesen, welche Position ich zu dem Thema einnehmen will. Im Grunde habe ich mehr Bezug zum oftmals jahrelang zurückliegenden Abschreiben als zu den irrwitzigen, dämlich anmutenden Abstreitstakkatos, die früher oder später in peinlichen  Erklärungsversuchen „ übergegangen worden sind“.

Deutlich gesagt: In Doktorarbeiten und anderen Wichtigkeiten ist das Nutzen von Abgeschriebenen erlaubt, wenn man der Quelle den nötigen Respekt verleiht und der Ordnung die Würde zukommen lässt, die sie fordert.

Ich bin  aufrichtig  bereit, jemandem ausserordentliche Unordnung und ein grosses Chaos zu glauben, ehe ich dem Verdacht folge, es veröffentliche irgendwer in  dummdreissten  Frechheit absichtlich Geklautes unter eigenem Namen.

Setze ich nun den Rahmen fest, in dem mich das alles beeindrucken, -flussen, – trächtigen, – anspruchen,-  sollte, könnte, wollte, müsste  – käme ich zu dem Schluss: ‚Da schon geschehen, kann ich es nicht ändern und was ich darüber denke ist der Welt sowieso egal.‘

Und nun?

Oftmals in meinem Leben habe ich schon die Erfahrung gemacht, sofern etwas anonym klingt, treibt es mir maximal die Tränen in die Augen. Ist es aber nahe bei mir oder gar in meinem Leben, wirft es manchmal sogar tiefe schwarze Schatten ins ganz persönliche Sonnenscheinland.

Will sagen: Ereignisse beeindrucken, -flussen, – trächtigen, – anspruchen sehr wohl, sobald sie ausreichend dicht heranrücken.

Zunächst – Facebook macht’s möglich, bin ich über einen Link gestolpert und dem folgend und mich festlesend, habe ich vor einiger Zeit erfahren, wie schnell Plagiatsvorwürfe auch eBookschreiber/innen treffen können. Aus einem klitzekleinen Hinweis in einer Rezension ist eine Riesenwelle entstanden, die schliesslich in einer nicht unerheblich langen Gegenüberstellung mündete, in der alle verblüffenden „Ähnlichkeiten“ aufgelistet worden sind.

Das Ganze hat sogar Schlagzeilen in der Medienwelt bekommen. Mich hat das erstaunt. Ich bin schulterzuckend „meiner Weg gegangen“ und habe gedacht: „Da hat eine Liebesromanschreiberin auf der übereifrigen Jagd nach ihren ganz persönlichen 15 Minuten Ruhm -Ende ihrer Vierziger- schlichtweg die Grenzen überschritten. Plagiatssuche scheint ein neuer Sport zu werden.“

Am 23. Dezember nun nicht der Glöckchenklang des Weihnachtsmannschlittenglöckchens, sondern die öffentliche Stellungnahme der Martina Gercke auf ihrer offiziellen Homepage.

Und genau damit wird es für mich persönlich. Mit dieser unsäglichen Plauderei, die damit beginnt, „es sei ihr vorgeworfen worden“ … und „nun seien die Rechtsanwälte dabei, die Anschuldigungen zu erörtern“, gibt Frau Gercke „einen Einblick in den komplexen Gesamtvorgang“ und beschreibt „die schwierigen Phasen ihrer schriftstellerischen Arbeit“.

Und und und und

sie behauptet doch tatsächlich- nachdem sie vorher schon bei Amazon zur Fairness aufgerufen und vollkommen anders argumentiert hatte- sie entliehe sich aus anderen Werken Platzhalter, und ersetze sie später mit eigenen Texten und habe in den Fällen (nach meiner Erinnerung sind es 41 / Anmerkung ACR) nur vergessen, die Platzhalter zu entfernen.

Mal abgesehen von der wenig überzeugenden Stimme, die in Interviews stets vollkommen anders geklungen hat (also anders überzeugt von der Dämlichkeit ihrer Leser/Innen?/Anmerkung ACR) fühle ich mich veralbert  durch die Ermahnung, die Frau Gercke folgen lässt.  Teilt sie doch der Jungautorenwelt mit, es sei wirklich wichtig, die Urheberrechte zu achten.

„Frau Gercke, ‚abguggen dud mo aba nüsch‘ haben mir schon die Kindergärtnerinnen im tiefsten Sachsen vor mehr als 50 Jahren beigebracht“, möchte ich rufen und es schnürt die Fassungslosigkeit  meine Kehle zu.

Da quasselt eine „Erwischte“, auf deren Konto zumindest der Verdacht kumuliert, wie schnell alle eBookschreiber/Innen sich ihre ganz persönlichen Werke zusammenstellen könnten, wenn sie denn wollten, eine Belehrung?

Platzhalter? Mit dem Allerletzten meines stockenden Atems rufe ich „Platzhalter!“ in den Raum und stelle mir vor, wie in Zukunft malerisch ambitionierte Gernekünstler die „Sonnenblumen“ von van Gogh als Platzhalter nutzen, den Hintergrund  blau übermalen und das Ganze „Sonnenblumen am Himmelszelt“ nennen könnten.

Sonnenblumen als gerade eben mal nur vergessener Platzhalter?

Leere Leinwand hat sich nicht angeboten?

Mehr noch könnte sich nun Jedermann an „Picassos Blauen Pferden“ orientieren und das Jungmalerwerk  „Sonnenblumen vor den Leibern der Blauen Pferde“ nennen und mit eigener Signatur versehen. Dass Picasso dabei als Plotgeber diente- handelte es sich dabei um ein literarisches Werk – geht dem dummen Betrachter natürlich unter.

Platzhalter?

Ins eigene Manuskript die Texte eines anderen einfügen, um Platz (frei) zu halten für eigene Gedanken? Wie kopiert jemand einen Roman? Kann man ein eBook einfach so kopieren? ich meine- ist das technisch überhaupt möglich? Wie kopiert jemand Textstellen so, dass sie -regelrecht passend gemacht- im eigenen Buch als Platzhalter vergessen werden können, ohne dass es eine Doppelung gibt – mit den inzwischen hinzugefügten- eigenen Gedanken? Wie lange sucht man nach dem passenden Platzhalter, der den geeigneten Handlungsstrang bietet?

Ich bin total altmodisch- ich füge dicke gelbe XXXXXX -Zeilen ein, wenn ich an einer Stelle nicht weiter komme.

Macht sich Frau Gercke über ihre Leser/Innen und Kollegen/innen lustig oder kann sie wirklich nicht weiter denken als bis zu den Platzhaltern? Die Barmherzigkeit, alles auf umständlich beratende Berater zu schieben, habe ich auch in anderen Fällen nicht gehabt. Immerhin sollten die Taten der Erwachsenen längst der  fehlenden Abstraktionsgabe und den unlogischen Verteidungsversuchen kleiner Kinder entwachsen sein.

Mir wäre ein „Ich hab gedacht, es ist leichter sowas zu schreiben und mich dann im Ruhm so wohl gefühlt, dass es mir schon egal gewesen ist, ob ich mal erwischt werde“, erklärlicher und ein „Ich bin froh, dass es vorbei ist, weil ich die schlaflosen Nächte der Angst vor dem Erwischtwerden sowieso nicht mehr lange aushalten konnte“ menschlich verständlicher gewesen.

(ACR)

Und nun hier noch der Link, über den ich seinerzeit „gestolpert“ bin und damit die Seite, die ich seither bezüglich EBook und anderes Interessante regelmässig lese: http://ebooks-autoren.de/

 

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