… da platzt mir wiedermal der Kragen …

Wassertropfen (20)

dieses Foto hat ein geduldiger Freund (für mich) gemacht

Manchmal ist das so. Wochenlang schaue ich drüber weg, immerhin kann ich nicht den ganzen Tag zu allem was sagen. So viel Leben habe ich gar nicht übrig, zum Verschleudern. Klappe halten ist auch mal gut. Besinnung auf sich selbst. Nicht wichtig nehmen, vor allem sich selbst nicht.
Und dann … ich will es gar nicht und trotzdem platzt mir der Kragen.

So heute geschehen- wiedermal.

Habe einen wirklich interessanten Blogbeitrag gelesen.
Regenbogenpresse ist das Thema.
Der Beitrag selbst wurde diesbezüglich von den Kommentaren noch überboten.
Wie sowas nun mal ist, Meinung sagen, Gedanken zusammentragen…

Klasse.

(Achtung: Alle Kommataregeln habe ich zu Gunsten der Betonung – absichtlich- ausser Kraft gesetzt. Und das nur dem schuldend, ein ganz klein wenig nett entschärfend zu umschreiben, was sicherlich auch direkt in unterschiedlichen, jeweils Zweiwortsätzen, zu formulieren wäre. Will ich aber nicht.)
Einige Kommentare befassen sich mit dem, in diese Kommentare verfasst Gehabten innewohnedem, vorhandenen oder nicht vorhandenem Mitleidspotential mit denen, die dazu benutzt werden, den die Regenbogenpresseerzeugnisse Herstellenden die Brötchen und die Butter und den Schinken darauf zu erwirtschaften; und dem derer, die die hernach hergestellte Regenbogenpresseerzeugnisse lesend, zu eigenen Erquickung brauchen.

Das hat mich veranlasst folgendermassen zu kommentieren:

Da ist es wie­der, die­ses Wort, wel­ches im Grunde ein Menschen-Gefühl wie­der­spie­geln soll, aber nach mei­nem Emp­fin­den in den letz­ten Jah­ren meist mit »begrenzt« oder „nicht bis gar nicht vor­han­den“ rand­be­schmückt wird.

Mit­leid.

Wieso? Wo ist es hin? Es ist doch so mensch­lich, Mit­leid, Mit­ge­fühl zu emp­fin­den. Wenn wir schon kei­nen Euro geben, dann doch wenigs­tens ein Lächeln.
Nein? Die Zeit des Lächeln Schen­kens ist vor­bei? Immer­hin sind wir da ange­kom­men, in der jeder ein Promi sein kann– auch wenn wir dazu das Alpha­bet in die 999. Runde schi­cken müss­ten. Z– 245 Promi sind her­nach die Klein­dar­stel­ler für die Cas­tingshow in der die Besit­zer der 10 unauf­ge­wa­schens­ten Kaf­fee­tas­sen Deutsch­lands gefun­den wer­den sol­len. Mit Pro­be­trin­ken natür­lich, es soll schon echt wir­ken. Ekel ist ange­sagt. Wo bleibt nur das Geruchs­fern­se­hen end­lich? Müs­sen denn ihre gan­zen For­schungs­gel­der für Medi­zin aus­ge­ge­ben wer­den. Zuschau­er­quo­ten machen das Leben. Krebs, was ist schon Krebs? Wenn den ne Berühmte hat, lässt die sich die Brüste sicher­lich bald vor der Cam ampu­tie­ren.

Mit­leid? Ach woher auch.

Schrei­ben wir bei­spiels­weise Köni­gin Bea­trix (ich habe gegooglet, um zu wis­sen, was da los ist) kei­nen Brief, weil wir dann allen wei­nen­den Müt­tern die­ser Welt einen Brief schrei­ben müss­ten, und nie­mand so viele Briefe lesen kann und will, soll­ten wir wenigs­tens eine Wim­pern­schlag­länge lang die­ser Mut­ter geden­ken, die am Bett ihres Soh­nes sitzt und hofft, er möge aus dem Koma erwa­chen. Es ist voll­kom­men gleich, ob sie mehr Tafel­sil­ber in ihren Schrän­ken hat als Frie­dakla­re­sonja Mül­ler­mei­er­schul­zes­dch­mitt. Hier braucht’s nur ein Gedanke. Diese Frau ist in ihre Kreise hin­ein­ge­bo­ren, sie hat keine Kriege geführt und hat auf kei­ner Beset­zungs­dingsda geses­sen und war zu kei­nem Köni­gin­werd– Cas­ting. Sie ist gebo­ren und hatte das Leben. Will es jemand für sich oder was ist los?

Jeder, der in diese bun­ten Blät­ter schaut, bezahlt Geld dafür und betrach­tet das Leben (nicht nur) die­ser Frau (die­ses Men­schen). Schauen wirk­lich nur alle dahin, weil sie was abha­ben wol­len, was wis­sen, was sehen, was erha­schen … bleibt dann wirk­lich nicht die Zeit, ein­mal nur kurz auf­zu­schauen … ein­mal kurz Mensch sein???
Und Köni­gin Bea­trix steht hier nur als eine von Unzäh­li­gen, die durch diese Blät­ter gezerrt wer­den … benutzt und nur für uns …(?)
Machen wir uns wirk­lich keine Gedan­ken, wie sich ein Mensch fühlt, der nur, weil er ein Lied singt, was viele mögen, nun mit unend­li­chem, gel­len­den Geschrei und einer Bedräng­nis leben muss .. was andere Men­schen in die Klaps­mühle brin­gen würde? Ist nie­man­dem klar, dass ein kran­ker Mensch unter sei­nem Kran­ken­haus­bett­fens­ter keine 1000e »Fans« schreien hören will?

Haben wir Men­schen nichts ande­res als das Leben ande­rer Men­schen »nötig«?

Die Welt schaut einer Amy nach der ande­ren beim sich selbst Umbrin­gen zu und nach­her gibt’s die herz­zer­reis­sen­den Bunt­fo­tos vom Ker­zen­an­zün­den noch hin­ter­her?
Mag sein, sie haben alle die Wahl — m a g s e i n.

Wassertropfen (9)

auch ein Foto des geduldigen Freundes

Vor kur­zem hat eine mal ganz öffent­lich gezeigt, dass sie sich nicht jeder­zeit öffent­lich ver­mat­sch­quat­schen lässt, und ihr kam das ent­ge­gen, was auf Deutsch so heißt, dass jenes Wort vor Sturm klei­nen Kin­dern als »schlech­tes Wort« ver­kauft wird. Ich ver­wei­gere mich dem ebenso, wie ich es Fre­vel finde, in alten Büchern die Texte gen­der­ge­recht poli­tisch anzu­pas­sen.

Und– ich bin noch heute betrof­fen über die mensch­li­che Unmensch­lich­keit, die jene Kran­ken­schwes­ter nicht mehr erfuhr, mit denen aber den Ange­hö­ri­gen das heu­tige Welt­bild farb­lich klar­ge­stellt wor­den ist, die sich umbrachte, weil sie mit dem fin­gier­ten »Queen­an­ruf« nicht fer­tig wer­den konnte. Zur eige­nen Ent­las­tung und um nicht jenes Gefühl, Mitleid-genannt, auf­kom­men zu las­sen, wurde lapi­dar fest­ge­stellt: Sie habe sich schon mehr­mals vor­her umbrin­gen wol­len, es müsse also nicht mit jenem Anruf in Ver­bin­dung gebracht wer­den. Und außer­dem, also einen Spaß sollte schon jeder ver­ste­hen …

Mit­leid. Mit­ge­fühl. Einen Atem­zug mit dem Ande­ren tei­len? Nein, wir Men­schen lachen. Lachen ist doch auch mensch­lich. Soll sogar gesund sein. Gibt´s Stu­dien drü­ber. Alles Spaß! Jugend­li­che brin­gen sich um, weil sie spa­ßig ver­mark­tet wer­den, von andere Jugend­li­chen– Han­dy­film­chen und Inter­net­platt­for­men als Bun­teBlät­ter­Er­satz– es ist braucht nicht für alles Papier… es gibt Krank­hei­ten, die dem Mob­bing ent­sprin­gen, Men­schen lau­fen Amok, die Anzahl der Män­ner, die sich umbrin­gen steigt, Kin­der, die „Gegen-ihren-Willen-Alleinerzogene“ genannt wer­den könn­ten, wenn es nicht dau­ernd nur um Erwach­se­nen­wel­ten ginge, wer­den immer mehr, Frauen sind total über­for­dert … und wir lachen … wir fei­xen über andere, weil es ihnen in dem Moment noch schlech­ter geht als uns … oder es ihnen bis­her wesent­lich besser/anders ging als den meis­ten?

Und diese bun­ten Blät­ter sol­len uns auch noch sug­ge­rie­ren, das sei total in Ord­nung und zeit­ge­mäß– und jeder, der sie liest, kauft sich für paar Euro die Legi­ti­ma­tion, ein­fach in ande­rer Leute Fens­ter zu schauen und merkt dabei nicht mal, wie er benutzt wird und belo­gen.

Es kur­sie­ren Film­chen im Inter­net. Z.B. geht in einem Fahr­stuhl plötz­lich das Licht aus und er stoppt. Alleine das löst bei vie­len schon Panik aus. Aber dann.… durch eine Klappe wird ein »auf Geist« geschmink­tes Kind in diese kleine Kabine gelas­sen und das Licht wie­der ange­schal­tet. Diese Men­schen in dem Fahr­stuhl– maxi­mal 2 Per­so­nen außer dem Kind– erschre­cken so sehr, sie ver­su­chen sogar durch die Fahr­stuhl­wand zu sprin­gen, schreien gel­lend … unfass­bar, wel­che Belas­tung der Kreis­lauf dabei aus­hal­ten muss und es ist mög­lich, dass so ein Schreck in jedem Falle nicht ein­fach ver­ar­bei­tet wer­den kann.
Und wir haben kein Mit­leid?   Wassertropfen (12)

Selbst Schuld –fal­scher Fahr­stuhl. Außer­dem war Frie­da­gus­tav­klara eh schon immer schreck­haft??? Eine Bekannte hat mir den Link zu so einem Strei­fen geschickt, die­sen Kon­takt habe ich gecan­celt.

Ich bin sicher, mein Tod wäre so ein Schreck auf jeden Fall.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht, sind’s wirk­lich die bun­ten Blät­ter oder sind es nicht wir selbst, die ent­schei­den– wel­cher Gefühle wir fähig sind– was wir ande­ren (an)tun ?

Und dem Ein­wand, es wären die Bun­ten Blät­ter, die uns dazu machen, dass wir den Bun­ten Blät­tern immer ähn­li­cher wer­den, na dem kann doch leicht ent­geg­net wer­den.… es ist die Frage der Ent­schei­dung … wie z.B. .… na.… wie heißt sie gleich, diese Mut­ter mit dem Sohn im Koma, die mit den Hüten, Ihr wisst schon … selbst ent­schei­den kann …

Oder so. Eben. Halt. Und wei­tere Wort­hül­sen, die nichts aus­sa­gen, aber kalt sind… oder warum wird so was cool genannt?

(ACR)

und hier geht es zu dem Artikel

Eine kurze Bemerkung zum Thema FB: Beiträge nicht lesen und nur – gefällt mir- drücken, und Beiträge nicht lese aber kommentieren, führt zwar zu einer sinnlosen „Gefälltmiresammlung“ und zu allem, was nicht mal bei absoluter Grosszügigkeit zum Thema gehört, in den seltensten Fällen aber zu Gegenbesuchen- ausser dem winzigen „Interesse“, wer wohl sowas auf sowas antwortet oder innerhalb von 30 Sekunden an einem Beitrag von 20 Minuten Lesezeit Gefallen findet. Dies ist ungefähr gleich   Wassertropfen (44)bedeutend mit dem kurzen Kopfschütteln und der flüchtigen Handbewegung in Richtung Stirn, wie wenn jemand einer 60 jährigen in Ungarn Lebenden eine Einladung schickt: „Stillen- eine besondere Beziehung zum Kind. Lernen sie es für ihr Kind Treffpunkt: Berlin Mitte heute Nachmittag 13:00 Uhr. Dauer 1 Stunde. Unkostebeitrag: 12,35 Euro“ 
Absagen? Ja aber klar, wer eine Einladung bekommt, soll sie auch absagen- aber h ö f l i c h. Der Hinweis auf Alter und Wohnort wird als Belästigung empfunden.

.
.

ich bin da ganz anders, ich lösche von Freundesliste und bei Wiederholung blockiere ich.

.
.

Dieser Beitrag wurde unter ACR - mal ganz anders, Menschengeschichten, Veröffentlichungen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.