… vom Aufstehen, Losgehen und Erreichen …

Aufstehzeit.
Ich bin Frühaufsteher.
Rundum Stille.

Mit der ersten Tasse Tee in der Hand wandere ich durchs Haus, bleibe an allen Fenstern stehen, seufze ob der Schönheit der Aussicht. Der Balaton, dünnes Eis unter milchigem Nebelschleier. Ganz gleich, aus welchem Fenster ich schaue, mein Blick schreibt Staunen in meinen Verstand. Immer wieder klingt es in solchen Momenten in mir:
‚Wie schön ist diese Umgebung! Hier finde ich Nahrung für meine Gedanken. Alles scheint möglich, wenn meine Augen so Schönes sehen. ‘ Ich singe leise, mehr in mich hinein als aus mir heraus.

Plötzlich kommt mir eine Melodie in den Sinn: „Mir ist so komisch zumute, ich ahne und vermute, es liegt was in der Luft“, passt zu meiner Stimmung. Vielleicht nicht ganz so lustig, sondern eher ein wenig dramatisch angehaucht.

Drama?
Nein!
Nichts Bühnenmässiges.
Oder doch bühnentauglich?
Ja.
Aber dem Vorhang gewidmet, der sich gleich heben soll.
Spannend ist es. Spannung liegt in der Luft.
Erwartungsfroh die Zeit und alle in ihr.

Ja, ich fühle mich wie hinter einem Vorhang, der sich heben wird.

ich schaue aus den oberen „Turmfenstern“. Rundblick über mehr als 200 Grad. Die Wellen des Balatons scheinen gestern vollkommen überraschend eingefroren zu sein. Wie ein übergrosses Waschbrett liegt der See unmittelbar vor mir.
ich setze mich auf meinen Schreibtisch und baumle mit den Beinen. Hier am Lilagrünen sitze ich nur, wenn mich Kinkerlitzchen stören, z.B. bei Buchhaltungskram und anderen Hinderlichkeiten, die unbedingt sein müssen, aber keinen Spass machen.
Ich träume davon, gemeinsam mit anderen Kreativen zu arbeiten. Werkstatttage. Schreibtage. Kreativtage hier, in dieser zauberhaften Umgebung. Gemeinsam denken, schaffen, bilden, vervollkommnen, veröffentlichen. Sich gegenseitig anstecken mit Ideen, in der Freude des Neuentdeckens eigenen Vermögens. Auch dafür sind einige Stellen im Haus wie geschaffen- unter anderem auch der Lilagrüne.

***

Dieser Tag beginnt eigenartig. Über jeden Augen- Blick hat sich Eigentümlichkeit geworfen.

Ich trinke meinen Tee aus, gehe durchs Haus und singe leise:
„Mit ist so komisch zumute …“ und schaue schon mal hinter dem Vorhang hervor.

Immerhin bin ich es, die bestimmt, wann es losgeht.

***

Eine Stunde später: Mein allerliebster Lieblingschreibtisch unten im „Turm“, ruft nach mir und alle Unwichtigkeiten in Rot und Glitzer und andere Auffälligkeiten locken mich in diese besondere Wohlfühloase.
Hier bin ich. Hier darf ich sein. Hier gehöre ich hin. Das gehört mir. Nichts ist anders als ich es will und brauche. Hier ist alles nur charlottewelt.

Ich müsste mindestens 15 Mails beantworten. Leider mindestens die Hälfte davon in Englisch. Seit einigen Wochen grabe ich nach meinen längst vergessenen Englischkenntnissen und überrasche mich damit, es schriftlich ganz gut hinzukriegen.

Etwas Unglaubliches ist geschehen, aber darüber berichte ich ein anderes Mal. Heute tropft mir die Zeit ins Gewissen, ich will den Vorhang öffnen, mich vor dem Tag verbeugen, und ihn für mich beginnen.

Die Arbeit an einer Erzählreihe beschäftigt mich. ich will daraus unbedingt ein eBook machen. Seit einigen Jahren arbeite ich immer wieder daran und nun soll es endlich geboren werden. Im Grunde ist es der Stoff für eine Novelle. Ich werde ihn jedoch unter Erzählungen veröffentlichen. Jedenfalls plane ich es so. Schaue ich allerdings ins Manuskript und denke darüber nach, welches Potential die Figuren noch haben, könnte es ein Roman werden.
Genau diese Überlegung ist der Grund für die jahrelange Verschiebung des Projekts. Das Thema ist immer aktuell, aber ich lebe nicht endlos, also Loslassen ist wiedermal angesagt. Ich will es fertig machen, nicht nur beenden. Also kostet es Arbeit, Zeit und Disziplin.

Vorhang auf, charlotte!
Moment!

Mir brennen auch Ludger und Felicitas, (hier) meine beiden Hauptfiguren aus dem Manuskript zur „Fetten Karriere“, langsam Löcher in meine Gedanken. Sie wollen weitergeschrieben werden und erscheinen mir schon in meinen Träumen.

Seit ein paar Tagen habe ich den ersten Gedichtband (hier) auf dem Markt und schon sammeln sich neue Entwürfe im Notizbuch. Das freut mich besonders. Zurzeit tropfen die Worte unablässig aus meiner Feder.

Für meinen Blog möchte/muss/soll ich schreiben. Veröffentliche ich dort einige Tage nicht, gibt es Nachfragen. Im vergangenen Jahr hatte ich es mir über einige Monate mit allem Blogbesuchern und Blogbesucherinnen verdorben. Keine Zugriffe mehr, weil ich lange Zeit nichts mehr geschrieben hatte.

Meine Publikationen auf Facebook gelten offensichtlich nicht als „Ersatz“, obgleich es oftmals identisch ist. Blog LeserInnen und Facebook LeserInnen sind unterschiedliche Erreichgruppen?

Die Direktnachrichte bei Twitter nehmen langsam überhand. Es ist unmöglich, alle zu beantworten.

Ausserdem …

„Ach was“, schupst mich meine innere Stimme aus den Gedanken, „jetzt los. Vorhang auf!“

„Na ist ja gut“, knurre ich mich an und tu furchtbar erschrocken.
„Also dann: Vorhang auf!“

(ACR)

September 2012110715.Februar Bauphase 1 beendet

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