Von schweren Schafen, Revolverkerben und Ballspielen … auf „Druckstelle“

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Mit ausgesprochener Freude besuche ich den Blog     Druckstelle  immer wieder und finde oft besondere Artikel, die mich regelrecht zum Kommentieren verführen.

So auch diesmal:

Zitat aus dem Blogbeitrag von „Druckstelle:“

„Abschied ist ein schweres Schaf

Abschiede sind meist freundlich, gern herzlich, dann und wann auch lieb. Grußformeln beenden eine Korrespondenz oft standardisiert, vielleicht noch meteorologisch, lokal oder adverbial nuanciert. Schlussformeln gehören sprachwissenschaftlich in die Phraseologie (!) und unterliegen nicht den „Bedingungen der Aufrichtigkeit“. So weit, so gut. Ein kreatives Lebewohl mag ich sehr gern lesen, bleibt hier doch Raum für individuelle Ausbrüche. Echte Hingucker. Für jeden Autor, für jeden Briefeschreiber eine Chance. Zweimal hinsehen musste ich auch im folgenden Brief – und dann wurde mir schlecht. Was soll ich nur davon halten?“

ich habe kommentiert:

Danke!

Habe schallend gelacht und mich an manches erinnert- zumal die Überschrift wunderbar viel Spielraum lässt.

Meiner Erfahrung nach wollen »Abschiedsnehmer« oder »Abschiedsbekommer« demonstrieren, auf welcher Seite das letzte Wort liegt.
Ist wie ein Ballspiel: Niemand kann ihn fangen,
aber er liegt nun auf der »anderen Seite«.

Ballaballa

Ballaballa

Wie eine Kerbe in den virtuellen Revolvergriff schnitzen: »Dem habe ich (noch) eine geschossen.«

Mir sind Menschen begegnet, die ich eindeutig verabschiedet habe.. Wer mich dabei falsch oder nicht versteht, kann nicht anwesend gewesen sein.

Ich werde nie laut, wähle allerdings eindeutige Worte. Beispielsweise: »Das mit uns wird nichts. Es liegt an mir. Ich mag Sie nicht.«

Unmittelbar darauf kommt eine Nachricht, die mir einen späteren Anruf oder anderweitigen Kontakt avisiert. »Wir müssen reden!« wird sowas meist über- oder unterschrieben.

Muss? Ich? Hatte ich nicht eindeutig gesagt, was ich gesagt haben will?

Antworte ich nicht, kommt wirklich Post, Anruf oder gar »Besuch«. Also antworte ich vorsorglich:

»Bitte- nein- müssen wir nicht. Es geht auch so bestens.

Verabschiedet hatte ich mich bereits

ACR«

Manche haben daraufhin schon kurz und knapp so etwas wie »Blöde Kuh« geantwortet. Ich bin immer wieder überrascht, was dem Tierreich so untergeschoben wird, kann aber nicht nachholen, was Biologielehrer schon nicht zu vermitteln vermochten und lasse es reaktionslos stehen. Andere haben mir ihren ganzen Lebenslauf geschickt, um zu erklären, warum sie sind wie sie sind.

Warum m ü s s e n Menschen denn unbedingt alle innig miteinander verbunden sein        m ü s s e n? (Doppelmüssen ist gewollt)

Zu meinem Bedauern unterliegen Anreden und Schlussformeln sprachwissenschaftlich nicht den „Bedingungen der Aufrichtigkeit“. So beginnen und enden sehr wichtige Schreiben meist mit einer Lüge. Streitende schreiben sich mit »hochverehrte« an und unterzeichnen mit »hochachtungsvoll«. Vollkommen Fremde ebenso oder ähnlich und wer sich gegenseitig nicht leiden kann, kramt immerhin noch ein »Liebe XXX » heraus und unterzeichnet mit »besten Grüssen«.

Da ich mich daran nicht beteilige, gelte ich als sonderbar. Obwohl ich nie unter ein Schreiben
»Sonderbare Grüsse« gesetzt habe.

Ich kann es beweisen: *** lache

Obwohl es heute hier grau in grau ist und Wind weht
schicke ich keine angegraut – verwehten,
sondern

Viele Grüsse

charlotte
(ACR)

Und später nach einem weiteren „Einwurf“ (bitte selbst die Seite besuchen)
nochmal habe ich kommentiert:

Zitat: “Sich nicht mögen, muss möglich sein müssen. Einer mag mich nicht, heißt eben nicht, dass mich keiner mag. Selbst wenn.”

Klasse. So empfinde ich es auch. “Selbst wenn”. Ich kann sowieso nicht beeinflussen, ob, wie und warum mich jemand mag. Selbst in allerhand Fällen, in denen mir endloses Mögen versichert worden ist, sind es, bei genauerem Hinschauen, nur Nettigkeiten gewesen, die, Rüschenbluse gleich, zu nix anderem taugen als Problemzonen zu kaschieren, was- wir wissen es alle- zur besonders auffälligen Betonung derselben führt.

Lügen sind hübschende Rüschen und Feigheit sogar recht bunte. Es ist meines Empfindens nach unwürdig, jemand Ungemochten in dem Glauben zu lassen, er sei gemocht. Damit wird demjenigen jede Empathie abgesprochen und ihm ein dauerhaft unwohles Gefühl übergestülpt. Es ist aufrichtig, dem Anderen nicht dieses dieHoffnungstirbtzuletzt- Gefühl aufzupfropfen. Es verleitet zum Nichtstun, abwarten, bis die Hoffnung sich erfüllt.

…schau hin und Du wirst erkennen …
… zeig‘ Dich und Du wirst erkannt …

Von niemand gemocht zu werden ist gar nicht möglich. Liebreiz hat jeder Mensch. Zur Liebe reizen … ist allen Lebewesen in die genetische Wiege gelegt.

Wer wen tatsächlich mag, stellt sich erst heraus, wenn das Leben nachwiegen muss. Meist reicht Mögen nur bis dahin, wo sich die Meinungen trennen und das Jasagen zur Pflicht wird. Ich mag es nicht mal als Kür.
Ausserdem gibt es weltweit mehr Menschen, die sich gar nicht kennen als sich nicht mögen und die sind wiederum mehr als die Sichmöger.

Und schon an dieser unglaublich schmerzenden Satzbaustelle wird die Crux an dem Ganzen deutlich- das ständige Vergleichen. Mich mögen weniger als Dich aber dafür kann ich mehr leiden als Du.

Das ist mir zu kompliziert. Ich spiel nicht mehr mit.

Ich mag mich, bin geradezu begeistert von mir. Das ist Basis meines Lebens. Alles weiter … wäre ohne diese Basis wesentlich unangenehmer als jetzt.

Vergleichendes altes Mädchen
grüsst hinaus in die Welt

lachend

charlotte
(ACR)

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3 Antworten auf Von schweren Schafen, Revolverkerben und Ballspielen … auf „Druckstelle“

  1. ACR sagt:

    Bin gern auf Deinem Blog. Denkzeiten ist DER passende Name.

    ich mag denken.

    (ACR)

  2. Franziska sagt:

    Wunderbar, dass Du diese so richtigen und wertvollen Gedanken und Worte hier geborgen hast!

  3. ursula weber sagt:

    Liebe Charlotte, wie Recht Du hast!… und … ich mag Dich sehr …

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