Des Ruhmes Reinlichkeit- der Ehre Wert?

Und wer zahlt den Preis vom Preis des Preises ?

Wir putzen-wir putzen-wir putzen.Des Ruhmes Reinlichkeit,der Ehre Wert.

Wir putzen-
wir putzen-
wir putzen.
Des Ruhmes Reinlichkeit,
der Ehre Wert.

Wer abzuschreiben gedenkt, wer abschreibt, wer abgeschrieben hat, wer etwas liest, was jemand abgeschrieben hat und es nicht meldet, wer nicht meldet, dass es jemand gibt, der gelesen hat, was jemand abzuschreiben gedenkt, wer nicht meldet, was jemand, der dies abzuschreiben gedacht hatte, abgeschrieben hat, wer nicht meldet, dass jemand gelesen hat, was abgeschrieben war und gelesen wurde … und wie weiter?
Wer nicht regelmässig etwas meldet … na so schlimm ist es nicht?

Wo beginnt, wo endet es?

Geht es um die Wissenschaft, versteht die Wissenschaft keinen Spass. Bis dahin kann ich dem Ganzen noch folgen und bin für die Prüfungen jeder Dissertation.

Ohne genaues Hintergrundwissen denke ich- auch dafür ist ein Doktorvater zuständig.
Ausserdem, jedenfalls nehme ich das an, müssen einige honorige Wissenschaftler jede Dissertation unabhängig voneinander prüfen und bewerten. Wenn das schon bei vergleichbar simplen Abiturabschlussprüfungen so ist, wieso sollte es bei Dissertationen anders sein.

Unabhängig davon, wie es danach zur Abschlussbewertung kommt und wer aus welchem Grunde am Ende den Doktortitel vergibt, sollte sich der und auch die damit in ihrer wissenschaftlichen Wichtigkeit Bestätigte sicher sein können, in der Leistung und im Ergebnis der Leistung an einem Punkt angelangt zu sein, vom dem aus das weitere Leben aufgebaut werden kann.

Soweit – so gut?

Mag sein, ich- die ich nie eine Uni von innen gesehen habe, male mir das alles viel zu geschichts- und ehrenträchtig aus.

Vielleicht verlasse ich mich mit einer zu starren Selbstverständlichkeit darauf: Wer sich in die Welt der Wissenschaft einzureihen gedenkt, ist sich der Sauberkeit seines Wesens, der Reinheit seiner ethischen und moralischen Werte – oder was immer dazu gesagt werden könnte, bewusst.

Ich sehe ein und bin bereit, mit dem bitteren Beigeschmack der Enttäuschung hinzunehmen, es gibt wirklich Menschen, die ihren eigenen Ruhm mit der Kopiepaste anderer Wissenschaftler zum Glänzen zu bringen gedenken.

Ich sehe ein und bin bereit, mit dem Kopfschütteln einer Unverständigen einzuräumen, solche Versuche werden vom Doktorvater und anderen „Beiprüf- und Bewertenden“ nicht im Keim erstickt, sondern gehen unerkannt und hochgelobt in die Veröffentlichung.

Ich sehe ein, sowas muss – so es bekannt wird, geprüft, untersucht und ganz bestimmt auch geahndet werden.

Die Frage: „Vater, mein Doktorvater, was ist Deine Pflicht, rührt denn die Arbeit Deines Schützlings Dich nicht?“ (In der Melodie des „Erlkönigs“ von Goethe), käme mir in erster Linie in den Sinn. An die Universität, die sich bis dahin (wohin e i g e n t l i c h?) von der Sonne -der in ihr gewurzelten Doktoren- hat beglänzen lassen, hätte ich auch allerhand Bemerkungen zu richten.

Und natürlich würde ich gerne jeden einzelnen nachträglich Erwischten an Haar und Ohren packen und schütteln und ihn fragen, wieso er nie daran gedacht hat, dass jede Wiese – und sei ihr Gras noch so hoch gewachsen, von Schafen immer wieder niedergefressen wird.

Das alles ist für mich nur die Spitze vom -so oft beispielhaft herbeigezogenen- Eisberg.
Was mich am Allerallermeisten beeindruckt, verunsichert, traurig und gleichzeitig auch wütend macht, mich immer wieder in Schrecken versetzt … ist das Heer der vielen Unsichtbaren. Diese eifrig Scharrenden, die nach einem verfaulten Korn suchend, ganze Lebenswege zerwühlen und sich offensichtlich jeden Abend mit dem immer offenen Taschenmesser eine neue Kerbe in die Bettpfosten schnitzen. „Wieder einer erledigt!“

Ein grausiges Bild entsteht vor meinem inneren Auge: Verbunden im blindsehenden, taubhörenden, stummschreienden Gejohle der Heimlichkeiten, steht da jeder für sich und geeint im gleichen Sinn, des Abends vorm eigenen Spiegel. Und ganz im Gleichnis des „Heinrich Mann`schens Untertan“ knallen sie vor sich selbst die Hacken zusammen und johlen ihrem Spiegelbild ins Gesicht: „Und bevor wir nun zur Sache selbst kommen, feixen wir über die, die wir schon zur Strecke gebracht haben und gedenken derer, die schon auf unserer Liste stehen. Und auch die wollen wir nicht vergessen, die wir noch draufsetzen werden!“ (Ganz frei nach einer Szene aus „Der Untertan“ von Heinrich Mann)

Und seit ein paar Tagen befürchte ich, wir  k ö n n t e n auf dem zweifelhaften Weg sein, einen neuen „Volkssport“ zu kreieren, weil viel zu wenige etwas dagegen sagen.

ich habe mir die Seite angeschaut, die sich „PolitPlag“ nennt und keine Bilder hat, aber (subjektiv mir) welche malt. Diese Seite wurde nach eigenen Angaben initiiert von „Vroniplag“.

Mit Verwunderung und anderen unguten Gefühlen habe ich gelesen, dass es eine ganze Liste „Vorgemerkter“ gibt, deren Doktorarbeiten geprüft werden sollen. Ausserdem, so wird mitgeteilt, ganz umsonst könne diese aufwendige Arbeit nicht gemacht werden und man „habe einen Weg gefunden“ und „sammle Beiträge, um die Projekte zu finanzieren“.

Natürlich wird die MwSt. abgeführt. Arbeitsschritte kosten zwischen 50 und 300 Euro und „jeder weitere Arbeitstag eines Plagiatsuchers“ kostet 500,00 Euro.

Und nun kommt´s: Ab Beiträgen von 20,00 Euro kann sich jeder an den „Prüfungskosten“ beteiligen. Und nochwas!
Auch anonyme Überweisungen sind möglich, es kann in diesen Fällen aber keine Rechnung versendet werden.

Namentliche Beitragsüberweiser erhalten auf Wunsch eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt.

Zitat Politplag:

„Bitte vermerken Sie bei Ihrer Banküberweisung, welcher Kandidat geprüft werden soll.”

Zitat Ende.

Anmerkung ACR:

Sollte ich hier Worte verwendet haben, die auch auf der Seite „Politplag“ genutzt worden sind, so erkläre ich hiermit, mir sind einfach keinen anderen eingefallen, die ich öffentlich nutzen wollte.

Na gut, eines dann doch, nämlich: Riesenschweinerei!

Da wird forciert, von meist Namens- und Gesichtslosen, die- so habe ich es mehrfach schon gelesen, sich oftmals gegenseitig sogar nur mit Chatnamen kennen sollen, dass jeder für 20 Euro jemand aufs Korn nehmen kann?

Zukunftsbilder des Grauens malen sich in meine Vorstellungen:

Du hast einen Nachbarn, der Dir stinkt und der hat einen Doktortitel? Na was denn- mach ihn fertig! Lass ihn auf die Liste setzen!

Die Lehrerin Deines Kindes ist zu streng? Na los denn, lass mal überprüfen, ob die nicht in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hat! Ist sowieso ein Rätsel, wieso die auf dem Namensschild ein Dr. hat!

Kommt man eigentlich auch an die Mathearbeiten der Grundschullehrern Deiner Tochter ran? Willst Du nicht mal sehen, ob die _umme _uh wirklich nur Einser hatte oder woher nimmt die sich das Recht, ausgerechnet Deiner Tochter einen Dreier zu geben?

Wo es beginnt, steht nun schon weltweit in allen Gazetten geschrieben und wird über jeden Sender „gewahrheitet“.

WO endet es? Wenn sich ausreichend viele beteiligen, reicht dann auch schon ein Beitrag von 2Euro 50?

Zukünftig statt eines Abendgebets, eines heissen Kusses für die Liebe oder der Müdigkeit von redlicher Arbeit, kann ein Jeder sich nun die erbärmliche Freude machen, den geheimen Titel „Jäger und Erleger“ zu tragen?

Es ist genehm, Existenzen zu durchpflügen und den Samen der Verdächtigung, der Missgunst, des Neides, der Häme, des Spotts … in die Spur zu legen, auf das wir alle zu Voyeuren werden?

20 Euro beschleunigen jeden Einzelvorgang sogar noch? Und jeder kann sich jemand „auf die Liste“ wünschen?

Was wäre, wenn wir alle – pro Kopf der Nation- morgen einen Euro überweisen, auf das es dem Mittelstand, dem Rückgrat der Wirtschaft Deutschlands, besser gehe?

Oder

Pro Kopf einen Euro für die Wissenschaft?

Oder

Pro Kopf einen Euro für die Bildung?

Nein? Das macht nicht so viel Spass, wie das Rätseln, wann und auf welche Weise jemand seinen Doktorhut abgerissen und seinen Privaten nehmen muss?

Die Spekulation, wer in welcher Jugendflüchtigkeit ersäuft und wessen Lebensleistung im Gelächter einer Nation zermalmt wird, ist auf dem Wege … Mode zu werden?

Wer nicht regelmässig etwas meldet … ???

Ich werde in wenigen Tagen 60 Jahre alt und bin der vagen Hoffnung, ich lebe nicht so lange, bis das Melden und Beitragzahlen Pflicht wird.

(ACR)

Dieser Beitrag wurde unter ACR - mal ganz anders, Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.