.. wie lange, warum, wie frei freiwillig …

Wieder „Denkzeit“ besucht und interessanten Beitrag entdeckt.

Zitat:
„Die Zeiten haben sich geändert, die herkömmlichen Rollenmuster sind aufgeweicht und politische und finanzielle Heiratsgründe verpönt. Die Liebe zählt – und nur sie allein. Was auf Liebe gründet, soll ewig währen. Nebengeschäfte sind tabu. Dass es sie noch immer gibt, weiss man, will man aber nicht wirklich wahrhaben oder aber man hofft, dass der Kelch an einem vorüber zöge. Frau hat den Vorteil, einfach gehen zu können, sie hat heute Möglichkeiten und Wege, hängt nicht mehr zwangsläufig am Mann dran. Mann findet sich als nicht verheirateter in guter Gesellschaft, je höher die Karrierestufe – so liest man – in umso zahlreicherer.“       hier weiterlesen

Habe wiedermal kommentiert:

ACR | Juni 6, 2013 um 8:01 nachmittags

Früher:
Ob Liebe wirklich so selten Basis einer Ehe gewesen ist? Ich denke, es ist abhängig vom sozialen Status.
Beispielhaft: Zille „sein Milljöh“ ist was anderes als Madame Bovary, Effi Briest oder Anna Karenina. Auch die Kameliendame ist nochmal eine andere „Kategorie“.

Die Rollenmuster:
Sie sind an ihre Zeit gebunden. Wann die Frauen die Zeit und wann die Zeit die Frauen veränderte, lässt sich am Zahlenstrahl der Geschichte ablesen. Das trifft für Männer ebenso zu.

Geschichte

Geschichte

Erstaunlich, bei genauem Hinschauen ist die Entwicklung dann wesentlich, wenn Männer und Frauen sich auf Gedeih und Verderben ergänzen MÜSSEN z.B. in und nach Kriegszeiten.

Jedoch halte ich diese Gesichtspunkte für gar nicht so ausschlaggebend.

Eher denke ich, wir leben heute so viele Jahre aktiv und entwickeln uns noch in Altersgruppen weiter, in denen die Menschen früher schon „fertig“ gewesen sind.
Wir werden nicht nur älter, wir werden gesund älter.
Wir werden nicht nur gesund älter, wir sind auch länger „gut erhalten“.
Wir sind schön. Wir erlauben uns Schönheit, nutzen Signale, auf uns aufmerksam zu machen. Wir sind gebildet, jedenfalls haben wir jede Möglichkeit uns weiterzubilden. Wir sind informiert und haben unvergleichlich mehr und vielfältigere Gelegenheiten, uns zu informieren. Wir sind mobil und es gibt kaum wirkliche Grenzen weltweit, uns zu bewegen.

Warum also nicht mehrfach aufbrechen? Warum nicht vielfach erleben? Warum am gedeckten Tisch des Lebens verhungern, wenn der Partner nicht mitessen will?
Warum unbedingt zusammengenagelt alt werden?
Warum nicht – jeder für sich- Lebenszeit bunt malen?

Weil es anständig ist? Ist es tatsächlich anständig, sich gegenseitig das Leben »zu nehmen«?
Wieso nicht gegenseitig die Freiheit gönnen, anders zu leben?

All diese zusätzliche Lebenszeit und all die (Lebens-)Möglichkeiten schärfen die Sinne umso allerhand mehr, machen somit bereit für Veränderungen, lassen Neu—-Gier zu.

Entwickeln sich in einer Ehe nicht beide, wird sie zur leeren Hülle. Andersherum- wer versucht, Ehe übervoll zu stopfen, wird darin ersticken oder den anderen vertreiben.

Ehe bedeutet nicht Kongruenz, sie schafft freie Koordinaten.

Es ist letztendlich nicht wichtig, ob Ehe oder nicht. Die ehemals wesentlichen Gründe dafür sind längst weggefallen.

In keinem Alter ist Individualismus so möglich wie ab über 50.
Mit 60 beginnt so etwas wie vollkommene Freiheit, Unabhängigkeit.

Warum nicht geniessen? Warum nicht nochmal aufbrechen? Nicht in Eile und nicht aus Übermut- oder wieso nicht in Eile und warum nicht voll von Übermut? Wo ist das Mass? Wer steckt die Grenze? Was taugt die Meinung anderer über das eheliche Verfahren wieder anderer?

Warum überhaupt über die Ehe anderer nachdenken? Wieso nicht auf die Eigene konzentrieren? Vergleiche suchen?
Im Zusammenleben anderer sind Vergleiche nicht möglich. Die einen klammern sich, wegen einem Kredit, unbedingt an das gebaute Haus und andere denken, unbefriedigt zusammenleben sei besser als alleine bleiben. Viele andere Lebenskonzepte gibt es ebenso.

Dabei ist es so einfach. Es bedarf nur der Ehrlichkeit und des Bewusstseins- Menschen sind nie alleine unglücklich.. Unglück, Unzufriedenheit ist wie ein staubiger Wind- es trifft auch die im Umfeld.
Und Glück, Zufriedenheit? Oh, ein betörender Duft und oh (kein) Wunder, er verbreitet sich auch und lässt lächeln.

Wieso also nicht mehrfach lächeln im Leben, statt endlos Staub von den Schultern wischen?

Eine Rakete stürzt ab, werden die ausgebrannten Stufen nicht abgeworfen- ein Leben wird zur schweren Last, beim Versuch alle ausgebrannten Abschnitte mitzuschleppen.

Sich trennen bedeutet nicht sich hassen, sondern sich beschenken.

... es ist auch  Liebe- loslassen zu lassen

… es ist auch Liebe- loslassen zu lassen

Schenk mir (mein) Leben, heisst die Trennungsformel, in der, von Respekt getragen, noch Liebe wohnt. Und dazu reicht ein so langes Leben eben mehrmals. Für Beide.

Manchmal denke ich übrigens: ‘Warum warten Männer oft so lange bis Frauen gehen. Sie haben doch oftmals viel eher Grund’.

(ACR)

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2 Antworten auf .. wie lange, warum, wie frei freiwillig …

  1. ACR sagt:

    Um Schuld oder Unschuld darf es meiner Ansicht nach nicht gehen, es gibt keine Formel,
    mit der Leben gelöst werden kann.Es gibt auch, so denke ich, keinen richtigen Zeitpunkt – es gibt auch keinen falschen.

    Oftmals, und so ist es mir auch ergangen, ist die Erkenntnis im Nachher, es hätte auch vorher schon ein guter Zeitpunkt sein können.

    Ich denke, es kommt darauf an, früh genug zu gehen, um die gemeinsamen guten Zeiten
    nicht im Trauma des zu Späten zu ersticken.

    Und eindeutig zu spät ist es nach meiner Erfahrung, wenn mindestens einer die Trennung emotional schon vollzogen hat und „nur noch“ auf einen Grund oder angeblich guten
    Zeitpunkt wartet.

    Trennung als gegenseitiges Geschenk macht weiteren Kontakt möglich, schliesst
    gemeinsame Freu(n)de nicht aus und lässt vor allem den Kinder beide Elternteile.

    Schwierige Lebensgeschichten, ja … aber Weg in Zukunft allemal und zwar für
    alle Beteiligte.

    (ACR)

  2. Sandra sagt:

    Es ist einfach ein vielschichtiges Thema. Ich würde das Gehen oder Bleiben, die Schuld oder Unschuld keinem Geschlecht zuschieben wollen. Es ist in meinen Augen Charaktersache. Und vielleicht bleiben wir wirklich oft zu lange und sollten früher gehen – Mann wie Frau. Doch der Leidensdruck muss erst gross genug sein, sonst überwiegt das Angenehme, bei allem Leid. Und Bekanntes ist immer angenehmer als Unbekanntes. Dazu kommt ein Stück weit die Sicherheit, die man im Alten hat. Man weiss, wie der Hase läuft und man kann sich darauf verlassen. Selbst wenn er in den Dreck läuft, kennt man sich da aus und fühlt sich immerhin sicher, wenn auch nicht toll. Mitunter sogar regelrecht dreckig.

    Wann ist der Zeitpunkt zu gehen? Man kann auch zu früh gehen, aus einer Laune heraus, Kurzschluss. Man könnte das später bereuen, denn man gibt bei jeder Trennung was auf und das ist nie nur schlecht, selbst wenn im Moment der Fokus auf dem Schlechten liegt.

    Schlussendlich muss man sich sicher treu bleiben. Doch man hat nicht nur die Seiten an sich, die man liebt und schätzt, sondern immer auch andere. Eine davon ist der Wunsch nach Sicherheit. Ohne Sicherheit geht der Mensch unter, da er so achtsam im Aussen sein muss, dass er innerlich verkümmert, keine Zeit mehr hat und schon gar keine Ruhe. Drum halten wir den Wert hoch. Und hängen uns dran. Und bleiben. Vielleicht zu lange. Die Richtgrösse ist der Leidensdruck. Und der variiert nach Massgabe der Leidensfähigkeit und der Einschätzung des eigenen Anrechts auf Glück.

    Es ist eine schwierige Geschichte…

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